Ideen für Hammersdorf

Landschaftsarchitekt Andreas Kipar präsentierte Ansätze für die Weiterentwicklung der „grünen Kirchenburg“

Samstag, 07. Dezember 2013

Andreas Kipar (stehend) zeigte sich angetan von der Idee einer lebendigen Kirchenburg in Stadtnähe.
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Wie beleben wir die Kirchenburgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die evangelische Landeskirche im Großen, aber vor allem auch die evangelischen Gemeinden in Siebenbürgen. Die Hermannstädter Stadtpfarrgemeinde versucht sich seit etwa vier Jahren in der Wiederbelebung des Kirchenburg-Ensembles in Hammersdorf/Guşteriţa, zu dem neben der Kirche, ein großzügiges Pfarrhaus, die ehemalige deutsche Schule sowie großzügige Freiflächen gehören. Grüne Kirchenburg Hammersdorf betitelt die Gemeinde ihr Vorhaben, mit dem sie in den kommenden Jahren die Anlage zu einem Umweltbildungszentrum entwickeln möchte.

Am Donnerstagabend lud Stadtpfarrer Kilian Dörr zu einem Gesprächsabend über das Projekt in die Stadtpfarrloge. Als Gastredner nahm Andreas Kipar teil, der sich selbst als ein enthusiastischer Befürworter des Vorhabens vorstellte. Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftigt sich der im Ruhrgebiet geborene und in Mailand lebende Landschaftsarchitekt mit der Gestaltung städtischer Räume, beispielsweise des Luthergartens in Wittenberg. Auf Einladung von Dörr präsentierte Kipar einige Ideen aus Expertensicht zur möglichen Entwicklung des Umweltprojektes.

Im Juli besuchte Kipar Hammersdorf und skizzierte in der Folge seine Ideen vor den rund 30 Zuhörern. Er schwärmte von der Lage der Kirchenburg, „mittendrin“ im Dorf und doch ein völlig eigenständiges Ensemble. Die Kirche und der „heilige Ring“ des Burgeninneren seien das „Herz der Anlage“. Um sie herum identifizierte Kipar einen „multifunktionalen Gürtel“: der Küstergarten sei prädestiniert für eine landwirtschaftliche Nutzung, das Pfarrhaus und sein Hof eigneten sich für Handwerk, es gebe einen Obstgarten sowie eine Sonnenterasse und ein „Biofeld“. Der verwahrloste Sportplatz unterhalb der Schule gehöre wieder hergerichtet und biete sich an als neuer Haupteingang.

Seine Gedanken für das Beispiel Hammersdorf könnten auch auf andere, ähnlich strukturierte Kirchenburgen übertragen werden, meinte der Landschaftsarchitekt. Als Anregung brachte Kipar gleich einen Zeitplan für das weitere Vorgehen mit. 2014 könne ein Jahr der Sammlung und kritischen Sichtung bisheriger Projekte und zur Erstellung eines Masterplans werden, der auch Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigt. Den anwesenden Bischof Reinhart Guib lud er ein, mit dem Hammersdorfer Projekt die evangelische Kirche auf der Expo 2015 in Mailand zu präsentieren.

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