Hunedoara: Landwirte verdienen extrem wenig

Kreis Temesch mit immer weniger Erwerbslosen

Mittwoch, 09. September 2015

Vorwiegend in der Industrie und im Bauwesen der Westregion Rumäniens – mit den Verwaltungskreisen Arad, Hunedoara, Karasch-Severin und Temesch – werden die höchsten Löhne gezahlt. Am besten verdienen die Mitarbeiter dieser Branchen im Kreis Temesch, wo die Arbeitnehmer dieser beiden unter einer Rubrik geführten Wirtschaftszweige durchschnittliche 2285 Lei Netto für ihre Arbeit erhalten. Mit einem Netto-Betrag von 1055 Lei verdienen in der Region die Landwirte im Kreis Hunedoara am schlechtesten. Auf die drei vom Statistikamt in Temeswar berücksichtigten Branchen – Land- und Forstwirtschaft, Industrie & Bausektor sowie Dienstleistungsbereich - bezogen, erhalten die Temescher das höchste Netto-Einkommen (1966 Lei), am wenigsten in der Lohntüte haben die Arbeitnehmer des Banater Berglands mit ihren 1331 Lei. Am besten bezahlen Industrie und Bauwirtschaft ihre Mitarbeiter in den Kreisen Arad, Hunedoara und Temesch. Im Kreis Karasch-Severin sind die Mitarbeiter des Sektors Landwirtschaft und Forstwesen am besten für ihre Arbeit honoriert.

Die Zahl der Erwerbslosen hat in der Zeitspanne Juni 2014 – Juni 2015 in der Westregion zugenommen. Dies geht auf die drastisch gestiegene Arbeitslosigkeit im Kreis Hunedoara zurück. In den Kreisen Arad und Temesch gibt es im Jahresvergleich jeweils einen geringeren Prozentsatz an Erwerbslosen, im Kreis Karasch-Severin ist er gleichbleibend. Im Juni 2015 lag die Arbeitslosenrate im Kreis Temesch bei 1,4 Prozent, in Arad bei 2,5 Prozent, im Banater Bergland befindet sie sich auf dem gleichen Niveau des Vorjahres (3,8 Prozent) und im Kreis Hunedoara legte sie von 5,0 auf 5,5 Prozent zu. Landesweit hat die Zahl der Erwerbslosen zuletzt leicht zugenommen. Demnach sind 446.700 Bürger Rumäniens offiziell als arbeitslos in den Statistiken geführt. Das sind 4,9 Prozent und verglichen mit den Daten der Westregion stehen drei der vier Kreise gut da. Im Kreis Temesch werden die 1,4 Prozent von Unternehmern und Firmenmanagern sogar als „besorgniserregend“ eingestuft. Brutto verdienen die Bürger Rumäniens durchschnittliche 2516 Lei. Auf Sparten aufgeteilt, kann nur die Landwirtschaft mit den regionalen Daten verglichen werden, denn nur diese wird als solche sowohl landesweit als auch in der Region geführt. In der Landesstatistik tauchen jedoch Industrie und Bauwirtschaft getrennt auf und der Dienstleistungsbereich ist auf viele Teilbereiche gegliedert, sodass ein Vergleich auch hier unrealistisch und verzerrend wäre. In den nationalen Daten wird der Bereich Landwirtschaft mit einem Bruttoeinkommen von 1923 Lei geführt, die Industrie mit 2596 Lei und der Bausektor mit 1841 Lei. Am besten bezahlt waren die Finanzdienstleister, die einen Brutto-Lohn von 5813 Lei auf dem Gehaltszettel stehen hatten. Im Hotelwesen und in der Gastronomie ist es mit einem Durchschnitt von 1414 Lei Brutto fast schon offensichtlich, dass die Mitarbeiter auf Trinkgelder angewiesen sind. Dass jedoch die Inhaber von Bars und Restaurants oftmals behaupten, man könne in der Branche auch schlecht bezahlen, da das Personal ohnehin Trinkgeld bekommt, ist nicht nachvollziehbar und eine Alibi-Aussage um Niedriglöhne zu argumentieren.

Nicht von der Hand zu weisen sind jedoch die generell mäßigen Zahlen aus der Tourismusbranche, auch wenn diese seit Jahren von Etappe zu Etappe leicht zunehmen. So ist die Zahl der Neuankömmlinge und auch jene der Übernachtungen im Juni 2015 im Vergleich zum Juni 2014 erneut gestiegen. Die Bettauslastung betrug im Kreis Arad 24,8 Prozent, in Hunedoara 32,9 Prozent, im Kreis Temesch 35,8 Prozent und lag mit 38,3 Prozent im Kreis Karasch-Severin am höchsten.

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