Hermannstadt und Klausenburg, Partnerstädte des Enescu-Festivals

Weltberühmtheiten der klassischen Musikszene treten September 2019 rumänienweit auf

Samstag, 11. Mai 2019

Entgegen der üblichen Planungsstrategie jüngster Festivalauflagen, das internationale Musikangebot Europas und der Welt fast ausschließlich auf Bukarester Spielstätten zu vereinen, kündigt die künstlerische Leitung des George-Enescu-Festivals 2019, das in der Zeitspanne 31. August bis 22. September unter der traditionellen Schirmherrschaft der Präsidentschaft Rumäniens stattfinden wird und sich der Intendanz der Agentur Artexim und des ehemaligen Berufssängers Mihai Constantinescu erfreut, die Veranstaltung zahlreicher Konzerte in elf verschiedenen Städten der Moldau, Siebenbürgens, Südrumäniens und des Banats an. Berühmte Ensembles und Einzelinterpreten der Weltbühne, deren Reiseroute in den ersten drei Wochen des Monats September durch die Millionenstadt Bukarest führt, leisten den Einladungen lokaler Partner auf rumänischer Landesebene Folge und geben Konzerte in regionalen Musikzentren wie beispiels-weise Jassy/Iași, Klausenburg/Cluj-Napoca, Hermannstadt/Sibiu und Temeswar/Timișoara. Eintrittskarten zu mittleren bis hohen Preisen sind online auf dem Portal www.eventim.ro sowie auf www.festivalenescu.ro erhältlich. Aufgrund hoher Schwarzmarktanteile im Ticketvorverkauf vergange-ner Festivalauflagen raten die Veranstalter dringend zur Kartenreservierung an den angeführten Vorverkaufskassen und Büros akkreditierter Geschäftspartner. Interessenten wird nahegelegt, Eintrittskarten persönlich zu reservieren und den umstrittenen Handel mit Weiterverkaufsangeboten nicht zu unterstützen.


In direkter Anlehnung an die Biografie des Musikschaffenden George Enescu (1881-1955), der seinerzeit maßgeblich zur Prägung des rumänischen Gesamtkulturbildes beigetragen und sich der Welt zeitlebens als Freund französischer Spätromantik vorgestellt hatte, gehören die Namen der Komponisten Claude Debussy (1862-1918), Maurice Ravel (1875-1937), César Franck (1822-1890), Frédéric Chopin (1810-1849) und Ernest Chausson (1855-1899) zum Kern des Repertoires, das dem Publikum des Enescu-Festivals 2019 landesweit in Konzertsälen, Rundfunk und Fernsehen geboten werden wird.


Am Dienstag, dem 3. September, tritt das Klaviertrio „Monte Piano“ (Großbritannien), dem die aus Rumänien stammende Pianistin Irina Botan angehört, mit Werken von George Enescu, Arnold Schönberg und Ernest Chausson in Hermannstadt auf. Zwei Tage später gibt dasselbe Ensemble zudem ein Konzert in Klausenburg. Ebenda ist Pianist Charles Richard-Hamelin am Mittwoch, dem 4. September, als Interpret eines Solo-Abends zu erleben, den er tags darauf auch in Hermannstadt bietet. Elisabeth Leonskaja (Jahrgang 1945), die als Klavier-Wunderkind in Moskau entdeckt wurde, seit Jahrzehnten weltweit als eine von vielen Ausnahmekönnerinnen gefeiert wird und auch außerhalb der Auflagen des Enescu-Festivals regelmäßig in Bukarest auftritt, spielt am Montag, dem 9. September, für das lokale Publikum Hermannstadts die letzten drei der 32 Sonaten für Klavier solo von Ludwig van Beethoven (1770-1827).


Am Dienstag, dem 10. September, interpretiert das Instrumental- und Vokalensemble der Grande Chapelle Madrid in Hermannstadt ein zweieinhalbstündiges Konzert mit geistlichem Musikrepertoire spanischer und italienischer Meister der Renaissance und des Frühbarock, das nach dem Motto „The Feast of the Resurrection in Piazza Navona“ (Das Fest der Auferstehung auf der Piazza Navona in Rom) gestaltet wird. Einen großen musikhistorischen Zeitenwechsel bringt Mittwoch, am 11. September, der ebenfalls in Hermannstadt angekündigte Termin eines Kammerabends mit David Grimal (Violine) und Grigor Asmaryan (Klavier), die Stücke von Debussy, Enescu, Franck und Chausson aufführen. Auch ist das Duo derselben zwei Interpreten am Montag, dem 9. September, in Klausenburg zu erleben.


Der von Geburt an blinde Solointerpret Nobuyuki Tsujii (Japan, Jahrgang 1988) wird seinen feinfühligen Tastenanschlag in Hermannstadt (12. September) und Klausenburg (14. September) mit Chopin-Klavierballaden und Klangbildern von Debussy und Ravel unter Beweis stellen. Den vermeintlichen Höhepunkt der lokalen Veranstaltungsreihe des Enescu-Festivals 2019 in Hermannstadt stellt das Konzert der Kremerata Baltica, des freischaffenden Kammerorchesters unter der Leitung des international erfahrenen Violinisten Gidon Kremer (Jahrgang 1947). Das Ensemble tritt am Samstag, dem 14. September, in der ehemaligen Kulturhauptstadt Europas auf und stellt Werke des polnisch-jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) vor. Das philharmonische Staatsorchester der gastgebenden Hermannstadt und der am Beginn seiner Karriere stehende Dirigent Cristian Lupeș steuern dem Enescu-Festival am Freitag, dem 13. September, im lokalen Thaliasaal einen Aufführungsabend mit Repertoirestücken von Dan Dediu, Francesco Tristano und Jörg Widmann und der Erstaufführung eines Konzerts für Dirigent und Orchester von Constantin Basica bei. Der Besuch dieser Veranstaltung empfiehlt sich nicht zuletzt wegen der Beteiligung des Solisten Michael Barenboim (Violine).


Für die künstlerische Organisation der Konzerte des Enescu-Festivals 2019 in Hermannstadt zeichnet der uneigennützige lokale Verein „Asocia]ia Play“ verantwortlich. Die genauen Uhrzeiten und Spielstätten der angeführten Gastkonzerte stehen noch nicht fest, werden jedoch rechtzeitig im Vorfeld des musikalischen Großereignisses bekannt gegeben.

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