ifa-Regionaltreffen in Temeswar

Kulturelle Beziehungen pflegen und stärken

Mittwoch, 25. März 2015

Das Entsendeprogramm des Bereichs Integration und Medien des Instituts für Auslandsbeziehungen feiert sein 20. Jubiläum.
Foto: Zoltán Pázmány

Seit 20 Jahren entsendet das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit Sitz in Stuttgart junge Kulturmanager, -Assistenten und Redakteure an Organisationen der deutschen Minderheiten ins östliche Europa und in die Gemeinschaft der Unabhängigen Staaten. Mindestens ein Jahr lang lernen die Entsandten und die Gastinstitutionen voneinander, arbeiten zusammen und entwickeln Projekte, die die deutsche Minderheit unterstützen. Das ifa ist dabei Brückenbauer, aber auch Förderer für die professionelle Weiterentwicklung der jungen Kulturmanager und Redakteure, die sich entscheiden, vorübergehend in einem anderen Land zu leben und zu arbeiten.

Das diesjährige Regionaltreffen des ifa fand in Temeswar statt und wurde im Rahmen der jährlichen ifa-Mitarbeiterwoche organisiert. „Kulturmanager und Gastinstitutionen aus Rumänien, Ungarn und Serbien evaluierten gemeinsam mit ifa-Temeswar und ifa-Stuttgart die erreichten Ziele und setzten neue Leistungsvereinbarungen für 2015-2016“, so Regionalkoordinatorin Monica Kovats. Die Woche gipfelte mit einer Begegnung im neu-eröffneten Temeswarer Kulturtreff „AMBASADA“, wo nicht nur die ifa-Mitglieder ihre Projekte präsentierten, sondern auch mehrere ihrer Kooperationspartner: das Deutsche Kulturzentrum Temeswar, das Deutsche Forum der Banater Jugend (DFBJ), das PLAI-Festival, der Kulturverein TGP (Timisoara Gospel Projekt), das Interkulturelle Institut Temeswar, sowie die Architekturkammer und der Verein Ceva de Spus. Der deutsche Konsul in Temeswar, Rolf Maruhn, stellte in seiner Rede die Wichtigkeit der Zusammenarbeit des ifa mit den lokalen Organisationen – besonders mit den sozial-implizierten – hervor: „Mit Interesse  habe ich gehört, dass zu unserem heutigen Treffen auch einige Vertreter von Vereinen, Interessengruppen und Institutionen, die sich sozialen Aufgaben widmen, eingeladen wurden. Ich kann dies nur begrüßen, denn in einer Zeit, wo das Internet dazu verlockt, endlose Zeit am Bildschirm zu verbringen,  muss  umso mehr die Werbetrommel gerührt werden, damit die Leute sich von eben diesem Bildschirm losreißen und sich zu gesunderen und sozial nützlicheren Tätigkeiten animieren lassen“.

 

Für die sechs entsandten Kulturmanager, Redakteure und Kulturassistenten war es ein geeigneter Moment um ihre Projekte bekannt zu machen. So konnte das Publikum das Pausenradio kennenlernen – das Projekt von Annik Trauzettel, Redakteurin beim Funk Forum Temeswar – wo Jugendliche ihre eigenen Sendungen in deutscher Sprache machen können, oder die Kinder-Uni in Bekokten/Barcut und Seligstat/Selistat, die Alexander Nutz koordiniert. Er arbeitet zusammen mit der evangelischen Kirche Fogarasch und will mit seinem Projekt das Lernen spielerisch gestalten. Tabea Freutel arbeitet beim Jugendforum in Hermannstadt und organisiert das ‘Holzstock Festival‘ (die deutsche Übersetzung des englischen Wood ist Holz), wo die deutsche Sprache im Mittelpunkt steht und Tina Oparnica, vom Forum Buchenland, koordiniert ein deutsch-rumänisches Literatur-Festival in Suceava. Zwei weitere Entsandte des ifa arbeiten in Ungarn und in Serbien. Sie waren beim Regionaltreffen auch mit dabei: Sandra György hat als Gastinstitution das Lenau-Haus Fünfkirchen/Pecs, wo sie das ‘Sprach Café‘ eingeführt hat, während Sara Delinger in Sombor, Serbien, an dem Aufbau des Kulturzentrums St. Gerhard arbeitet.

 

Wenn nach einem Jahr die Entsandten Leistungsfähigkeit zeigen und Spaß an ihrer Arbeit haben, dann können sie ihren Einsatz auf maximale drei Jahre verlängern. „Nach wie vor werden wir drei Kulturmanager und eine Redakteurin nach Rumänien entsenden. Darüber hinaus auch vier Kulturassistenten (KA ist ein Stipendium für Ehrenamtliche der deutschen Minderheiten-Verbände) und wir freuen uns schon über das diesjährige Sommercamp für Jugendliche der deutschen Minderheit“, so Monica Kovats über die Zukunftspläne des ifa in der Region Rumänien/Ungarn/Serbien.

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