Hohe Investitionen im ländlichen Raum

Insgesamt mehr EU-Unterstützungen als Investitionen in die Industrie

Samstag, 20. Juli 2013

Reschitza - 1102 Finanzgesuche liegen der Zahlstelle für Ländliche Entwicklung und Fischereiwesen des Kreisbüros für Zahlungen im Landwirtschaftsbereich OJPDRP vor. 567 Gesuche sind bisher durch das Ausleseverfahren gebilligt und 175,5 Millionen Euro Finanzierungen genehmigt worden. Größtes Interesse weckte die EU-Maßnahme 112 – „Niederlassung von Junglandwirten“. Für diesen Bereich sind bisher 572 Finanzierungsgesuche vorgelegt worden. Mit 373 Junglandwirten sind bereits Finanzierungsverträge abgeschlossen worden. Der Gesamtwert der bisher genehmigten Finanzierungen liegt bei 10,5 Millionen Euro, wovon bereits 4,9 Millionen Euro ausgezahlt worden sind. Für die Maßnahme 121 – „Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe“ – wurden beim OJPDRP 88 Finanzierungsgesuche eingereicht, von denen zur Stunde 26 die Finanzierungsverträge abgeschlossen haben. 25 Millionen Euro nichtrückzahlpflichtige Finanzierungen und zusätzlich 5,5 Millionen Euro Vorschüsse wurden bislang für diese Projekte ausbezahlt. 

Im Bereich der EU-Maßnahme 123 „Erhöhung der Wertschöpfung bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen“ wurden 49 Finanzierungsanträge gestellt, für welche bisher 16 Finanzierungsverträge abgeschlossen sind. Es geht bislang um nicht rückzahlungspflichtige 21 Millionen Euro. Ausgehändigt wurden den Antragstellern bis zur Stunde rund 3,5 Millionen Euro, wobei diese Summe sowohl Förderungen seitens des rumänischen Staates – eine Förderungsbeteiligung seitens des Staates ist bei diesen Projekten Pflicht –, als auch die Gelder des neuen Finanzierungsschemas N578 umfasst, die kumuliert werden. Die Maßnahme 312 „Unterstützung zur Gründung und Entwicklung von Kleinunternehmen“ vereinigte 87 Finanzierungsansuche, wird im selben Kommuniqué von OJPDRP mitgeteilt. Davon sind bisher 27 ausgewählt und mit den Antragstellern Finanzierungsverträge abgeschlossen worden. Es geht dabei um nicht rückzahlpflichtige 4,4 Millionen Euro. Davon sind bis heute 1,5 Millionen Euro den Antragstellern zugutegekommen.

Maßnahme 313 – „Ermutigung touristischer Aktivitäten“ – hat 132 Förderanträge auf sich vereinigt, von denen für 78 die Finanzierungsverträge abgeschlossen wurden. Bisher geht es um Finanzierungen von 19,1 Millionen Euro. Drei Millionen Euro davon sind bereits überwiesen worden. Maßnahme 322 – „Renovierung und Entwicklung der Dörfer“ – hat das Interesse vieler Kommunalverwaltungen aus dem ländlichen Raum geweckt. Das äußert sich in den 94 Finanzierungsanträgen, die bei OJPDRP gestellt wurden. Über 34 Finanzierungen sind bereits die Verträge mit den Rathäusern abgeschlossen. Dadurch bekommen diese 84,3 Millionen Euro, die sie der EU nicht erstatten müssen. 48,5 Millionen Euro sind schon überwiesen worden. Nicht zuletzt haben 1571 landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaften aus dem Banater Bergland Anträge wegen EU-Unterstützungen gestellt („EU-Maßnahme 141“). Der in diesem Anträgen angegebene Finanzierungsbedarf liegt bei 11,8 Millionen Euro. Hier werden die ersten Verträge für die Unterzeichnung vorbereitet.

Zwei Fakten unterstreicht OJPDRP in seiner Bekanntmachung: Einer-seits hat die Bevölkerung des Banater Berglands ihre Scheu vor EU-Finanzierungsanträgen überwunden – wenn man die Gesamtzahl der Anträge des laufenden Jahres betrachtet – und nutzt zunehmend auch die Dienstleistungen von Vermittlungsbüros, die für Privatpersonen, Rechtspersonen und Kommunen Finanzierungsanträge bis zur Einreichungsreife ausarbeiten (und eventuell auch die Verträge prüfen, bevor sie deren Unterzeichnung empfehlen). Andererseits sitzt die Zurückhaltung gegenüber dem Bürokratiewust, den die EU-Finanzierungsanträge voraussetzen, immer noch sehr tief und es gibt immer noch zahlreiche Bürgermeister, die, wegen übergroßer Bürokratie, mit EU-Finanzierungen (oder deren Handhabung durch die rumänischen Zahlstellen?) um ihrer lieben Ruhe halber nichts damit zu tun haben wollen.
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