„Ich war Bürger von Stalinstadt“

Dienstag, 28. Juni 2016

Kronstadt – Unter obigem Titel wurde ein Projekt eingeleitet, für welches das Kreismuseum für Geschichte eine Finanzierung seitens der EU erhalten hat. Das Projekt hat als Ziel die Zusammenfassung aller Ortschaften, welche nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen des Georgiers Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, allgemein bekannt unter seinem „Kampfnamen“ Stalin tragen mussten. In Rumänien hatte Kronstadt/Braşov das Pech, diesen Namen zu bekommen und zwar von 1950 bis 1960. Auch ein Bronzedenkmal wurde neben der Hauptpost aufgestellt, welches erst 1962 entfernt wurde, und auf der infolge eines Waldbrandes kahlen Zinne wurde mit jungen Tannen der Name des Diktators gepflanzt. Im Spätherbst, beim ersten Schnee, kann man auch heute noch die beiden letzten Buchstaben „IN“ sehen. Das Projekt wird Zeugen des Personenkultes sammeln und zur Zeit wird daran gearbeitet, alle in Frage kommenden Ortschaften über das Projekt in Kenntnis zu setzten. Erfasst werden auch Witze, welche in den Jahren unter der Hand und mit äußerster Vorsicht erzählt wurden, da sie ein Minimum von drei Jahren Straflager bringen konnten. So z.B. die Frage weshalb nicht Hermannstadt/Sibiu in Stalin-stadt umgetauft wurde? Einfach: wie hätte es denn geklungen, wenn die bekannte Marke Stalin-Salami gehießen hätte! Auf Rumänisch klingt es sogar noch besser: „Salam de Stalin”. Ursprünglich veröffentlichte das Institut zur Erforschung der Verbrechen des Kommunismus in Rumänien (IICCR) das Faksimile, später wurde es von fast allen Internetseiten, welche sich mit neuer oder zeitgenössischer Geschichte befassen, übernommen: die Ankündigung der Namensänderung, so wie sie im August 1950 in den Tageszeitungen abgedruckt wurde.

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