Hundert Jahre Bischofsbrücke am Tag der Marine

Neuliche Versprechungen: Sanierung der Begaufer in Temeswar soll bald starten

Mittwoch, 21. August 2013

Schiff des D´Arc-Cafés war auch in diesem Jahr Gastgeber der Feierlichkeiten. Foto: Zoltán Pázmány

Zum vierten Mal wurde in Temeswar/Timişoara der Tag der rumänischen Marine gefeiert, auch wenn der Temeswarer Hafen nur einige kleine Schifflein und Paddelboote umfasst. Gastgeber war auch in diesem Jahr das in unmittelbarer Nähe des Bischofsbrücke verankerte Schiff des D´Arc-Cafés. Die Blaskapelle der Temeswarer Garnison eröffnete die Feierlichkeiten am Morgen. Ein symbolischer Blumenanker zum Gedenken an die gefallenen Matrosen wurde erneut im Wasser des Bega-Kanals versenkt, eine Ausstellung von Schiffsmodellen stand für Interessenten zur Verfügung und Informationen bezüglich der Temeswarer Brücken über die Bega wurden präsentiert. Auf dem Programm der Feierlichkeiten standen auch Projektionen von Aufnahmen vom einst schiffbaren Bega-Kanal. Diese sind Teil des Archivs des rumänischen Fernsehens.

Zum Anlass des Marinetages kündigten die Stadtbehörden erneut an, dass der Bega-Kanal in maximal zwei Jahren für öffentliche Verkehrsmittel schiffbar sein wird. Auch wenn das Programm der Feierlichkeiten ziemlich voll war, kamen in diesem Jahr nicht so viele Schaulustige zum Ufer des Bega-Kanals, um den Tag der Marine zu feiern. Highlight der Feierlichkeiten war 2013 die so genannte Tinereţii-Brücke: Hundert Jahre seit dem Bau der Bischofsbrücke wurden pünktlich zum Anlass des Tages der rumänischer Marine in Temeswar gefeiert.

Die Feierlichkeiten zum Tag der Marine hatten insbesondere das hundertste Jubiläum der Bischofsbrücke zum Ziel. Das kleine Publikum konnte bei der Enthüllung des Infotafels an der Tinere]ii-Brücke anwesend sein und dabei mehrere Informationen bezüglich der früher genannten Bischofsbrücke bekommen. Als ein gescheitertes Projekt wurde die Bischofsbrücke in Temeswar bezeichnet. Laut Projekt sollte die Brücke damals eine kleine Kopie der Karlsbrücke in Prag werden. Doch wegen zahlreichen Ereignissen in der Geschichte konnte der Plan nicht mehr durchgeführt werden.

Die Brücke wurde zwischen 1912-1913 gebaut. Die Arbeiten begannen an der Stelle einer alten Holzbrücke, die seit 1718 in Betrieb und später, 1898, verfestigt wurde. Die neue Brücke sollte besonders prachtvoll gestaltet werden – dafür diente die Prager Karlsbrücke als Modell. Die Brückenköpfe sollten mit den Standbildern von vier wichtigen Csanáder Bischöfen versehen werden, allen voran der Heilige Gerhard, Gründer der römisch-katholischen Banater Diözese. Jedoch konnte der Plan wegen des Beginns des Ersten Weltkrieges nicht zu Ende geführt werden. Die Brücke wurde zwar fertiggestellt, aber die Postamente blieben leer. Nach dem Krieg wurde der Name der Brücke in „Mitropolit Andrei Şaguna“ abgeändert. Die Kommunisten änderten den Namen der Brücke ein weiteres Mal – so wird auch heute die Brücke „Podul Tinereţii“ genannt – obwohl die Haltestelle des Nahverkehrs, die an einem Brückenende ist, als „Podul Episcopilor“ kleingedruckt vermerkt ist.

Zum Anlass der kurzen Feierlichkeit am Begaufer kündigten die Behörden erneut den Start eines älteren Projektes, die Sanierung der Bega-Ufer, an. Diese soll in einigen Wochen beginnen, die4s aber, wenn die Ausschreibung für die Durchführung der Arbeiten nicht erneut angefochten wird - das teilte der Temeswarer Vizebürgermeister Dan Diaconu mit. Nach dem Start der Arbeiten soll die Sanierung insgesamt 18 Monate dauern, das heißt, dass 2014, „pünktlich zum Tag der Rumänischer Marine“ die Bega-Ufer in Bearbeitung sein werden. Das Projekt der Modernisierung der Ufer sieht unter anderen die Einrichtung von Fahrradwegen, von Grünanlagen und von Haltestellen von Verkehrsmitteln vor. Hiermit soll nach der Sanierung auch ein weiteres Projekt  in Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Verkehrsbetrieb Temeswar (RATT) in die Wege geleitet werden. Die Temeswarer werden als öffentliche Verkehrsmöglichkeit auch mit Schifflein auf der Bega fahren können. Auch Touristenschiffe sollen einmal eingeführt werden.

Der Bega-Kanal wurde zwischen 1728-1760 gebaut und war damals der erste schiffbare Kanal auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens. Mehrere Jubiläen wurden bezüglich des Bega-Kanals und des Schiffahrens auf der Bega in den vergangenen Jahren in Temeswar gefeiert: 2010 wurden 150 Jahre seit der ersten dokumentarischen Erwähnung des Temeswarer Hafens begangen, 225 Jahren wurden 2011 seit der Regelung des Schiffahrens und des Handels auf der Bega gefeiert und 2012 wurde zum Anlass des Tages der rumänischen Marine die erste Fahrt zwischen Temeswar und dem heute serbischen Pancevo/Pantschowa an der Bega erwähnt, 280 Jahre seither wurden damals gefeiert.

Kommentare zu diesem Artikel

Hans Angel, 26.08 2013, 17:23
"Neuliche Versprechungen" . . . eingangs des
Artikels. . . . Meinten Sie da "neuerliche?".
Hans Angel
Texter für Internet-Portale

zurzeit in Ungarn lebend. . .

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