Häuserpreise weiter im Sinkflug

Interesse nach wie vor fast ausschließlich für Appartementwohnungen

Donnerstag, 22. März 2012

Auch 2011 war für den Immobilienmarkt des Banater Berglands „kein glänzendes Jahr“, bemerkt ein Reschitzaer Immobilienhändler. „Obwohl die Preise der Immobilien stetig gefallen sind, ist kaum ein größeres Interesse für Immobilienkauf festzustellen gewesen“, fügt er hinzu, möchte dabei aber nicht genannt werden. Und: „Der Jahresbeginn 2012 hat bisher keine Änderungen gebracht.“ Bewegung gibt es bloß auf dem Segment der Appartements und unverändert gibt es die Preisunterschiede je nach Größe, Ausstattung, Zimmereinteilung und vor dem Kauf getätigten Zusatzinvestitionen, nicht zuletzt nach der Lage des Wohnblocks. 

Günstige Bauernhäuser

In der Reschitzaer Neustadt gibt es gegenwärtig Einzimmerwohnungen für durchschnittlich 11.000 Euro – im Stadtzentrum kann der Preis bis zu 5000 Euro mehr betragen. Zweizimmer-Appartements – immer noch die begehrteste Ware auf dem Immobilienmarkt (nicht nur) von Reschitza – kosten zwischen 17.000 (Neustadt) und 22.000-25.000 Euro (Stadtzentrum). Für Dreizimmer-Appartements verlangen die Verkäufer zwischen 26.000-36.000 Euro. Die Preise können aber in den Wohnblocks rund ums Stadtzentrum und an der I. L. Caragiale-Straße auf über 40.000 Euro hochklettern, während die wenigen Vierzimmer-Appartements, die 2011 verkauft wurden, sich preislich um die 50.000-55.000 Euro bewegt haben.

Häuser werden in Bokschan oder im Orawitzaer ländlichen Raum (in der Großgemeinde Grădinari beispielsweise) schon – samt Hausgarten – um 20.000-30.000 Euro gehandelt. In landschaftlich interessanteren Gegenden des Banater Berglands, etwa im Karasch-Tal bei Giurgiova oder im Tal des Dognecea-Baches, sind einfache Bauernhäuser für 23.000-25.000 Euro verkauft worden, in Reschitza sind die alten Arbeiterhäuser ungefähr ab 35.000-38.000 Euro zu haben. Häuser rund ums Reschitzaer Stadtzentrum kosten bei 50.000 Euro, wenn es sich nicht gerade um neue Villen handelt, wie sie eine Baufirma in den letzten Jahren zu Verkaufszwecken aufgestellt hat – mit mäßigem Erfolg.

Haushundfütterer als Beruf

Ganz andere Preise herrschen in den vor allem von Temeswarern begehrten Luftschnapper-Ortschaften, etwa Wolfsberg/Weidenthal, Deutsch-Saska und der Raum des Nera-Tals, oder auch in den alten Bergbauortschaften mit ihrer spezifischen Architektur, Eisenstein, Dognatschka oder Tschiklowa, wo der Konkurrenzdruck betuchter Temeswarer Interessenten an Wochenendhäusern „Temeswarer Verhältnisse“ geschaffen und ganze Häuserensembles entstehen ließ, die von den Ortsansässigen „Neu-Temeswar“ genannt werden und wo ein neuer (Neben-)Beruf/eine neue Einkommensquelle entstand: der Häuserwächter und Haushundfütterer.

In Karansebesch kosten Einzimmerwohnungen zwischen 10.000 und 16.000 Euro, für Zweizimmer-Appartements fordert man zwischen 25.000-37.000/42.000 Euro (Preisgefälle zwischen dem Karansebescher Norden/Ausfahrt Richtung Siebenbürgen und Stadtzentrum) und für Dreizimmerwohnungen zwischen 31.000-45.000/55.000 Euro, während man ein ultrazentral gelegenes Vierzimmer-Appartement auch schon für 55.000-60.000 Euro erstehen kann. Fakt ist, dass die günstige Arbeitsplatzsituation von Karansebesch die Preise konstant relativ hoch gehalten hat, zumal es ein Sonderinteresse von Pendlern gibt (und Karansebesch hat mehrere Tausend tagtägliche Pendler), sich in Karansebesch niederzulassen. Das schlägt sich auch auf die Häuserpreise nieder, die für Preise zwischen 30.000 Euro (der Norden der Stadt um die Strada Ardealului) und 90.000 Euro (jeweils Altbauten, Stadtzentrum) verkauft werden, während Villen neueren Datums für 85.000 bis 250.000 Euro angeboten werden. Die teuersten stehen nach wie vor im parkartigen Viertel Teiuş am linken Ufer der Temesch. 

Zu den Mietwohnungen sagen die Immobilienmakler, dass dieser Markt in einer Notlage stecke. Die Mietpreise seien seit 2009 – als auch Rumäniens Regierung und der Staatschef allmählich zugaben, dass sich das Land in einer Krise befinde, was sie bis zu jenem Zeitpunkt vehement verneint haben – um gut 25 Prozent zurückgegangen, und zwar sowohl für Wohnungen als auch für Handelsräume. Am günstigsten sind die Handelsräume im Erdgeschoss der in kommunistischer Zeit errichteten Wohnblocks, die in der Regel neu hergerichtet werden.

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