Hundertbücheln ist keine Sackgasse

Junge Landschaftsplaner und -architekten geben neue Impulse

Mittwoch, 11. Juli 2018

Blick auf die Kirchenburg in Hundertbücheln Foto: Michael Mundt

Hundertbücheln/Movile ist eines der vielen Sackgassendörfer im Harbachtal, in welches der Besucher bewusst fährt und dessen Kirchenburg schon von Weitem zu sehen ist. Man biegt in Neithausen/Netuș ab in Richtung Neustadt, überquert den Harbach und fährt schließlich für zwei Kilometer auf die Kirchenburg von Hundertbücheln zu. Diese Sichtachse sollte nicht durch Bäume oder Gebäude zerstört werden, stellt Jonas Arndt fest.

Jonas Arndt ist Landschaftsplaner aus Berlin und hat mit befreundeten Landschaftsarchitekten und -planern vor zwei Jahren den Verein „Churchfortress e.V. - Friends of Hundertbücheln/Movile“ gegründet. Auf Einladung der Stiftung Kirchenburgen stellte Arndt am 3. Juli im Rahmen des vierten Kirchenburgengespräches den Verein und seine Arbeit vor.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Gruppe der Kirchenburg angenommen, den stark einsturzgefährdeten Speckturm restauriert, sich aber auch der Entwicklung und Gestaltung des Dorfes gewidmet. Mithilfe von Spenden wurden die ersten drei Wasserbüffel seit mehreren Jahrzehnten nach Hundertbücheln gebracht und dem Imker Stelică übergeben, der im Gegenzug Honig an die Gruppe abgibt. „Eines unserer Vereinsziele ist es, einen neuen Weg der Landschaftsentwicklung in Siebenbürgen aufzuzeigen und dabei den Einwohnern Hundertbüchelns die Chance zu geben, gute Einkommensmöglichkeiten durch Produkte mit hoher Qualität bei gleichzeitiger Bewahrung der traditionellen Landwirtschaft zu generieren.“

Die Landschaftsplaner und -architekten haben aber auch im Rahmen des „Ambassador Fund for Cultural Preservation“ der amerikanischen Botschaft, der von der Stiftung Kirchenburgen für den Zeitraum 2016-2018 vermittelt wurde, eine Landschaftsanalyse von Hundertbücheln und Denndorf/Daia auf der Makro-, Meso- und Mikroebene erstellt und Ansätze zu Nutzungsmöglichkeiten der verschiedenen Freiräume entwickelt. „Aus unserer Sicht sind nicht nur die Burgen entscheidend, sondern auch das, was sich drumherum verändert – die Pflanzen, die Landschaft, der Eindruck“, erklärt Jonas Arndt. „Betrachtet man nur die Burgen, vergisst man einen großen Teil ihrer Wirkung“, wie die Anfahrt nach Hundertbücheln zeigt.

In seinem Vortrag erklärte Arndt ausführlich das Gutachten, die verschiedenen Ebenen und gab sogleich auch Handlungsempfehlungen ab. In der anschließenden Debatte wurden Probleme der Eigentumsverhältnisse ebenso behandelt wie soziale und kulturelle Herausforderungen oder Fragen der Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung und der Heimatortsgemeinschaft.

Kommentare zu diesem Artikel

dan, 22.07 2018, 16:50
Die Info über Hundertbücheln ist nun seit letztem Jahr immer wieder publiziert worden.
Gibt es keine neue Aktivitäten dort, dass das Immergleiche wiederholt wird?
Warum wird kein Ansprechpartner genannt?
Das Konzept wurde von Studenten erstellt...
nichts sehr professionelles.
Zum Glück gibt es nun dort 3 Büffel... wer weiss, wie lange die überleben?

Was geschieht in den anderen Orten?
Darüber wird zu wenig publiziert.
Die einmalige Landschaft, die die Sachsen in 900 Jahren mit harter Arbeit geschaffen haben, wird immer noch sehr ungenügend bekannt gemacht
Kirche, Forum und der Staat.... sie alle betreiben weiterhin Politik hinter verschlossenen Türen.
Kein Wunder, dass so die Dörfer immer mehr verfallen.
Dieses immergleiche Blabla hilft nicht weiter.

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