Hoher Temeswarer Richter verurteilt

Doktorarbeit hinter Gittern

Freitag, 21. Juni 2013

Temeswar - Der Temeswarer Richter Cătălin Şerban, ehemaliger Vizevorsitzender des Temeswarer Schiedsgerichts, wurde vom Obersten Kassations- und Justizhof zu fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Nachdem der hohe Richter, der wegen Annahme von Bestechungsgeldern angeklagt war, vom Schiedsgericht Karlsburg/Alba Iulia schon im Dezember des Vorjahres zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden war, entschied nun die Oberste Gerichtsinstanz für eine Verminderung der Strafe. Die Gattin des Richters Ramona Şerban, öffentlicher Notar in der Begastadt, war vom gleichen Schiedsgericht wegen Komplizenschaft  zu drei Jahre Haftstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Bekanntlich wurde Şerban im Mai 2012 von den Staatsanwälten der Antikorruptionsbehörde DNA in flagranti ertappt, als er von dem Mitangeklagten Iacob Chisărău das Schmiergeld kassieren wollte. Der Richter hatte eine Geldsumme von 60.000 Euro beantragt und mit dem Versprechen entgegengenommen, seinen Einfluss auf seine Richterkollegen zugunsten eines Angeklagten geltend zu machen. Im März hatte der Mittelsmann Chisărău der Gattin des Richters persönlich die Summe von 50.000 Euro übergeben.
Der mitangeklagte Iacob Chisărău, ehemaliges Mitglied des Kreisrats Karasch-Severin und Generaldirektor der Firma Moldomin aus Neumoldowa, Kreis Karasch-Severin, hatte gleich nach seiner Festnahme seine Schuld eingestanden. Er wurde zu vier Jahren Haftstrafe wegen Komplizenschaft in diesem Bestechungsfall und anderen Gesetzesübertretungen verurteilt.
Hinter Gittern, so wurde bekannt gegeben, arbeitet der ehemalige Richter derzeit an seiner Doktorarbeit. Als Doktorvater fungiert der in Temeswar bekannte Rechtsanwalt und Hochschullehrer Radu Motica, der Titel der Doktorarbeit lautet „Die Effekte der Eröffnung des Insolvenzverfahrens“. Zur Einschreibung für die Doktorarbeit wurde Şerban mit dem Wagen der Haftanstalt zum Sitz der Temeswarer Rechtsfakultät gefahren, wo er sich zwecks Analyse und Bewertung seiner wissenschaftlichen Forschungstätigkeit einer Fachkommission zu stellen hatte. 

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*