Hausarrest verlängert

Bürgermeister von Herkulesbad bis am 23. Oktober weiterhin suspendiert

Freitag, 18. September 2015

Herkulesbad – Nicu{or Vasilescu, der mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte Bürgermeister von Herkulesbad/Băile Herculane, und die der Mitschuld dabei beschuldigte Sekretärin des Rathauses, Aurelia Dumitrache, bleiben weiterhin unter Hausarrest und sind vom Dienst suspendiert. Dies entschied der Richter für Rechte und Freiheiten am Kreisgericht Karasch-Severin in Reschitza/Reşiţa, nachdem die Anwälte der beiden einen Antrag auf Einstellung der Restriktionen und Ersetzen des Hausarrests durch Rechtsauflagen gestellt hatten. Ursprünglich war Vasilescu (beim Karrierestart PDL, jetzt PSD), der 2012 wiedergewählt wurde, aufgrund von Hausdurchsuchungen und Durchsuchungen im Rathaus Herkulesbad für 24 Stunden verhaftet worden, um dann, ebenso wie die Sekretärin des Rathauses, für 29 Tage in Haft genommen zu werden, was aufgrund der Beanstandungen ihrer Anwälte auf Hausarrest abgemildert wurde. Die Untersuchungen gegen die beiden laufen durch die Generaldirektion Antikorruption, DGA, und beziehen sich auf Bestechung, Schmiergeldannahme, Übertretung der Dienstbefugnisse und Geldwäsche und stehen im Zusammenhang mit Privatisierungen und Verkäufen von Grundstücken und Immobilien aus dem Stadtbesitz.

Die Untersuchungen der DGA laufen schon seit 2012, wobei die Strafakte 2014 angelegt wurde, gab die DGA bekannt. Sie wurden ausgelöst durch die verdächtig geringen Preise, die für manche der Grundstücke und Immobilien des Rathauses gefordert wurden, wenn Angestellte des Rathauses am Kauf interessiert waren. Letztendlich hielten die DGA-Staatsanwälte gegen Bürgermeister Nicuşor Vasilescu bloß den Vorwurf der Übertretung der Dienstbefugnisse aufrecht und reichten gegen ihn Klage vor Gericht ein. Vasilescu ist seit dem 4. August durch Präfekt Nicolae Miu-Ciobanu vom Dienst suspendiert. Die Maßnahme gilt für die Dauer des Hausarrests. Herkulesbad ist eine der wenigen Ortschaften des Südbanats – neuerdings gehören auch Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou dazu – wo die Grundstücks- und Immobilienpreise seit der Wende unablässig nach oben gegangen sind. In Herkulesbad gibt es dazu noch ein multiples Interesse, sowohl das traditionelle aus den Banater Verwaltungskreisen Temesch und Karasch-Severin, wie auch das seit kommunistischer Zeit wachgewordene aus den östlichen Nachbarkreisen Mehedinţi, Dolj und Gorj, neuerdings aber auch ein Nach-Wende-Interesse seitens Neureicher und Parteibonzen aus Bukarest. Unter solchen Umständen nimmt es nicht Wunder, wenn ein kleiner Bürgermeister unter vielfachen Druck gerät.



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