„Ideal für Familien und Anfänger“

Sechs Pisten und wöchentliche Events locken zum Skifahren auf der Hohen Rinne

Sonntag, 24. Februar 2013

Unter Flutlicht kann bis spät in die Nacht gefahren werden.

Zahlreiche Pensionen säumen den Weg zur Hohen Rinne.

Insgesamt fünf Pisten hat die Arena Platoş.

Geduld braucht man am Lift zum Onceşti-Gipfel. Fotos: Holger Wermke

Skifahrer aus Hermannstadt/Sibiu haben es nicht weit bis zur nächsten Skipiste. Auf der knapp 30 Kilometer entfernten Hohen Rinne/Păltiniş gibt es mit der 2010 eröffneten Arena Platoş und der Piste am Onceşti-Gipfel zwei Möglichkeiten, Wintersport zu betreiben.

Skifahrer, die am Wochenende erst am späten Vormittag auf dem Platoş-Plateau gut 3 Kilometer vor dem Zentrum der Hohen Rinne ankommen, haben es schwer, noch einen Parkplatz zu finden. Samstags und sonntags sei die Anlage eigentlich immer voll, meint Martin Freinademetz, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Der gebürtige Österreicher und Wahl-Hermannstädter gehört zu den Betreibern der Skianlage Arena Platoş, die mit ihrem Angebot vor allem Familien aus Hermannstadt und Umgebung anzieht.

Auf fünf Pisten, von denen die längste 800 Meter misst, können sich Wintersportfreunde hier austoben. Vier Lifte sorgen für einen schnellen Transport der Skifahrer und Snowboarder auf den Hügel, von dem aus sich die Pisten ins Tal winden. Länger als fünf Minuten muss niemand warten. „Die Anlage ist ideal für Familien und Anfänger“, meint Freinademetz, der in jüngeren Jahren als Profisnowboarder mehrere Meistertitel errang. Tatsächlich ist das Publikum - an guten Tagen kommen bis zu 2000 Gäste - bunt gemischt. Vom dreijährigen Ski-Nachwuchs bis zum Rentner sind alle Altersklassen vertreten.

Lange Piste am Onceşti

Jedes Jahr hätten sie in die Anlage investiert, sagt Freinademetz. Nach der großen Anfangsinvestition fielen die jüngeren Erweiterungen allerdings weniger spektakulär aus. Beispielsweise wurde der Aprés-Ski-Bereich vergrößert, der Parkplatz befestigt und eine eigene Piste nur für Schlittenfahrten angelegt. Derzeit kümmere man sich um die Verbesserung der Serviceangebote, beispielsweise ist die Ausleihstation für Skier und Snowboards heuer doppelt so groß wie im Vorjahr.

Wem die Pisten in der Arena zu kurz sind, der kann alternativ bis ins Zentrum der Hohen Rinne fahren, wo sich die Talstation des Sesselliftes zum Onceşti-Gipfel befindet. Auch hier stauen sich an den Wochenendtagen die Autos der Wintersportler. Vor der Liftstation bilden sich dann regelmäßig lange Schlangen von Menschen, die auf den 1681 Meter hohen Onceşti wollen, um anschließend die knapp 1200 Meter lange Abfahrt zu nutzen.

„Die Hohe Rinne hat ein sehr großes touristisches Potenzial“, glaubt Freinademetz, „doch dieses muss erst Schritt für Schritt entwickelt werden“. Bislang beschränkt sich die gute Auslastung auf die Wochenenden, unter der Woche fände kaum ein Besucher den Weg hinauf. Im Vergleich zur Vorsaison sind die Zahlen leicht gestiegen. Die meisten Besucher verzeichnen die Betreiber der Skianlagen traditionell in der Feiertagszeit um Weihnachten und Silvester, danach flaut die Nachfrage regelmäßig ab.

Wenig Besucher in der Woche

Mit dem selben Problem kämpfen auch die Betreiber der zahlreichen Ferienhäuser, Pensionen und Hotels auf der Hohen Rinne. Einen Schub an Pensionseröffnungen hat es seit der Inbetriebnahme der Skianlage auf dem Platoş-Plateau gegeben, in deren Zuge viele Ferienhäuser zu Pensionen umgebaut wurden. Einige Rohbauten, die schon seit mehreren Jahren auf ihre Fertigstellung warten, weisen allerdings auch darauf hin, dass mancher Investor zu optimistisch war.

Laut Information des Hermannstädter Kreisrates gibt es im Umfeld der Hohen Rinne derzeit rund 450 Betten. Eine eigene Recherche auf Buchungsportalen im Internet kommt dagegen auf knapp 900 Betten, die mit Gästen gefüllt werden wollen.

Spricht man mit Betreibern, dann hört man viele Klagen über zu geringe Besucherzahlen. Seine Auslastungsquote liege bei 30 Prozent, meint etwa Ilie D²nil², der insgesamt vier Gästehäuser betreibt. Seine Häuser hält er nur am Wochenende offen, unter der Woche lohne es nicht. Hauptsächlich einheimische Touristen nutzen die Unterkünfte auf der Hohen Rinne, das Gleiche gilt für die Skianlagen. Laut Dănilă sind die meisten Gäste „sudişti“, dass heißt aus den Kreisen südlich des Karpatenbogens. Diese kämen im Sommer über die touristisch interessanten Hochstraßen Transalpina und Transfăgăraşan und machten in den hiesigen Pensionen einen Zwischenstopp.

Das Einzugsgebiet seiner Skianlage sieht Freinademetz im Umkreis von rund 100 Kilometern. Befragungen unter den Gästen hätten ergeben, dass die Leute teilweise eine Anreise von Hunedoara, Vâlcea und auch aus Fogarasch/Făgărasch auf sich nehmen.

Ein wenig verwundert es, dass es kaum Ausschilderungen oder Angebote für Winterwanderungen gibt. Dabei sind die Voraussetzungen dafür in der Berglandschaft im Zibinsgebirge/Munţii Cindrel ideal. Die im Sommer gangbaren und ausgezeichneten Wege bieten auch in dieser Jahreszeit die Möglichkeit für Spaziergänge oder längere Touren durch die winterlichen Wälder. Allerdings ist dies nur für ortskundige Naturfreunde empfehlenswert, denn wer in diesen Tagen in die Berge geht, darf keine präparierten Wege erwarten. Außerdem sind Wanderungen durch die derzeit gut einen halben Meter dicke Schneedecke anstrengend, weswegen gute Kenntnisse der eigenen Physis unerlässlich sind. 

Im Winter ist die Hohe Rinne an den Wochenenden fest in der Hand der Wintersportler. Dann findet in der Arena fast jedes Wochenende eine Veranstaltung statt, seien es Wettbewerbe oder Partys für jugendliche Besucher. Wer in Ruhe Skifahren möchte, sollte unter der Woche kommen, dann hat er die Hohe Rinne fast für sich. Daneben lohnt sich ein Ausflug ebenso, um die verschneite Berglandschaft zu entdecken


-----------------------------------------------------------

Gute Auswahl an Unterkünften

Die Qualität und die Preise in den Unterkünften auf der Hohen Rinne sind sehr unterschiedlich. Insgesamt gibt es rund 30 Pensionen und Hotels, nimmt man die Unterkünfte im Valea Stezii bei Răşinari hinzu, kommt man auf etwa 40 Häuser. Die Preise in den Pensionen liegen zwischen 100 und 150 Lei pro Zimmer und Nacht. Mit Bad auf dem Flur oder in Gruppenzimmern, beispielsweise im Hostel Nora an der Seilbahnstation zum Onceşti, kann man auch günstiger für 30 bis 80 Lei übernachten. Teurer sind die Hotels auf der Hohen Rinne selbst, wie die Casa Turiştilor oder das Hotel Cindrel, wo man für eine Nacht im Doppelzimmer bis zu 265 Lei zahlen muss. Leider ist das Angebot an öffentlichen Restaurants dürftig. Außer in den Hotelkomplexen auf der Hohen Rinne selbst sowie auf dem Platoş-Plateau gibt es nur eine Handvoll Angebote.

Abwechslung auf fünf Pisten

Die „Arena Platoş“ bietet derzeit fünf Pisten. Besucher fahren mit dem Auto von Hermannstadt/Sibiu über Răşinari in Richtung Hohe Rinne/Păltiniş. Etwa vier Kilometer vor der Hohen Rinne liegt der Komplex auf der Poiana Poplăcii. Die Arena ist in der Saison jeden Tag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Mittwochs und samstags bietet sie zwischen 19 und 22 Uhr Skifahren unter Flutlicht an. Erwachsene zahlen von Montag bis Freitag für eine Tageskarte 55 Lei, am Wochenende sind es 70 Lei bzw. 130 Lei für beide Tage. Kinder zwischen 7 und 12 Jahren zahlen 35 Lei unter der Woche und 50 Lei am Wochenende  (90 Lei für beide Tage). Der Lift zum Onceşti-Gipfel ist täglich von 9 bis 17.30 Uhr in Betrieb, eine Fahrt kostet 6 Lei.


Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*