„Hermannstadt bewegt sich“

Experten diskutierten auf der Konferenz „Sibiu - Smart City“ über nachhaltige Stadtentwicklung

Samstag, 21. September 2013

Hermannstadt hat mit strategischem Vorgehen eine Entwicklung angestoßen, erklärte Bürgermeister Klaus Johannis (2. v.r., daneben v.l. Mihai Pocanschi, Michael Engel, Thomas Gerlach).
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Eine Gemeinde, die einen Plan hat und weiß was sie will, bekommt auch das nötige Geld, um ihre Entwicklung anzustoßen.“ Diese Meinung vertrat der Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis bei der Eröffnung der Konferenz „Sibiu – Smart City“ am Donnerstag im Gong-Theater. Mitarbeiter von Stadtverwaltungen, Vertreter von Banken und  EU-Institutionen, Architekten und Repräsentanten von Unternehmen nahmen an der zweitägigen, von der Stiftung Heritas organisierten Konferenz teil.

Die Idee für diese Konferenz hatte Michael Engel, Vorsitzender der Stiftung Heritas. In Hermannstadt wolle man die existierenden Denkansätze zu „Smart Cities“ zusammen tragen und eine Diskussion darüber stimulieren, was es heißt, eine „clevere Stadt“ zu sein. Das Thema scheint bei Fachleuten auf einiges Interesse zu stoßen, gut 80 Teilnehmer zählten die Organisatoren, darunter aus Arad, Temeswar/Timişoara, Großwardein/Oradea oder Reschitza/Reşiţa sowie Bürgermeister aus dem Kreis Hermannstadt.

Bürgermeister Klaus Johannis verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung einer strategischen Planung in der Stadtentwicklung. „Es ist interessant zu sehen, dass sich einige Kommunen besser und schneller entwickeln als andere. Das wirft die Frage nach dem Warum auf. Eine offensichtliche Antwort ist die Verfügbarkeit öffentlicher Gelder“, sagte Johannis. Diese Gelder kämen allerdings umso eher, wenn eine Gemeinde genau weiß, was für Ziele sie verfolgt. „Hermannstadt ist glücklicherweise eine jener Städte, die es geschafft haben, Entwicklung anzustoßen. Wir haben Investitionen, wir haben verschiedenste Kulturprogramme und im Allgemeinen wird gesagt, dass Hermannstadt sich bewegt.“

Um die Stadt in Bewegung zu halten, ist die Fortentwicklung der stadtentwicklungspolitischen Visionen notwendig. Seit Frühjahr dieses Jahres arbeitet die Stadtverwaltung an einem neuen Leitbild bzw. einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie für die Jahre 2014 bis 2024. Erste Diskussionen hätten intern stattgefunden, seit jüngstem kooperiere man in dieser Hinsicht auch mit der Heritas. Das Leitbild stellt die Basis für den Stadtentwicklungsplan dar, der wichtige, konkrete Projekte enthalten und als Grundlage für die Ausarbeitung künftiger Förderanträge dienen soll. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die kommende EU-Förderperiode 2014-2020. Johannis hofft auf wichtige Impulse durch die Konferenz, um neue Ideen für die Hermannstädter Entwicklung zu gewinnen.

Das auch andere Städte in der Region Zentrum eine gezielte Entwicklung verfolgen, verdeutlichte Mihai Pocanschi, Leiter der Abteilung für Regionale Politiken der Agentur für Regionalentwicklung in der Region Zentrum (ADR). In der Zentrumsregion gebe es 56 Städte, drei von ihnen mit nationaler Bedeutung. Kronstadt/Braşov habe nach letzten Schätzungen Klausenburg/Cluj in wirtschaftlicher Hinsicht überholt, Neumarkt/Tg. Mureş profiliert sich zunehmend im Gesundheitsbereich und Hermannstadt hat im kulturellen Bereich längst internationale Bekanntheit erreicht. Möglicherweise spreche man bald von einer „Smart Region“, sagte der Vertreter der ADR Zentrum. Auch in der Zukunft könnten die Städte auf Fördermittel aus Brüssel hoffen. Das Thema Stadtentwicklung werde auch in der nächsten Förderperiode 2014-2020 „extrem wichtig“ sein, ließ Pocanschi durchblicken.

Auch der deutsche Generalkonsul Thomas Gerlach unterstrich die Bedeutung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. „Hermannstadt kann in dieser Hinsicht als Vorbild dienen.“ Menschen, die stolz auf ihre Stadt sind, kümmern sich auch stärker um sie – die vielen Initiativen, die in Hermannstadt von Bürgern ausgehen, scheinen diese Meinung zu bestätigen.

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