Herkulesbad unter den Top 10

6000 Touristen buchen je einen Ganzzeitaufenthalt (oft mit Kur)

Dienstag, 21. Mai 2013

Zwei der frisch renovierten Immobilien im historischen Stadtzentrum von Herkulesbad: das Freiluft-Thermalbad (im Vordergrund) und das Cerna-Hotel

Herkulesbad - Mit 6000 in- und ausländischen Touristen, die je einen Ganzzeitaufenthalt von drei Wochen, oft mit Kurbehandlung, buchen, liegt Herkulesbad/Băile Herculane in einer per Umfrage ermittelten Reihung der rumänischen Kurorte auf Rang acht von zehn. Die Umfrage wurde zum Jahresbeginn 2013 durchgeführt und bezog sich in erster Linie auf die Begehrtheit als Urlaubs-Aufenthaltsort.

Dazu Daniel Laţcu, Präsident der Karasch-Severiner Filiale des Nationalverbands für Ländlich-Ökologischen und Kultur-Tourismus: „Dieser Rang in einem möglichen nationalen Ranking freut uns, denn der Bade- und Luftkurort Herkulesbad hat damit wieder Badekurorte wie Sovata, Neptun oder Luftkurorte wie Buşteni und Predeal hinter sich gelassen. Vielleicht hat auch die Art des Kurorts zu diesem Platz beigetragen, denn um effizient zu sein im Sinne der Linderung von Leiden muss ein Kuraufenthalt in Herkulesbad mindestens zehn Tage dauern. Was natürlich nicht heißen soll, dass die von Herkulesbad momentan überholten Bade- oder Luftkurorte nicht einen höheren Belegungsgrad der Hotels und Pensionen vorweisen – nur geschieht das dort viel kurzfristiger, weil das überwiegend Weekend-Zielorte sind.“

Was Laţcu nicht eigens betont hat: Sein Verband war einer der Hauptpartner bei den Umfragen im Januar 2013. Andererseits kommt das Ergebnis aus einer Zeit, wo durch die geltenden Lohnrestriktionen der Boc-Regierung die Familienhaushalte und das (ab einem gewissen Quantum versteuerte) Geld der Rentner bloß eingeschränkt zur Verfügung stand und wo in erster Linie am „Luxus“ von Urlaubs- und Kuraufenthalten gespart wurde.

Daniel Laţcu: „Aufschlussreich war bei der Umfrage auch die Erhebung, wo die Touristen sich vorwiegend aufhalten. 63 Prozent ziehen nämlich die Pensionen vor und nur 28 Prozent gehen in die Hotels, der Rest zieht Privatzimmer („Zimmer frei“) bei Einheimischen vor, was in der Regel auch Vollverpflegung auf eigene Faust bedeutet. Wir sind der Sache ein wenig weiter nachgegangen und haben hinterfragt, weshalb Pensionen der Vorzug gegeben wird. Einerseits, weil in der Regel der Pensionsbesitzer und seine Familie voll eingespannt sind in der Touristenbetreuung und weil deshalb viel unmittelbarer auf Gästewünsche eingegangen wird – bis hin zur Preisaushandlung, was auch das Gefühl einer qualitativ besseren Unterbringung vermittelt – andererseits sichern Pensionen mehr Intimität, weniger Störung durch lärmende Nachbarn und ausgelassene Jugendliche, drittens wegen des sofortigen Feedbacks in den Pensionen.“

Nicht zuletzt spreche für Herkulesbad die Landschaft und sogar die Tatsache, dass durch die endlich einsetzende Renovierungstätigkeit an der Altbausubstanz aus k.u.k.-Zeiten im historischen Zentrum des Kurorts eine betont ansprechende Atmosphäre gefördert werde, die letztendlich zu einem positiven Kurerfolg entscheidend beitragen kann. Die Prognosen besagen, dass ein Abschluss der Renovierungsarbeiten – man schätzt 2018 bis 19 – Herkulesbad unter den Top 5 der Kurorte Rumäniens zurückkatapultieren könnte.

Laţcu führte auch das – ihm angeblich vom Hörensagen bekannte – Beispiel Wolfsberg/Gărâna an, wo eine Maßnahme des Rückbaus von architektonisch chaotischen Eingriffen der vergangenen zwanzig Jahre in die traditionelle Dorfarchitektur das Feriendorf am Semenik zu einem landesweit vorbildlichen Beispiel machen könnte, dem auch Herkulesbad, durch einen entsprechenden Beschluss des Stadtrats, folgen sollte.

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