ifa-Regionaltreffen in Temeswar

Projekte zur Förderung der deutschen Minderheit präsentiert

Mittwoch, 27. März 2013

ifa-Regionalkoordinatorin Friederike Binder ist für Rumänien, Ungarn und Serbien zuständig. Foto: Zoltán Pázmány

Das halbjährliche Mitarbeitertreffen des Instituts für Auslandsbeziehungen Deutschland (ifa) fand auch in diesem Jahr in Temeswar/Timişoara statt. Eine Woche lang waren Kulturmanager aus Deutschland und Vertreter der deutschen Organisationen, die zur Förderung der deutschen Minderheit in  Rumänien, Ungarn und Serbien beitragen, dabei. Temeswar liegt im Mittelpunkt des Drei-Länder-Ecks Rumänien, Ungarn und Serbien, deswegen wurde das Treffen auch diesmal hier abgehalten, betonten die Organisatoren.

Insgesamt sieben Kulturmanager und Redakteure aus Deutschland sind in diesem Jahr in den drei Ländern Rumänien, Ungarn und Serbien tätig. Dabei wirken sie bei unterschiedlichen Organisationen zur Förderung der deutschen Minderheit mit. Für die drei Länder gibt es eine ifa-Regionalkoordinationsstelle in Hermannstadt/Sibiu unter der Leitung von Friederike Binder. Der Hauptfokus des diesmaligen Treffens wurde auf Jugendprojekte gesetzt. „Wir haben ein sehr vielfältiges Programm und zwar stellen sich die ifa-Kulturmanager mit den Gastinstitutionen in den jeweiligen Ländern vor. Ganz großes Highlight ist die Kinderspielstadt in Fogarasch und andere Projekte wie in Beispiel in Suceava ein Filmprojekt bei dem sich Jugendiche aus Suceava ihre Heimat vorstellen. Dieser wird in der Partnerregion Schwaben vorgestellt“, sagt Friederike Binder Regionalkoordinatorin für Rumänien, Ungarn und Serbien.

Die Teilnehmer, die beim Treffen in Temeswar dabei waren, stellten ihre Projekte und ihre Arbeit in den Gastinstitutionen vor und besprachen die Anträge für das kommende Jahr. In Seligstadt/Selistat entsteht Anfang Mai in einem einwöchigen Workshop ein Audiowanderweg nach Bekokten/Bărcut. Das Projekt heißt „Hingehört - auf Spurensuche im Oberen Harbachtal“. Dabei sollen Mp3-Aufnahmen entstehen, die den Wanderer auf seiner Strecke darüber aufkläret, was er sieht. Das Ziel ist künftig diese Geschichten per Smartphone-App für den Wandere nutzbar zu machen.

Zu diesem Workshop kommen unter anderen drei Radioprofis aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands sowie zwei ifa-Vertreter. Mit dabei ist Peter Knobloch, ifa-Redakteur bei Radio Neumarkt/Târgu Mure{. Er plant für die deutschen Gäste ein Kurzworkshop über die Geschichte Siebenbürgens. „Die Teilnehmer müssen wissen, in was für einem Umfeld sie sich bewegen. Es wäre zum Beispiel peinlich, in einem Interview die Siebenbürger Sachsen mit den Banater Schwaben zu verwechseln“, sagt ifa-Redakteur Peter Knobloch. 

Der Bereich Integration und Medien des ifa wird in Stuttgart von Sylvia Karlev geleitet. Sie reiste für das ifa-Treffen nach Temeswar, um die Schwerpunkte der neuen Programme zu besprechen. „Wir haben neue Förderschwerpunkte gemeinsam mit den Partnern aus den Minderheitenorganisationen entwickelt. Schwerpunkt ist die Jugendarbeit, denn es ist ganz wichtig für uns, die jungen Leute aus der Minderheit zu fördern“, sagte Sylvia Karlev. Ein weiterer Schwerpunkt ist in ihrer Sicht die bilinguale Früherziehung, da die deutsche Sprache weiter gefördert werden soll und das schon im Kindergartenalter. Es gibt auch Projekte der außerschulischen Jungendbildung zum Beispiel Kinderspielstädte oder Planspiele. „Wir möchten auch die Organisationen stärken, dass sie sich besser aufstellen. Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist das Entsendeprogramm, wo wir junge Kulturmanager und Redakteure entsenden, die dann Projekte in den Organisationen durchführen, sowie das Kulturassistentenprogramm.

Damit werden junge Leute aus der Minderheit qualifiziert, um sie eben an ihrer Organisationen zu binden“, fügte die Leiterin des Bereichs für Integration und Medien des ifa in Stuttgart hinzu.

Bezüglich des Entsendeprogramms äußerte sich die Koordinatorin des Programms in Stuttgart Franziska Stahl. „Das Entsendeprogramm hat als Ziel, die Medien und Verbände der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa zu fördern und vor allem zukunftsfähiger zu machen. Dafür machen wir sehr viele Angebote für die Jugendarbeit, entwickeln Angebote in großen Formaten wie zum Beispiel Kinderspielstädte“, sagte sie. Es werden hauptsächlich tatkräftige, motivierte junge Leute aus Deutschland, die irgendwie ein Draht zu der Minderheit in Mittel- und Osteuropa haben, gesucht. Die Einsatzländer sind Russland, Kasachstan, Ungarn, Serbien, Rumänien, Polen und Tschechien. „Da haben wir momentan 19 Entsandte, außerdem zwei Regionalkoordinatoren und die unterstützen mit verschiedenen Projekte, die vom ifa dann auch finanziell gefördert werden, die Entwicklung der Verbände vor Ort“, sagte Franziska Stahl. „Es ist immer sehr interessant, wenn so viele unterschiedliche Projekte und Impulse zusammentreffen“, schließt Programmleiterin Strahl.

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