Hellburg Kulturdorf Rumäniens 2016

22 rumänische Gemeinden erhielten heuer diesen Titel

Mittwoch, 02. März 2016

Hellburg/Şiria - Die ehemalige deutsche Arader Gemeinde Hellburg/Şiria wurde kürzlich mit dem ehrenden Titel „Kulturdorf Rumäniens 2016“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde im Bukarester Dorfmuseum im Rahmen des Programms „Die Kulturdörfer Rumäniens“ vergeben, die auf Initiative des Vereins „Die schönsten Dörfer Rumäniens“ unter der Schirmherrschaft der französischen Botschaft in Rumänien und der Delegation Wallonie-Bruxelles in Bukarest 2014 ins Leben gerufen wurde. Hauptziel des Programms ist die Förderung des kulturellen und touristischen Erbes und der lokalen Traditionen des rumänischen Dorfes. Als Bedingung der Teilnahme an diesem Wettbewerb gilt, dass die jeweiligen Gemeinden in einem Jahr mindestens fünf kulturelle Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Volkskunst, Gastronomie und Kulturtourismus organisieren. Heuer, im Rahmen der III. Auflage, stellten sich insgesamt 53 rumänische Gemeinden dem Wettbewerb, für die Endphase qualifizierten sich letztlich 25 Ortschaften. Bei dieser Auflage entschied die Wettbewerbsjury, erstmals den Titel allen Kandidaten zu erteilen, die mindestens 80 von 100 möglichen Punkten erzielten. Somit wurden im Rahmen der Wettbewerbsgala im Bukarester Dorfmuseum im Beisein aller Delegationen, an der Spitze die Bürgermeister der Gemeinden (die Gemeinde Hellburg vertreten von ihrem Bürgermeister Valentin Bot), 22 Gemeinden mit diesem Titel beehrt.

Die Gemeinde Hellburg war 2016 die einzige Gemeinde des Landeskreises Arad, die sich für die Endphase qualifiziert hatte. Weitere vier Gemeinden aus der Westregion erhielten den begehrten Titel „Kulturdorf Rumäniens 2016“: Dudeştii Noi, Kreis Temesch (es ist schon der zweite Titel), Siseşti, Kreis Mehedinţi, Băcia, Kreis Hunedoara und Vadu Crişului, Kreis Bihor. Die Gemeinde Hellburg mit seinen 8103 Einwohnern, eingemeindet sind die Dörfer Galşa und Mâsca, liegt am Fuß des Zărand-Gebirges, 25 Kilometer von der Kreishauptstadt Arad entfernt. Die Ortschaft erhielt 1968 den Status einer Gemeinde. Die deutsche Ansiedlung fand hier in den Jahren 1722-1782 mit Zuwanderern aus Hessen, dem Elsass, Baden und der Pfalz statt. Schon 1720 haben sich hier österreichische Kriegsveteranen niedergelassen. Bekannt ist dieses Winzerdorf, das traditionelle Zentrum des Arader Weinbaus, auch für seine Festung (13. Jahrhundert), die mittels eines EU-Projekts des Arader Kreisrats saniert und zu einer touristischen Attraktion werden soll. Höchst sehenswert ist auch das ehemalige Adelsschloss der Bohus-Familie (1824), das heute die Gedenkstätte Ioan Slavici und Emil Mon]ia beherbergt, wie auch das Geburtshaus des Schriftstellers Ioan Slavici. Weiterhin eine Attraktion ist auch die elektrische Schmalspurbahn (1907), die erste dieser Art in Südosteuropa zwischen Arad-Radna-Pankota eingerichtete elektrische Bahn.


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