Honterus als Markenname

Kronstädter Jugendforum organisierte Gala der Honterus-Absolventen

Donnerstag, 09. Januar 2014

Thomas Şindilariu bei seinem Vortrag in der Jugendforum-Runde.
Foto: Ralf Sudrigian

Am Sonntag, dem 29. Dezember, lud das Deutsche Jugendforum Kronstadt (DJK) zu gleich zwei Veranstaltungen ein, die ehemalige Honterus-Lyzeumsabsolventen oder -schüler bestritten. Im Forumsfestsaal waren drei Vorträge angesagt; für den Abend sollten sich ehemalige Schüler des Lyzeums in der Kronstädter Oper zur ersten Auflage eines Gala-Abends treffen, an dem das DJK Ehrendiplome vergab und das Ensemble „Canzonetta“ sowie die Bands „Holtzkopf“ und „The Others“ auftraten. „Durch eine Förderung des Zukunftsministeriums der Bayerischen Staatsregierung, hat das Haus des Deutschen Ostens das Projekt ‘Gala der Absolventen des Johannes Honterus Lyzeums Kronstadt’ ermöglicht”, hieß es in der DJK-Mitteilung.

Bei dem den Vorträgen vorbehaltenen ersten Teil der Veranstaltung stellte der DJK-Vorsitzende Paul Binder den leider in kleiner Zahl Anwesenden drei ehemalige Honterus-Schüler vor: Thomas Şindilariu, Vorsitzender des Kronstädter Stadtforums und Leiter des Honterus-Archivs; Flavius Ardelean, als Schriftsteller unter dem Namen AR Deleanu bekannt, gegenwärtig im Verlagsmanagement tätig; Dan Dimitriu, Unternehmungsberater im IT-Bereich, der zurzeit in Köln lebt.

Jeder sollte einen Einblick in seinen Tätigkeitsbereich gewähren und somit zeigen, zu was es die einstigen Honterianer bringen konnten. Ardelean sprach über Kreativität im Schreiben, über den Entstehungsprozess seiner literarischen Arbeiten. Dan Dimitriu stellte das Einführen von Innovationen in einem Unternehmen vor. „Jazz up Your Life“ hieß sein Vortrag in Anlehnung an das Improvisieren nach vorgegebenen Themen in diesem Musikbereich.

Eröffnet wurde die Vortragreihe von Thomas Şindilariu, der sich ein interessantes und aktuelles Thema vorgenommen hatte: Die Bezeichnung „Honterus“, die inzwischen zu einem Markennamen, einem „Brand“ im Fachjargon, zu werden scheint, weil außer der vom Kronstädter Reformator gegründeten Schulanstalt, auch eine Druckerei, der Schwarze-Kirche-Hof, ein Hilfsverein, das Schulfest, ein Antiquariat in Budapest diesen Namen führen, wobei diese Aufzählung noch weiter fortgesetzt werden könnte. Dass die Kronstädter evangelische Kirchengemeinde A. B. (noch oder doch?, fragte sich Şindilariu) diesen Namen trägt, sei einer der Anlässe, über die Aussagekraft dieser historischen Figur in der heutigen Zeit zu reflektieren. Das Honteruslyzeum behält weiter seine Attraktivität, das vor allem dem deutschsprachigen Unterricht zu verdanken ist. Es gelte nun, neben dem Namen auch die Qualität zu garantieren – eine Herausforderung, der sich diese Schule und ihre Förderer stellen müssen unter den gar nicht günstigen Bedingungen, die das gegenwärtige rumänische staatliche Unterrichtssystem vorgibt.

Ideal wäre es, laut Şindilarius Vision, dass die Rückbesinnung auf Honterus, die Identifizierung mit dem Bildungsweg, den die  größte Kronstädter Persönlichkeit angeregt und vorgezeigt hat, von möglichst vielen Lehrern und Schülern des Honteruslyzeums beherzigt wird. Dann könnte es dazu kommen, dass durch Schule und Bildung möglichst viele, unabhängig von ihrer ethnischen Zuordnung, das Erbe von Honterus und im weiteren Sinn der Siebenbürger Sachsen bewahren und weiterführen, „wie Siebenbürger Sachsen denken und handeln“.

Ihren kleinen Beitrag dazu wollen auch die verdienstvollsten der ehemaligen Honterianer durch ein „Networking“ (Vernetzung) bringen, denn viele von ihnen leben und wirken außerhalb Kronstadts und Rumäniens, haben aber nicht vergessen, dass die Grundlagen ihrer Laufbahn in großem Maße auch der Honterusschule zu verdanken sind.

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