Heftige Kritik an Temeswarer Verkehrsmanagement

Bürgermeister bittet um Nachsicht bis zum Abschluss der Arbeiten

Donnerstag, 28. Juli 2016

In Temeswar soll ab Herbst ein neues Verkehrsmanagementsystem funktionieren. Viele Bürger kritisierten die Tatsache, das in der Stadt zu viele Ampeln angebracht wurden.
Foto: privat

Temeswar - Das viel kritisierte Verkehrsmanagementsystem bereitet dem Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu Kopfschmerzen. Nicht, weil die vielen Ampeln noch nicht richtig funktionieren bzw. der Verkehr nicht fließt, sondern weil sich immer mehr Bürger über das neue System beklagen. Und das, obwohl die Einrichtung zur Verkehrssteuerung noch längst nicht in Betrieb genommen wurde, sondern aktuell lediglich getestet wird. „Ich weiß nicht, wieso man in Temeswar soviel Gefallen daran findet, alles zu kritisieren. Ich habe mehrmals betont, dass sich das System gerade in der Testphase befindet. Aber der Verkehr wird ab dem 1. November ganz bestimmt optimiert werden“, verspricht Robu. „Auch wenn ich Computerwissenschaften studiert habe, erlaube ich mir nicht, Ratschläge in diesem Bereich zu geben. Deswegen überlasse ich die Arbeit den Fachleuten. Ich verstehe nicht, wieso Menschen, die keine Ahnung von so etwas haben, sich dazu negativ äußern können“, betonte der Bürgermeister. Nicolae Robu empfiehlt, abzuwarten, bis das gesamte System in Betrieb genommen wird.

„Wir werden das Abnahmeprotokoll nicht unterzeichnen, solange das Verkehrsmanagementsystem nicht perfekt funktioniert“, sagte Robu auf der wöchentlichen Pressekonferenz im Rathaus. Es gäbe zwei-drei Orte in Temeswar, wo tatsächlich Fehler gemacht bzw. Ampeln montiert wurden, für die es keine Genehmigungen von dem Amt für Kultur und Kulturgut gibt (Anm.d.Red.: in der Nähe von historischen Gebäuden/Denkmälern). „Wir werden diese Fehler korrigieren“, sagte Robu. Da es sich bei dem Verkehrsmanagementsystem um ein EU-Projekt handelt, müssen die Änderungen zunächst von der Entwicklungsagentur ADR Vest bewilligt werden. Die Idee, die Ampeln bei Nacht gelbes Blinklicht zeigen zu lassen, weist Robu von der Hand. „Das Leben eines Menschen ist das Wichtigste, was es gibt. Deswegen wollen wir Unfällen vorbeugen“, sagte er. Seitdem fast alle Ampeln auch nachts funktionieren, wären keinerlei gefährliche Unfälle mehr verzeichnet worden, betonte er. Das Temeswarer Verkehrsmanagementsystem sieht das Anbringen von Ampeln an 134 Straßenkreuzungen und von insgesamt 230 Videoüberwachungskameras, sowie das Einrichten eines Verkehrskontrollzentrums vor. Das Projekt hat einen Gesamtwert von 44 Millionen Lei, wobei 35 Millionen Lei davon  EU-Mittel darstellen.

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