Historiker beginnen mit Forschungsprojekt Saxonica

Alltag in Siebenbürgen für die Nachwelt erhalten

Samstag, 14. Mai 2016

Dr. Corneliu Pintilescu und Dr. Florian Flörsheimer im Gespräch mit dem Kollegen Dr. Peter Wurschi über das Projekt „Saxonica“ (v.l.n.r.).
Foto: EAS/ms

Hermannstadt – Junge Historiker aus Deutschland und Rumänien haben mit der Arbeit am Forschungsprojekt Saxonica begonnen. Ihr Ziel ist es, die Geschichte des Alltags der Rumäniendeutschen in Siebenbürgen für die Nachwelt festzuhalten. Der Historiker und Politologe Florian Flörsheimer erläutert: „Der Reiz ist, dass wir nicht auf die großen Ereignisse schauen. Wir schauen nicht auf den Zweiten Weltkrieg oder auf die Revolution oder auf andere Zäsuren. Uns geht es um das Denken und Fühlen der Menschen. Uns beschäftigt die Frage: Wie sah der Alltag aus?“ Um diese Frage zu beantworten, ist das Team auf der Suche nach Zeitzeugen, aber auch nach Tagebüchern, Briefen, Fotografien und Gegenständen, die etwas über den Alltag in Siebenbürgen erzählen. Corneliu Pintilescu, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Abteilung an der Lucian-Blaga-Universität, koordiniert das Projekt. Unterstützt durch Masteranden und Doktoranden der Hermannstädter Universität, wird er sich in den kommenden Wochen auf die Suche nach Menschen und ihren ganz persönlichen Geschichten begeben. „Wir wollen ein virtuelles Archiv aufbauen“, erklärt Pintilescu, „ein Archiv, das online abgerufen werden kann. Die Quellen sollen aufbereitet und über das Internet verfügbar gemacht werden, damit die Geschichte lebendig und die Arbeit für Kollegen erleichtert wird.“ Wenn er von einer Erleichterung für Kollegen spricht, meint er insbesondere Historiker im Ausland, die sich mit Siebenbürgen auseinandersetzen.

 Deshalb unterstützt das Institut für Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (IKGS) das Projekt besonders. Denn für „so ein Projekt ist es höchste Zeit“, schwärmt Florian Kührer-Wielach, Direktor des IKGS. Auf einem Eröffnungsworkshop, am 21. und 22. April dieses Jahres, in der Evangelischen Akademie Siebenbürgen, wurden die Methodik und der Projektverlauf abgestimmt. Seit vergangenen Montag läuft die Suche nach Zeitzeugen. Florian Flörsheimer ist zuversichtlich: „Insgesamt sind wir auf der Suche nach 60 Personen. Da haben wir uns eine Menge vorgenommen. Aber das ist es uns wert!“ Das Team des Forschungsprojekts ist auf Ihre Unterstützung angewiesen! Wenn Sie im Kreis Hermannstadt/Sibiu leben und sich vorstellen können, Ihre Erfahrungen zu teilen und Alltagsgegenstände der Geschichtsforschung zu Verfügung zu stellen, freut sich Dr. Florian Flörsheimer, als Ansprechpartner für Menschen in Hermannstadt, auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail. Telefon: 0733.787.556 E-Mail: Florian.Floersheimer@gmx.net.

Kommentare zu diesem Artikel

marta, 14.05 2016, 14:21
meine eltern sind siebenbürger sachsen und 94 und 86 jahre alt. fitt und interessiert- und erzählen wunderschöne geschichten von den überlieferungen der urgrosseltern, bräuchen und traditionen.wenn interesse sie zu sprechen dann bitte kontaktieren. sie kommen beide aus waldhütten. website
- www.marta-helmut.de
menue alte seiten .

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