Hidromecanica-Betrieb abgetragen

Nach 132 Jahren ehemalige „Brüder Schiel Maschinenfabrik“ ein Schutthaufen

Freitag, 31. August 2012

Die Schutthaufen der niedergerissenen Hidromecanica-Verwaltungsgebäude werden nun abgeräumt. Foto: Ralf Sudrigian

Kronstadt - Nach einem misslungenen Privatisierungsprozess und eingeleitetem Insolvenzverfahren wurde nun auch das Verwaltungsgebäude des im Bankenzentrum der Stadt befindlichen Hidromecanica-Betriebs in nur wenigen Tagen abgetragen. Die riesigen Schutthaufen werden auch bald verschwinden, denn hier entsteht ein Einkaufszentrum der Cora-Handelskette auf 70 Prozent des ehemaligen Betriebsgeländes, das vier Hektar umfasste. Die restlichen 30 Prozent des Baugeländes werden ein Hotel mit 14 Stockwerken, Büroräume und Wohnblocks mit drei oder höchstens vier Stockwerken umfassen. Hinzu kommt eine Tiefgarage mit 1264 Parkplätzen, 1800 Quadratameter sind für eine Grünanlage vorgesehen.

Gegenwärtig wurde auch eine neue Systematisierung des Verkehrs wegen der zukünftigen Baustelle hier vorgenommen. Das gesamte Projekt soll 2014 abgeschlossen werden. Das Betriebsgelände aus dem Stadtzentrum wurde vor zwei Jahren an Cora Romania für 54 Millionen Lei  von der Kronstädter Finanzdirektion verkauft.


Ein Teil Kronstädter Geschichte wurde somit auch abgetragen. Die ehemalige Firma Brüder Schiel Maschinenfabrik AG wurde im Jahre 1880 von den Brüdern Johann, Carl und Samuel Schiel in Kronstadt gegründet. Die ursprünglich in der Waisenhausgasse, dann in der Schwarzgasse befindlichen Werkstätten, mussten erweitert werden  und siedelten 1910 – 1912 an den jetzigen Platz in der Brunnengasse/Bulevardul 15 Noiembrie. Die Maschinenfabrik wurde 1919 zur Aktiengesellschaft. Im Betrieb wurden Wasserturbinen, Transmissionen, Müllerei- und Textilmaschinen hergestellt.


Nach der Nationalisierung wurden in dem nun „Strungul“ genannten Betrieb Drehbänke erzeugt. Nachdem der Betrieb auf hydraulische Anlagen umgestellt wurde und 1961 den Namen „Hidromecanica“ erhielt, wurde er weiter ausgebaut und erhielt noch eine Abteilung im Tractorul-Stadtviertel als „Hidromecanica 2“. 2001 wurde Eigentümer der internationale Schachmeister Alexandru Crişan. Nach zwei Jahren wurde die Transaktion rückgängig gemacht. Die neuen  Aktionäre, darunter auch SIF Transilvania, errichteten in den letzten Jahren außerhalb der Stadt eine neue Niederlassung, doch die Produktion sank und musste praktisch eingestellt werden. 

Vom ehemaligen Hidromecanica-Betrieb bleibt voraussichtlich nur noch der Markenname übrig, da die ehemaligen Anlagen von dem Insolvenzhaus Transilvania zum Preis von 14,5 Millionen Euro versteigert werden.   

Kommentare zu diesem Artikel

Guido, 01.09 2012, 17:36
Es wird ja nicht so bleiben, und da wird bestimmt eine Verschönerung für Brasov entstehen, es macht ja keinen Sinn, dort eine nichtfunktionierende Ruine zu lassen!!
elisabeth, 31.08 2012, 21:28
Mehr als nur ein Wahrzeichen kronstadts ist im wahrsten Sinn des Wortes verschütt gegangen. Die Ansicht ist desolat.

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