„Ich habe gerne hier gearbeitet und tue es immer noch“

ADZ-Gespräch mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der ProCredit Bank S.A. in Rumänien, Heribert Kailbach

Mittwoch, 11. Juni 2014

In dem auffallenden Gebäude in der Buzeşti-Straße in Bukarest, unweit des Verkehrsknotenpunktes auf der Piaţa Victoriei befindet sich Heribert Kailbachs Arbeitsplatz. Der gebürtige Stuttgarter begann seine berufliche Laufbahn im Bankensektor und ist diesem weitestgehend treu geblieben. Als gelernter Diplom-Bankbetriebswirt (ADG) sammelte er in verschiedenen Geldinstituten wie Volksbank Sindelfingen, Postbank und Bausparkasse Schwäbisch Hall durch den Einsatz in mehreren Bereichen beachtliche Erfahrung und kam vor sieben Jahren erstmalig geschäftlich nach Rumänien. Seit gut drei Jahren ist er nun für die ProCredit Bank S.A. in Rumänien tätig, eine Bank die 600 Mitarbeiter zählt und zur ProCredit Holding in Frankfurt a.M. gehört, welche 21 Banken weltweit steuert. Über seine Tätigkeiten in Rumänien berichtete Heribert Kailbach der ADZ-Redakteurin Dagmar Schneider.

Wie sind Sie nach Rumänien gekommen und seit wann arbeiten Sie in Bukarest?

Ich bin Ende 2006 das erste Mal nach Rumänien gekommen, damals für die ersten Gespräche mit der Raiffeisen-Bausparkasse, bei der ich dann als Vizepräsident in 2007/2008 tätig war. In diesem Joint Venture der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Raiffeisenbausparkasse Wien und der Raiffeisenbank Rumänien habe ich die deutsche Seite vertreten. Seit Oktober 2010 bin ich wieder in Rumänien als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der ProCredit Bank.

Waren Sie vorher schon geschäftlich in Rumänien tätig?

Nein, nur indirekt. In meiner Zeit als Leiter der Vertriebskoordination Ausland in der Bausparkasse Schwäbisch Hall war ich zu Projekteinsätzen und Beratung der Kollegen vor Ort in Bukarest. Deshalb hatte ich die Chance, das Land bereits etwas kennenzulernen und mit rumänischen Kollegen zu arbeiten.

Welche Position bekleiden Sie bei der ProCredit Bank und welches sind Ihre Aufgaben?

Ich bin in der Funktion als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in der ProCredit Bank in Rumänien und vertrete zusammen mit der Vorstandsvorsitzenden Dr. Ilinca Rosetti die Bank. Meine Hauptaufgaben liegen im Markt, mit Schwerpunkt auf der Entwicklung der Privatkundenstrategie. Ich vertrete unsere Bank in lokalen und nationalen Veranstaltungen, bin auch in der Akquise von Firmenkunden tätig und repräsentiere die Bank bei der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer (AHK) und den deutsch-rumänischen Wirtschaftsklubs in verschiedenen Städten. Des Weiteren unterstütze ich mir zugeordnete Abteilungen und Filialen in ihren Tagesgeschäften.

Erläutern Sie uns die wichtigsten Tätigkeitsfelder der Bank.

Seit zwölf Jahren ist das Kerngeschäft der ProCredit Bank die Vergabe von Krediten an kleine oder mittlere Unternehmen, an KMUs. Unsere Mission ist es, den Unternehmen Zugang zu Finanzierungen zu verschaffen. Wir stehen für Transparenz in der Kommunikation mit unseren Kunden, einer verantwortungsvollen Art und Weise, Geschäfte zu tätigen, und wir sind mehr als nur ein Anbieter von Finanzdienstleistungen. Wir sind ein Partner, der ein vollständiges Portfolio an Serviceleistungen mit deutschem Qualitätsanspruch bietet und schnellen Antworten auf die Fragen unserer Kunden.

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Kreditvergabe liegt in der Agrarfinanzierung, da der Agrarbereich eine Priorität der Bank ist.

Im Privatkundengeschäft bieten wir einfache und leicht verständliche Anlageprodukte und Bankdienstleistungen an und investieren viel in die Finanzberatung, um eine Sparkultur und ein Verständnis in Finanzfragen zu fördern. Dies soll dazu beitragen, dass die privaten Haushalte stabiler und sicherer in Finanzangelegenheiten werden. Wir stimulieren die Sparkultur und wir vermeiden das Konsumentenkreditgeschäft. Die ProCredit Bank unterstützt ihre Kunden mit Beratungsleistungen, die sowohl der jeweiligen Kundensituation als auch einer gesunden finanziellen Basis Rechnung tragen.

Unseren Firmen- und Privatkunden bieten wir einen umfangreichen Service an Bankdienstleistungen. Unser Internetbanking (Pro@ banking) ist eines der Modernsten in Rumänien. Mit unserem SMART Konto bieten wir ein Girokonto mit Sparcharakter an, das die Vorteile täglicher Verfügbarkeit mit hohen Guthabenzinsen kombiniert, und das zu einem sehr günstigen Preis. Für unsere Firmenkunden bieten wir Investitionskredite, Betriebsmittelkredite und Kredite für gemischte Verwendungszwecke an.

Des Weiteren haben wir Vereinbarungen mit dem European Investment Fund unterzeichnet, wodurch wir unseren Kunden vergünstigte Konditionen hinsichtlich Zinssatz und Garantien anbieten können.

Gibt es auch private Beziehungen zum Land?

Mittlerweile bin ich über fünf Jahre in Rumänien und habe einen schönen Freundeskreis in Bukarest aufgebaut, der sich aus Geschäftspartnern, ehemaligen Kollegen und auch Expats unterschiedlicher Nationalitäten zusammensetzt.

Welche Sehenswürdigkeiten haben Sie in Rumänien beeindruckt und wo würden Sie noch gerne hin?

Positiv überrascht hat mich die gute Ausschilderung für Bergwanderungen in dem Bucegi-Gebirge. Auch Schloss Peleş in Sinaia ist nicht nur einen Besuch wert. Ein unvergessliches Erlebnis war der Besuch des Donaudeltas, das ich vor zwei Jahren mit meiner Frau und deutschen Freunden besucht habe.

In Bukarest ist natürlich der Volkspalast von Ceauşescu zu nennen, das zweitgrößte Gebäude der Welt nach dem Pentagon. Aber auch die Vielzahl der wunderbaren Parkanlagen. Der Herăstrău-See ist perfekt für meine Joggingrunden. Beeindruckend finde ich auch das Athenäum, ein fantastisches Konzerthaus mit toller Akustik.

Ein absolutes Muss ist der Besuch der historischen Altstadt. Was dort in den Krisenjahren 2009/2010 an Bars, Lounges, Restaurants etc. (ca. 190 Lokale) aufgebaut wurde, sucht seinesgleichen in Europa.

Neben Bukarest hat mich das Flair von Jassy, Hermannstadt und Kronstadt begeistert. In Jassy gibt es dazu einen Botanischen Garten mit über 80 Hektar Fläche.

Ich würde mir gerne noch Schäßburg ansehen und auch von den Klöstern in der Moldau habe ich bisher zu wenig gesehen. Auch fehlen mir noch Besichtigungen von Weingütern.

Was wären Ihre Empfehlungen und Tipps für Neuankömmlinge in Bukarest?

Es lohnt sich, zu Fuß die Gegend zwischen Piaţa Victoriei und Piaţa Unirii anzuschauen, da sie dort eine Vielzahl an Museen finden, die sich in monumentalen Gebäuden befinden wie z. B. den Königspalast von König Karl I. Bei Restaurantbesuchen sollten auf jeden Fall rumänische Weine ausprobiert werden. Von denen gibt es nicht nur viele, auch die Qualität ist ausgezeichnet.

Welche Bilanz Ihres Aufenthalts in Rumänien können Sie ziehen?

Bukarest ist mittlerweile eine zweite Heimat für mich geworden. Diese Zwei-Millionen-Metropole, die niemals zu schlafen scheint, fasziniert mich. In meiner Freizeit genieße ich das kulturelle Angebot und das mediterrane Flair der Parks. Ich habe gerne hier gearbeitet und tue es immer noch.Wir als ProCredit Bank unterstützen die rumänische Wirtschaft, indem wir ein starker und zuverlässiger Partner für unsere Kunden sind. Dazu beigetragen zu haben, ist ein gutes Gefühl.

Herzlichen Dank für diese Ausführungen.

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