„Hüter der Kirche“

Kilian Müller erhielt Ernst-Habermann-Preis

Dienstag, 08. August 2017

Lobredner Gerold Hermann, Hansotto Drotleff, der den Preis stellvertretend für Kilian Müller in Empfang nahm und Helmuth Hensel von der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung.
Foto: Michael Mundt

Hermannstadt – Mit dem Ernst-Habermann-Preis des Jahres 2016 hat die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung den Fotografen Kilian Müller ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am Samstag, den 5. August, in der Johanniskirche in Hermannstadt/Sibiu statt. Kilian Müller wurde 1986 in Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg) geboren und studierte Philosophie und Fotografie und erlangte seinen Abschluss an der privaten Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung in Berlin-Weißensee. Müller arbeitet für renommierte Medien wie BBC, Zeit-Online oder Süddeutsche Zeitung und ist spezialisiert auf Reportagen und Porträts.

Mit Unterstützung des Canon-Profifoto-Förderpreises berichtete Kilian Müller über die letzten in Siebenbürgen verbliebenen Sachsen – ihr Leben auf den Höfen, ihre Traditionen und ihren Alltag. Die Ausstellung „Hüter der Kirche – Ein fotografisches Essay“ wurde 2014 in Berlin sowie 2015 in Teutsch-Haus in Hermannstadt und beim Heimattag in Dinkelsbühl sowie im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim präsentiert. In seiner Lobrede stellte Gerold Hermann, ehemaliger Direktor der Brukenthalschule, die „facettenreiche Botschaft“ der Fotografien heraus, die „die Situation von kleinen ehemals sächsischen Gemeinden und der vieler Orts verwaisten evangelischen Kirchen“ verdeutlichten. Dabei drängte sich die Frage auf: Wer kümmert sich um diese Kirchen? Die „mündliche und bildliche Antwort, so Hermann: „Oft sind es alte Menschen, die die Schlüssel bewahren, Unkraut jäten, Ziegel nachstecken und den Besuchern von ihrem Leben erzählen.“

Doch, und auch das betonte der Lobredner, Kilian Müller möchte seine Fotografien nicht als Abgesang verstanden wissen. Bei der Ausstellungseröffnung im Hermannstädter Teutsch-Haus sagte der Künstler: „Ich habe großen Respekt vor diesen Menschen, die trotz ihres Alters und ihrer isolierten Situation die Aufgabe stemmen, das kulturelle Erbe ihrer Herkunft zu verwalten. Meine fotografische Arbeit verstehe ich deshalb als Hommage an die Menschen, die in ihrer Haltung und ihrer Lebensform die sächsische Kultur verkörpern und bewahren.“
Mit seiner Arbeit hat auch Kilian Müller einen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes geleistet, so Hermann. In Vertretung für Müller, der nicht anwesend war, nahm Hansotto Drotleff den Preis entgegen. Der Ernst-Habermann-Preis wird von der Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung seit 1989 alle zwei Jahre an Wissenschaftler und Künstler, die das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, für überdurchschnittliche Arbeiten vergeben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wurde zuletzt 2014 an Dr. Steffen Schlandt und Iris Wolff vergeben.

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