Hotelbuchung: Kommentarfunktion zwischen Fluch und Segen

Gelegenheitsreisende verlassen sich häufig auf Kundenbewertungen

Mittwoch, 20. Juli 2016

In alle Arten von Unterkunftseinrichtungen des Banater Berglands zogen zuletzt mehr Touristen ein. Allein in den Motels waren es im April 2016 weniger als ein Jahr zuvor. Im Bild: Pensionen in Wolfsberg.

Urlaubs- oder Geschäftsreisen, die Buchung eines Hotels oder sonstiger Unterkunftsmöglichkeiten erfolgen immer häufiger übers Internet. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich Kunden bei der Auswahl von Hotels und Pensionen unweigerlich nicht nur von den Bilden und Werbeangeboten, sondern auch von den Kommentaren und Bewertungen der Kunden lenken. Doch diese Möglichkeit nutzen Besitzer von touristischen Einrichtungen mit Sicherheit auch zum Protzen und mit plumpen Hinweisen Kunden zu locken, genauso wie manch Böswilliger mit Negativformulierungen haushält.


Das Vertrauen hält sich rundum in Grenzen, wenn es darum geht, touristische Unterkünfte an Bewertungen oder Kommentaren im Netz festzumachen. Trotzdem tendieren viele Bürger Rumäniens dazu, sich zumindest an den Kommentaren zu orientieren. Nicht viel anders ist es bei Bürgern aus Rumänien und Deutschland, die an einer Facebook-Umfrage der Banater Zeitung teilgenommen haben. Von „ich lege gar keinen Wert auf solche Kommentare“, bis hin zur Aussage dass „Referenzen außer dem Preis das wichtigste Auswahlkriterium sind“, gab es die ganz große Palette an Meinungen zu diesem Thema. Die meisten wollen sich zwar nicht ausschließlich auf die Bewertungen und Kommentare verlassen, aber „wenn es bei 50 Personen eine Durchschnittsbewertung zwischen 5-6 ergibt, dann hat die Einrichtung ein Problem“, hieß es anderweitig. Grundsätzlich sehen die Umfrageteilnehmer den Subjektivismus in solchen Bewertungen und Kommentaren - nach dem Prinzip, „was du als Tourist dir wünscht“.... Besonders bei überschwenglichen Lobhudeleien sei Vorsicht geboten und auf die Art des Formulierens käme es auf jeden Fall an, heißt es. „Es gibt wahrscheinlich die Extremsituationen, die mit Vorsicht zu genießen sind: Auf der einen Seite die Hotels und Pensionen, die unbegründet hochgelobt werden, andererseits die Kritiker, die alles schlecht reden wollen“, sagt Pavel Kasai, dessen Familie seit vielen Jahren die Pension Zefir in Temeswar betreibt. „Ich denke, langfristig setzt sich Qualität durch, egal, wie die Kommentare und Bewertungen ausfallen. Eventuell bei neuen Hotelgästen können diese Kriterien von Bedeutung sein“. Die erfahrene Tourismuskauffrau Ramona Lambing, Inhaberin der Firma Passage, sagt, sie habe noch nie solche Bewertungen oder Kommentare in ihre Entscheidungen miteinbezogen. „Das sind unqualifizierte Meinungen, meist gesteuert und polemisiert“. 

Im April 2016 bezogen 725.000 Personen in Rumänien ein Zimmer in einer Tourismuseinrichtung. Die Bettauslastung lag dabei bei 24,3 Prozent – fast zwei Prozentpunkte mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Das Höchstniveau der Auslastungen in der Zeitspanne April 2015 – April 2016 geht mit 42,3 Prozent auf den August zurück. Gesagt sei, dass abhängig vom jeweiligen Standort und der Größe der Einrichtung eine kontinuierliche  Mindestauslastung von etwa 40 Prozent das ganze Jahr über notwendig sei, um überhaupt rentabel zu sein, heißt es oft in der Branche

Auf die Westregion, mit den Verwaltungskreisen Arad, Hunedoara, Karasch-Severin und Temesch, bezogen, lag die Auslastung in den Kreisen Temesch und Karasch-Severin über den Landesdurchschnitt. In der Westregion gab es zwischen April 2015 – April 2016 einen leichten Gesamtanstieg der Touristenanzahl, doch nur in den Hotels, Schutzhütten und im ländlichen Tourismus kamen im April d.J. mehr Gäste an, als ein Jahr zuvor.

 

 


 

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