Heimatortsgemeinschaften mit Blick auf Sachsentreffen und Kirchentag 2017 in Siebenbürgen (V)

Publikationen nicht nur der Burzenländer HOGs trafen wieder in unserer Redaktion ein

Samstag, 18. Februar 2017

Auch Publikationen der Heimatortsgemeinschaften aus den Fogarascher, Repser und Kokel-Gebieten trafen in unserer Redaktion ein. Es sind ebenfalls inhaltsreiche Ausgaben der Heimatblätter, die von jeweiliger Heimatortsgemeinschaft herausgegeben werden. Zahlenmäßig erreichten uns aber nur ganz wenige davon. Insgesamt 11 bringen die HOGs aus dem Repser und Fogarascher Land heraus. Davon erhielten wir drei. Die der Mediascher Umgebung veröffentlichen ebenfalls 11 Publikationen. Davon kam nur die von der HOG Rode bei uns an, die Ausgabe, die vor dem Jahresende erschienen ist. Deren Vorstellung in Zusammenfassung ist für unsere Leser sicher aufschlussreich.

„Felmerer Nachrichten 2016“ (15. Ausgabe)

Ansprechende Fotos von der Teilnahme der Felmerer am Heimattag in Dinkelsbühl und der Kurzbericht von Hans-Günther Kessler dazu eröffnen diese Ausgabe der Publikation, die von der Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaft Felmern, Ilse Welther, konzipiert und erstellt wurde. „Für mich persönlich war dabei erfreulich festzustellen, dass die meisten der Felmerer Teilnehmer nicht mehr in Felmern geboren sind und doch die Felmerer Gemeinschaft durch ihr Kommen unterstützen“ betont Hans-Günther Kessler. Das trifft auch für andere Ortschaften zu, besonders aus dem Fogarascher Gebiet. Durch die Industrialisierung dieser Stadt vor 1989 haben viele Bewohner aus den umliegenden Gemeinden Arbeitsplätze in dieser Stadt gefunden, siedelten um und bauten sich Häuser in Fogarasch, sodass der Exodus schon damit begann. Selbst hatte ich eine Reportage von Fogarasch geschrieben, die unter dem Titel „Die Straße der Felmerer“ stand.

Zum ihrem 18. Treffen der HOG Felmern kamen deren Mitglieder am 11. Juni in der Gaststätte „Heide Volm“ in Planegg bei München zusammen. Der Gottesdienst wurde von Pfarrer i.R. Bernddieter Schobel gestaltet, Ilse Welther legte den Bericht über die Tätigkeit des HOG-Vorstands dar. Und so manches war dabei zu berichten. Auch bezog sie sich darin auf den Renascendis-Verein, junge Historiker, die im Felmerer Pfarrhaus untergekommen sind. Diese arbeiten an einer Dissertation, setzen sich aber auch für den Erhalt des Kirchenbaus ein. Felmern gehört zum Fogarascher Gemeindeverbund. Die HOG-Vorsitzende zeichnet auch eine Dokumentation über die 90 Deportierten nach Russland, die sie in einer Fotoschau mit Namen und Daten zur Person, soweit bekannt, vorlegte. Das Treffen fand in einer herzlichen Atmosphäre statt, was auch aus den Fotos von der Begegnung ersichtlich ist. Kurz darauf fand auch in der Heimatgemeinde am 20. August ein Treffen der Felmerer statt, an dem sich aber vorwiegend Gäste aus Fogarasch beteiligt haben. Erinnerungen an die Jubiläumsfeier von 2006, als 850 Jahre seit der urkundlichen Erwähnung von Felmern begangen wurden, beziehen sich kritisch darauf, dass diese ohne die sächsischen Dorfbewohner begangen wurde.

Über die Historiker, die im Pfarrhaus untergekommen sind und bei Pfarrer Dr. Johannes Klein von Fogarasch ein offenes Ohr finden, ist ein Bericht zu lesen, der aus der rumänischen Tageszeitung „Adevărul“ übernommen und übersetzt wurde. Ilse Welther schreibt auch über das Felmerer Viehbrandzeichen, wie auch über das ereignisreiche Kriegsjahr 1916. Die Familieninformationen ergänzen den Inhalt der Publikation.

„Katzendorfer Bote“ (14. Ausgabe, Dezember 2016)

Der ansprechende Umschlag, auf dem die Porträts von Martin Luther (1483 – 1546) und Johannes Honterus (1489 – 1549) dargestellt sind, führt den Leser in das Reformationsjubiläum ein, dessen 500 Jahre heuer begangen werden. Eine ausführliche Dokumentation wird der Reformation in Siebenbürgen und Reformator Johannes Honterus im Inhalt der Ausgabe gewidmet. In Stichdaten werden das Wirken des Reformators und die wichtigsten Etappen der Durchführung der Reformation vorgestellt.

Mit der Auswanderung nach Deutschland beschäftigt sich Malwine Markel, die ihre Diplomarbeit an der Cornelia-Goethe-Akademie in Frankfurt/Main als Fernstudium im Bereich „Literarisches Schreiben“ absolvierte. Die aus Deutsch-Weißkirch stammende Kulturjournalistin hat damit ihr „Schriftstellerdiplom“ erworben.

Eingeleitet wird diese Ausgabe des Boten mit dem Grußwort von Gerda und Grete, die die besten Wünsche an die Katzendorfer Leser und nicht nur an diese richten und den Wunsch zur Mitarbeit aussprechen, mit Fotos zur Gestaltung beizutragen. Die Fotogalerie kommt im „Katzendorfer Boten“ bei den Lesern sehr gut an. Auch diese Ausgabe umfasst auf zehn Seiten eine solche Galerie, in der auf zahlreichen Farbfotos besonders für die Katzendorfer Bekannte, Freunde und Verwandte wieder zu erkennen sind. Die Ortsbewohner von hier und drüben - vor allem die aus Deutschland, da hier nur noch ganz wenige im Heimatort leben - werden zu dem Sachsentreffen nach Hermannstadt eingeladen, das vom 4.- 6. August stattfindet. Aber auch zu der anschließenden Haferland-Kulturwoche, die vom 9. - 14. August eingeplant ist.

In den drei Leserbriefen, gezeichnet von Altbischof D. Dr. Christoph Klein, Kurt Franchy, ehemaliger Vorsitzender des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und Michael Folberth, Regionalgruppenvorsitzender Repser und Fogarascher Land, werden deren Anerkennung für die Gestaltung des Boten, für den vielseitigen Inhalt ausgedrückt. Mit Wehmut in ihrem Bericht spricht Carmen-Francesca Banciu unter dem Titel „Warum läuten die Glocken, Frau Markus?“ von der gegenwärtigen Lage in der Heimatgemeinde.
Vielleicht erinnert man sich in der Publikation auch einmal des Dichters und Schriftstellers Frieder Schuller, ein Sohn der Gemeinde, der seit Jahren den Großteil seiner Zeit dort im Pfarrhaus wohnt, der den Titel als Dorfschreiber ins Leben gerufen hat und jährlich an Schriftsteller aus Deutschland verleiht, die dann da ein Jahr verbringen können.

„Deutschweißkircher Bote“ (Jahrgang 21/2016, Nr. 1 Dezember)

Zwei jeweils vor Weihnachten während der Deportation 1945 bzw. 1947 verfasste Gedichte, die diese Ausgabe des „Deutschweißkircher Bote“ einleiten, erinnern an die Jahre der Deportation, die zahlreiche Opfer aus der Reihe der Zwangsverschleppten forderten.

Eingeladen wird zu dem großen Sachsentreffen 2017 in Siebenbürgen, das vom 4. - 6. August in Hermannstadt eingeplant ist. Ausschnitte aus dem Programm wie auch die von Dietmar Gross ausgesprochene Aufforderung, sich daran zu beteiligen, sind nicht zu übersehen. Auch soll man nicht auf die Trachten vergessen, um am Umzug teilzunehmen. Anschließend findet die Haferland-Kulturwoche (9. - 14. August) statt. Der Freizeit- und Kulturtag der Regionalgruppe Repser/Fo-garascher Land wird am Freitag, den 11. August 2017 in der Kirchenburg und dem Pfarrhaus von Bodendorf stattfinden. In Deutschland lädt die Heimatortsgemeinschaft zum Faschingsball am 18. Februar in die Sportgaststätte TSV Altenfurt in Nürnberg ein. Ebenfalls in Nürnberg sind das Deutschweißkircher Weinfest am 14. März und das Deutschweißkircher Treffen am 7. Oktober eingeplant. Michael Markel bietet einen Bericht über das Faschingsspiel 2016, das die Teilnehmer zum Nachdenken und Lachen brachte. Winteransichten aus der Heimatgemeinde, bildliche Impressionen vom Deutschweißkircher Treffen 2016 und dazu ein ansprechender Bericht von Petra Selbertinger sind aufschlussreich. Über ihren ersten Besuch in Deutschweißkirch berichten Sophie und Sarah Strauß, wobei sie die da angetroffene „friedliche und zufriedene Stimmung“ hervorheben. Es war eine tolle Erfahrung für sie.

In Bild und Text wird auf die im Sommer des Vorjahres stattgefundene Kulturwoche Haferland eingegangen. Weitere Reiseberichte, ein Rückblick auf die im Vorjahr unternommene Konzerttour durch Siebenbürgen von Matthew Baker (Bassbariton) und Johann Markel (Pianist), Lesematerialien, die reich illustrierten Familieninformationen, sowie die Aufforderung von Hilde und Ernst Orend, die die Redaktion der Publikation sichern, mit Beiträgen, Informationen, Bildern aus dem Leben der Weißkircher beizutragen, bieten einen ansprechenden Inhalt auch dieser Ausgabe. Die oft nur in Briefmarkengröße veröffentlichten Farbfotos würden viel ansprechender wirken und mehr Details bieten, wenn sie in einem größeren Format reproduziert würden.

„Roder Nachrichten“ (Ausgabe 2016)

Das zu Weihnachten erschienene Informationsheft der HOG Rode stellt sich als kompetent gestaltete Publikation vor. Heidrun Depner, die die Redaktion sichert und das Layout gemeinsam mit Hermann Depner entwirft, mit Ilse Bell, Annette Folkendt, Karline Folkendt, Adelheid Roth als Mitarbeiter zeugen davon, dass Teamarbeit sich immer positiv auswirkt. Natürlich benötigt es auch die Mitarbeit der Leser und deren Vorschläge, um inhaltsreiche Ausgaben zu gestalten. Daher wünscht auch der HOG-Vorsitzende Hans Karl Bell mit Recht „Viel Spaß beim Durchlesen unserer Roder Nachrichten, die wieder von vielen fleißigen Schreiberinnen und Schreibern zusammengetragen wurden!“

Hauptthema dieser Ausgabe der Publikation ist das am 17. September 2016 stattgefundene Roder Treffen in Iphofen, das sich zum Höhepunkt des Jahres gestaltete. Das unterstreicht Hans Karl Bell auch in seinem Grußwort. Dem Fest sind auch mehrere Berichte in der Ausgabe gewidmet. Ausführlich darüber berichten Adelheid Roth und auch Susan Schmidt. „Tradition heißt nicht, die Asche zu bewahren, sondern die Flamme am Brennen zu halten“ wird darin betont und aufgefordert „Haltet die Roder Kultur am Leben!“ Die zahlreichen Farbillustrationen führen einen in die hervorragende Atmosphäre ein, die dabei herrschte. In diesem Kontext wird auch dazu aufgerufen, sich am Sachsentreffen im August in Siebenbürgen zu beteiligen und dabei auch am Heimattreffen in Rode (9. - 10. August 2017) teilzunehmen. Eingeleitet wird dieses durch einen Gottesdienst in der Roder Kirche, wobei auch die Goldene Konfirmation der Geburtsjahrgänge 1951/52 gefeiert wird. Ein reiches geselliges Programm zieht sicher Gäste und Ortsbewohner dazu an.
Die Berichte aus der Vergangenheit der Gemeinde von Gustav Schneider über Schule und Kulturleben und von Katharina Bell, die sich auf Tradition bezüglich Geburt und Taufe bezieht, eine Analyse über die Vielfalt der Tracht gezeichnet von Katharina Folkendt und Ilse Bell und die Informationen aus der Heimatgemeinde bieten eine sehr ansprechende und vielseitige Ausgabe, die nur zu empfehlen ist.
 

(Schluss)

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