Hermannstädter Forum stellt Kandidaten vor

Astrid Fodor und Paul-Jürgen Porr präsentierten die Programme für Stadt und Kreis

Freitag, 06. Mai 2016

Neben den Bürgermeisterkandidaten Astrid Fodor und Arnold Klingeis sowie dem Spitzenkandidaten um den Posten des Kreisratspräsidenten Dr. Paul-Jürgen Porr waren auch die aussichtsreichsten Bewerber für die Mandate in Stadt- und Kreisrat gekommen. Zusammen mit den Pressevertretern fanden sich rund 70 Interessierte zur Vorstellung der Kandidaten im Spiegelsaal des Forumshauses ein. Vorgestellt wurden sie von Martin Bottesch, dem Vorsitzenden des Siebenbürgenforums.
Foto: Michael Mundt

Hermannstadt – Bis zum 26. April mussten die Parteien und Minderheitenorganisationen ihre Wahllisten beim Zentralen Wahlkomitee einreichen. Am heutigen Freitag beginnt nun die Zeit des offiziellen Wahlkampfes. Bereits am Mittwoch präsentierte das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) der Presse und interessierten Öffentlichkeit im Spiegelsaal des Forumshauses seine Kandidaten. Überraschungen bei der Nominierung gab es wie zu erwarten keine. Für das Amt des Bürgermeisters kandidieren in Hermannstadt/Sibiu Astrid Fodor und in Freck/Avrig Arnold Klingeis.
Die derzeitige Interims-Bürgermeisterin Fodor ist darüber hinaus auch die Spitzenkandidatin für den Hermannstädter Stadtrat. Sollte sie jedoch in das Amt der Bürgermeisterin gewählt werden, dann rückt ein Kandidat der Forumsliste für sie auf ihren Stadtratsposten nach. Derzeit stellt das Forum 15 Stadträte, auf den ersten 16 Listenplätzen kandidieren in dieser Reihenfolge: Astrid Fodor, Corina Bokor, Gerold Herman, Helmut Paul Niedermaier, Maria Gârleanu, Paul Mezei, Ecaterina Birk, Helmut Lerner, Bianke Marion Grecu, Zeno-Karl Pinter, Anita Pavel, Annemarie Ecaterina Fazakas,Monica Nartea, Liana Regina Junesch und Lorant Kiss. Insgesamt umfasst die Liste 29 Personen, zu vergeben sind 23 Stadtratsposten.

Nicht mehr von den Bürgern, sondern aus den Reihen der Kreisräte wird der Präsident des Kreisrates gewählt. Wie jedoch auch die politischen Parteien mit Daniela Cîmpean (PNL) sowie Ioan Cindrea (PSD) hat sich auch das Kreisforum Hermannstadt dazu entschlossen, einen Kandidaten für dieses Amt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit soll den Wählern ein Gesicht präsentiert werden, welches zugleich als Zugpferd fungiert. Dieser Spitzenkandidat ist für das Forum Dr. Paul-Jürgen Porr. Derzeit stellt das Forum neun Abgeordnete für den Kreisrat, auf diesen Listenplätzen kandidieren hinter Dr. Porr: Martin Bottesch, Christina Manta-Klemens, Beatrice Ungar, Ilse Philippi, Friedrich Gunesch, Wiegand-Helmut Fleischer, Eduard Wellmann und Reinhardt Boltres. Der Kreisrat umfasst 32 Abgeordnete, auf der Liste des Forums kandidieren insgesamt 49 Personen.

Der Grund, dass sowohl für den Stadtrat wie auch für den Kreisrat mehr Personen kandidieren, als überhaupt Mandate zu vergeben sind, liegt in der Gesetzgebung. Denn nur Parteien und Minderheitenorganisationen, welche Volllisten einreichen haben auch das Recht Vertreter in die entsprechenden Wahlbehörden zu entsenden. Die vollständigen Kandidatenlisten des Forum sind auf der speziell für die anstehenden Lokalwahlen eingerichteten Internetseite forumulgermansibiu.ro abrufbar.
Abrufbar unter gleicher Adresse ist auch das Wahlprogramm des Forums für Stadt- und Kreisrat. Verfügbar ist dies gleichwohl nur in rumänischer Sprache, denn die politische Arbeit findet in rumänischer Sprache statt und auch die Wähler sind fast ausschließlich rumänischsprachige Bürger, darüber hinaus müssen jedoch auch Vorgaben des Gesetzgebers eingehalten werden, so Raul Rognean, der Geschäftsführer des Hermannstädter Forums. Bei der Ausarbeitung der Programme, so Martin Bottesch, hat man sich in Arbeitsgruppen zusammengefunden und ausgehend von den Programmen der letzten Lokalwahlen die aktuellen neu ausgearbeitet. Im Spiegelsaal wurden diese in Redebeiträgen von den beiden Spitzenkandidaten Astrid Fodor und Paul-Jürgen Porr vorgestellt.

Das Programm für die Stadt basiert dabei auf der langfristigen Entwicklung Hermannstadts, welche im Jahr 2000 begonnen wurde und seitdem mit jeder neuen Wahlperiode mit neuen Projekten fortgesetzt wurde. Das zentrale Anliegen für die kommenden vier Jahre ist, so Fodor, die schnelle Modernisierung der Straßeninfrastruktur im gesamten Stadtbereich. Weiter verbessert werden soll in diesem Zusammenhang auch der Verkehrsfluss sowie die Verbindungen zwischen den Stadtvierteln durch den ÖPNV, aber auch der Fuhrpark des stadteigenen Unternehmens Tursib. Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung der Bildungsinfrastruktur durch den Bau von Kinderkrippen und -tagesstätten sowie Sporthallen, aber auch der Sanierung bestehender Gebäude. Ebenfalls im Wahlprogramm Erwähnung finden die Punkte Straßenbeleuchtung und Energieeffizienz, Stadtreinigung, wirtschaftliche Entwicklung, Kultur und Sport, Tourismus und Kulturerbe, Wohnungsbau sowie Gesundheit.

Die Vorstellung des Programms für den Kreisrat leitete Dr. Paul-Jürgen Porr wie folgt ein: „Wir wollen eine ausgewogene Entwicklung der Region. Hermannstadt hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt, leider kann man nicht das gleiche über Elisabethstadt/Dumbrăveni, Agnetheln/Agnita, Talmesch/Talmaciu oder ganze Gebiete wie das Harbachtal/Valea Hârtibaciului sagen. Vor einigen Jahren siedelte sich Mercedes in Mühlbach/Sebeş an. Doch warum sind sie wohl nicht nach Mediasch gekommen, denn in den Punkten Infrastruktur und vorhandenen Arbeitskräften ist Mediasch zumindest gleichwertig, wenn nicht sogar besser aufgestellt als Mühlbach.“ In der Präambel des Wahlprogramms heißt es dementsprechend, dass dieses im Einklang mit dem regionalen Entwicklungsprogramm POR 2014-2020 steht, welches zum Ziel hat, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Lebensbedingungen der lokalen und regionalen Gemeinden zu verbessern sowie die nachhaltige Entwicklung der Regionen zu fördern und ein effektives Ressourcenmanagement sicherzustellen. Insgesamt umfasst das Programm vierzehn Themengebiete, wobei die wirtschaftliche Entwicklung, die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, die Verkehrs- und Transportinfrastruktur sowie die Land- und Forstwirtschaft respektive der Umweltschutz die wichtigsten Programmpunkte darstellen.


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