Haushaltsdefizit nach neun Monaten bei 1,77 BIP-Prozent

IWF-Vertreter Alejandro Hajdenberg erwartet Verfehlung des Defizitziels von drei BIP-Prozent

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Nach den ersten drei Quartalen 2018 lag das Budgetdefizit bei 1,77 BIP-Prozent bzw. 16,8 Milliarden Lei. Nach demselben Zeitraum im Vorjahr waren es 0,79 BIP-Prozent bzw. 6,8 Milliarden Lei.
Symbolfoto: pixabay.com

Bukarest (ADZ) - Das Haushaltsdefizit des rumänischen Staates lag nach den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres bei 1,77 Prozent der Wirtschaftsleistung bzw. bei 16,8 Milliarden Lei (rund 3,6 Milliarden Euro). 2017 lag das Defizit nach demselben Zeitraum bei 0,79 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bzw. bei 6,8 Milliarden Lei. Die für 2018 veranschlagte Wirtschaftsleistung beträgt 945 Milliarden Lei, im Vorjahr waren es 858,7 Milliarden Lei.

Entsprechend am Dienstag vom Finanzministerium vorgestellten Daten lagen die Einnahmen in den ersten neun Monaten des Jahres bei 205 Milliarden Lei (21,7 BIP-Prozent) – nominell 13,6 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2017 –, während die Ausgaben um 18,4 Prozent auf 221,7 Milliarden Lei (23,5 BIP-Prozent) stiegen.
Auf der Einnahmeseite stiegen die Einkommen aus Sozialabgaben (plus 37,3 Prozent gegen-über dem Vorjahr), aus der Mehrwertsteuer (plus 9,0 Prozent) sowie aus weiteren Einnahmequellen („venituri nefiscale“; plus 19,4 Prozent), während durch die Einkommenssteuer 25,3 Prozent weniger eingenommen wurde.

Bei den Ausgaben stiegen die Personalkosten um 25,3 Prozent, für Güter und Dienstleistungen wurde 9,2 Prozent mehr ausgegeben und die Sozialausgaben (in der Statistik werden in diesem Bereich auch die Renten miteingerechnet) stiegen um 12,5 Prozent. Weiter teilte das Finanzministerium mit, dass die Investitionen – hier eingeschlossen Kapitalausgaben sowie zu „aus internen und externen Mitteln finanzierte Entwicklungsprogramme“ dazugehörige Kosten – um 25,7 Prozent zulegten.

Der Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Rumänien und Bulgarien, Alejandro Hajdenberg, erklärte am Dienstagvormittag bei einer von „Business Review“ organisierten Konferenz, dass für dieses und kommendes Jahr das Defizitziel von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung möglicherweise nicht erreicht werde. Zurzeit werde für 2018 ein Budgetdefizit von 3,6 BIP-Prozent erwartet. Eine IWF-Mission werde in der kommenden Woche unter anderem beurteilen, ob Maßnahmen bestehen, welche das Defizit Ende des laufenden Jahres verringern.

 

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