Hausarrest für Rentenärzte

Bukarester Berufungsgericht hebt Urteil des Munizipalgerichts auf

Samstag, 05. April 2014

Bukarest - Die drei Reschitzaer Ärzte der Rentenkasse, denen die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft DNA gegen Schmiergeld getürkte Pensionierungen aufgrund ärztlicher Zertifikate vorwirft, die keine Grundlage haben und bei denen am 13. März Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden (ADZ berichtete), sind unter Hausarrest gestellt worden. Bei Sebastian Telbis, Ioan Dorel Ungur und Ioan Octavian Cenda sind umfangreiche Geldsummen in bar bzw. Nachweise von relativ umfangreichen Geldeinlagen bei ausländischen Banken aufgefunden worden, worauf die DNA gegen sie Untersuchungshaft beantragt hat. Als das Bukarester Munizipalgericht das Ansuchen der DNA abwies, ging die DNA in Berufung vor das Appellationsgericht in Bukarest, das am vergangenen Dienstag Hausarrest gegen die drei inzwischen vom Amt suspendierten Ärzte verordnete.

Die DNA versucht, eine Vernetzung der drei beschuldigten Ärzte auf der Ebene des Verwaltungskreises Karasch-Severin nachzuweisen, da sie über Indizien verfügt, dass Telbis, Ungur und Cenda engstens mit den verantwortlichen Ärzten der territorialen Außenstellen der Rentenkasse zusammengearbeitet haben in der Ausfolgungung von Bescheiden über Früh- und Krankenrenten sowie Invaliditätsrenten diverser Grade.  Bereits bei von der Zentralen Rentenkasse und dem Ministerium für Soziales angeordneten Routineüberprüfungen zur Zeit der Regierung Emil Boc war aufgefallen, dass es im Banater Bergland ganze Ortschaften voller Kranken- und Invaliditätsrentnern gibt, was in Insiderkreisen als Hinweis auf mögliche Netzwerke für getürkte Krankenbescheinigungen gewertet wurde – ohne seinerzeit der Sache allerdings weiter nachzugehen.

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