Harter Schlag gegen die „Schmiergeldmafia“ bei CFR

Auch wegen Geldwäsche wird ermittelt

Samstag, 27. Oktober 2012

Symbolfoto: sxc.hu

Kronstadt (ADZ) - Staatsanwälte aus Kronstadt/Braşov schlugen am Donnerstag nach mehrmonatiger Ermittlungsarbeit zu und luden über 80 Bahnangestellte der Bahngesellschaft CFR Călători zur Befragung vor. Der Vorwurf lautet auf Schmiergeldannahme von Fahrgästen ohne gültigem Fahrschein und Geldwäsche.

Aus der bisher nicht vollständigen Anklage geht hervor, dass die Schaffner, mit dem Spitznamen „Paten“ (naş), kleinere Geldsummen (şpagă) entgegengenommen haben, um ein Auge zuzudrücken, wenn keine Fahrkarte vorzuweisen war und dass sie diesen Betrag später mit dem Zugführer teilten. Der Gesamtumfang der eingesammelten Schmiergelder ist sehr groß, die Staatsanwaltschaft schätzt ihn – innerhalb eines Jahres – auf etwa 200 Millionen Lei. Während der Ermittlungen wurden Verbindungen zu höheren Führungsebenen nachgewiesen, über die noch nichts näher bekannt gegeben wurde, da die Befragungen nicht abgeschlossen sind. An den Vorermittlungen waren 12 verdeckte Beamte beteiligt, welche „die Straftaten durch besondere Ermittlungstechniken belegt haben“.

Festgenommen wurden bis Freitag Mittag insgesamt 27 Schaffner, Zugführer und einige Abteilungsleiter. Über die Verzweigungen des als „Naşul“ bekannten Netzes erklärte die Kronstädter Staatsanwaltschaft nur, dass diese „sehr hoch hinaufreichen“ und mit „Geldwäsche über Kioske auf dem Nord-Bahnhof in Bukarest verbunden sind“.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 30.10 2012, 15:11
Reinhard!Bei meinen vielen Besuchen in Rumänien habe ich immer wieder festgestellt,das die armen Menschen die ehrlichsten und gastfreundlichsten sind.Die kommen irgendwie mit dem aus,was sie haben,arbeiten evtl. zeitweise als Erntehelfer im Ausland...Je mehr der Mensch hat,desto unzufriedener(und größenwahnsinniger)scheint er zu werden.
Reinhard, 29.10 2012, 17:50
Es ist manchmal sehr schwierig den Moralapostel zu spielen um bewerten zu können, wo Not aufhört und wo organisierter Betrug beginnt, vor allem wenn man in einem Land lebt wo es einigermaßen noch vernünftig zugeht (D-land). Fakt ist, daß das Land Rumänien mit den Menschen zurechtkommen muß, die schlichtweg noch dort leben/leben müssen, da sehr viele aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert sind, oder verkauft worden sind, das ist wohl jedem bekannt. Und mit denen die geblieben sind, versucht man seit 22 Jahren ein EU taugliches Land "herbeizuzaubern", mit einem Gehalt welches jenseits von Gut und Böse ist, weil die Lebensmittelpreise mindestens die gleichen sind wie in D-land, die monatlichen Nebenkosten wohl auch, und wenn man bedenkt, daß Rumänien nicht von einem System namens Solidaritätsausgleich profitieren kann, wie die ehemalige DDR, ist es verständlich, das einige wohlwollend die Gelegenheit ergreifen sich etwas nebenbei zu verdienen. Manch einem ist diese Vorgehensweise angeboren, ein anderer kennt nichts anderes als dieses System, der nächste versucht einigermaßen sich an das Gesetz zu halten, andere die es sich leisten können leben Gesetzeskonform, zu bedenken gilt: nur von Moral allein wird man nicht satt. Bitte nicht mißverstehen, gutheißen kann ich diese Aktionen der CFR-Leute nicht, mindestens aus betriebswirtschaftlichen Gründen müsste der CFR Vorstand ausfallende Einnahmen entgegenwirken, vorausgesetzt daß Sie ein Interesse daran haben, einen Betrieb wirtschaftlich zu führen. Aber wenn sich "bis nach Oben" dieser Zusatzverdienst durchgemogelt hat, sollten sich die zuständigen Behörden damit beschäftigen, um der ganzen Angelegenheit Einhalt zu gebieten. Grüße aus Fürth.
Herbert, 27.10 2012, 21:00
Helmut - Ihre Kommentare sind überflüssig. Ihre linke Parteipropaganda interessiert niemanden hier im Forum und trägt auch nicht zur Lösung der Probleme in Rumänien bei!
Ottmar, 27.10 2012, 16:45
Herr Helmut,
In Deutschland ist ein ueberfuehster Plagiator nicht mehr im Amt wenn er rechtens ueberfuehrt ist. .Herr Helmut wir machen unseren Job in DE. Was in RO mit Dr. plag Ponta nicht der Fall ist. Und zeigen sie mir einen Betrugsfall in DE der nicht total geahndet wird.
IN DE faehrt jeder im Zug mit Ticket. Beim 3.mal erwischt gibt es Gefaengnis!!!!!!!!Wohlgemerkt der Schwarzfahrer. Der Schaffner waere schon laengst im Gefaengnis sowie alle seine Vorgesetzten. So viel zu Korruption und das weis auch die EU drum gibts fuer Rumaenien keinen Platz in Schengen. Zu Ihrer hirnrissigen Aussage 60% der EU Buerger waeren gegen Schengen. In welcher TV Komoedie haben sie denn Diesen Schmarrngehoert oder gesehen
Manfred, 27.10 2012, 16:25
Helmut!Sie müssen nicht täglich beweisen,wie realitätsfremd Sie sind.Natürlich gibt es auch in D Schwarzarbeiter,Steuerhinterziehung und Kriminalität.Nur was bei uns die Ausnahme ist,ist bei Ihnen in RO oft der Normalfall.Wie oft läuft der Taxameter nicht?Wie oft bekommt man im Restaurant eine Rechnung mit ausgewiesener Mwst.?Über die Handwerker müssen wir gar nicht reden...Über die Zustände an den nicht EU-Grenzen auch nicht.Auch die Prostitution floriert(natürlich illegal).Schnaps und Wein kauft man steuerfrei an vielen Straßen(auch Europastraßen)Und dann haben Sie den Mut,dermaßen dummes Zeug zu schreiben
Helmut, 27.10 2012, 15:17
Es zeigt sich halt doch,daß jetzt ein neuer Wind im Justizwesen herrscht und die Staatanwaltschaft rasch und effizient zu arbeiten beginnt.Wenn hier ein gewisser Ottmar sinngemäß meint,typisch für Rumänien,dann übersieht er das auch in seiner Heimat Deutschland immer wieder große Betrugsfälle vorkommen und auch nicht alle Beamten in Deutschland sauber sind.Also etwas mehr Objektivität und Ehrlichkeit !!!!!!
sraffa, 27.10 2012, 12:57
Das mit " hoch hinaufreichen" wird wohl nichts; ich bezweifele ausserdem daß diese Herrschaften sich mit dieser äusserst arbeitsintensiven Art des Betruges beschäftigen denn : Mit Betrug im Bereich "Einkauf", Reparatur und Investitionen lässt sich vom Schreibtisch aus schnell sehr viel mehr Geld raffen ohne daß so viele Mitwisser dabei wären.
Ottmar, 27.10 2012, 12:09
Hallo Manfred,
es waere ja noch akzeptiert wenn er eine Verkaufslizenz fuer den Verkauf von Lebensmitteln erworben haette.
Seine Arbeit alsSchaffner nicht beeinflussend.Aber bei der Vielzahl von Hirnrissigen Papieren fuer so eine Lizenz muss er das wohl Schwarz machen. Aber das waere eine normale Schwarzarbeit. Hier in Rumaenien ist das aber alle von oben Sanktioniert. Denn welcher Deutsche Beamte im gehobenen Dienst ich meine zB. Richter am obersten Landesgericht kann sich keinen Cayenne SUV leisten. Hier in Rumaenien sind die Verdienste der gehobenen Beamten in den richtigen Positionen dazu geeignet sich solche Fahrzeuge zu finanzieren.
Manfred, 27.10 2012, 10:58
Habe es auch schon erlebt,das Schaffner Kaffee und Erfrischungsgetränke verkauft haben,einen Speisewagen habe ich in diesen Zügen aber nicht gesehen...
Herbert, 27.10 2012, 09:38
Bin schon neugierig, ob man auch die, "die sehr hoch hinaufreichen", zur Verantwortung zieht? Oder ob wieder nur die kleinen Würstchen eingesperrt werden?

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