Im Blickpunkt Kirchentag 2017

Mit Frank-Thomas Ziegler über die Vorbereitungen in der Kronstädter Honterusgemeinde als Gastgeber

Freitag, 21. Juli 2017

Von Johannes Honterus (1498 - 1549) ging die Reformation in Siebenbürgen aus. Der erste evangelische Gottesdienst in Siebenbürgen wurde 1542 in der heutigen Schwarzen Kirche gehalten.

Frank-Thomas Ziegler verfolgt am Computer im seinem Büro im Pfarramt der Honterusgemeinde sämtliche Details bezogen auf den bevorstehenden Kirchentag.
Fotos: Dieter Drotleff

In diesen Tagen laufen nicht nur bei den Mitgliedern der Kronstädter Honterusgemeinde, sondern auch bei den zahlreichen Gästen die Einladungen und das Programm zum Evangelischen Kirchentag ein, der wie bekannt vom 29. September bis 1. Oktober 2017 unter dem Motto „Aus gutem Grund: evangelisch in Rumänien“ stattfindet und dem 500. Reformationsjubiläum gewidmet ist. Über 2000 Gäste, darunter namhafte kirchliche Persönlichkeiten, werden in Kronstadt erwartet, dem Ort von wo die Reformation in Siebenbürgen ausgegangen ist. „Dieser entscheidenden Rolle wegen, die unsere Gemeinde in der hiesigen Reformationsgeschichte gespielt hat, wird der große Kirchentag zum Reformationsjubiläum 2017 bei uns in Kronstadt an der Schwarzen Kirche stattfinden. Gemeinsam mit unseren Familien, Freunden und Partnern möchten wir feiern, Geselligkeit und Festlichkeit erleben“ betont der Kronstädter Stadtpfarrer Christian Plajer in seinem Schreiben an die Gemeindeglieder.

Am 10. Juni 2015 wurde in Hermannstadt eine Arbeitsgruppe einberufen, die alle Details bezüglich dieser großen Feier festlegte, nachdem im März gleichen Jahres der Beschluss gefasst worden war, einen solchen Kirchentag in Kronstadt auszurichten. Dieser gehören Vertreter des Bischofsamtes, der Honterusgemeinde, ein Vertreter des Hilfskomitees der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD an, die ein diesbezügliches Konzept ausgearbeitet hat und die technischen Fragen versucht zu klären. Andere Partner und Institutionen wurden angesprochen oder haben sich selbst zur Mitarbeit oder als Förderer angetragen, den Kirchentag zu unterstützen, wie beispielsweise das Demokratische Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt (DFDKK), die Regionalgruppe der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften, die Heimatgemeinschaft der Kronstädter in Deutschland. „So hat sich im Laufe der Planungszeit auch ein Kranz von Partnern um uns gelegt, die uns bei der Bewältigung dieser Aufgabe unterstützen“ wie Frank-Thomas Ziegler, Ansprechpartner für den Kirchentag betont.

Im Rahmen der Kronstädter Honterusgemeinde als Organisator vor Ort wurde eine „kleine“ Arbeitsgruppe gegründet, die die von der Evangelischen Landeskirche A.B. gefassten Beschlüsse umsetzt, sämtliche Probleme klärt, damit der Kirchentag unter besten Voraussetzungen stattfindet. Dieser gehören Stadtpfarrer Christian Plajer, Pfarrerin Adriana Florea, Geschäftsführerin Liliana [elaru, Dr. Steffen Schlandt, Andrea Miron, Assistentin des Stadtpfarrers und Frank-Thomas Ziegler, Leiter des Bereichs Schwarze Kirche an. Zuständig auch für Öffentlichkeitsarbeit, Besuchsmanagement und Ausbildung der Kirchenführer, bot er uns Einsicht in den gegenwärtigen Vorbereitungsstand. „Uns Kronstädter ist es am Herzen gelegen, dass dieser Kirchentag nicht nur ein Fest der Erinnerung wird und der Selbstgewissheit, sondern auch ein Anlass zur Reflexion zur Situation der evangelischen Gegenwart - auch in der rumänischen Gegenwart. Wir haben wahrgenommen, dass wir Evangelische hier in Rumänien einer spezifischen Sachlage gegenüberstehen. Bedingt ist das durch die äußeren Umstände, in denen wir leben, in einer mehrheitlich orthodoxen Bevölkerung. Wir werden immer weniger, aber wir versuchen nicht nur die eigentliche Gemeindearbeit zu leisten, sondern wir sind als Gemeinden weit über das eigentliche Glaubensleben sehr aktiv, wenn man bedenkt wie wir versuchen uns auch in der Bildungslandschaft einzubringen“ betont einführend unser Gesprächspartner.

Dieses Jubiläum dient auch der Aufklärung. Das stellt man immer wieder fest, besonders bei der einen Frage, die beim Besuch der Schwarzen Kirche gestellt wird (im Vorjahr waren 250.000 Besucher da), und zwar ob es sich um eine katholische Kirche handelt.

Sagt man eine lutherische, so fragen manche, ob es Martin Luther King sei, u.v.a. Zu dieser Aufklärung dienen die von Gernot Nussbächer ausgearbeiteten Broschüren, die Dokumentarausstellung u.a. Somit sieht man, das Interesse ist groß, einschließlich an den Orgelkonzerten, die jetzt in den Sommermonaten dreimal wöchentlich geboten werden und sehr gut besucht sind.

Der Aufklärungsbedarf ist, wie man immer wieder feststellen kann, sehr groß. Auch Vertreter anderer Konfessionen sind zu dem Kirchentag eingeladen, vor allem Partner, mit denen jährlich die Ökumenische Gebetswoche ausgetragen wird.

Die Kronstädter Arbeitsgruppe wird von Stadtpfarrer Christian Plajer und Pfarrerin Adriana Florea geleitet. Die „große“ Arbeitsgruppe wird von Bischof Reinhart Guib angeführt. Der wichtigste Stab darin ist der, der von der Honterusgemeinde gestellt wird, betont Thomas Ziegler. In der Gruppe sind auch die ungarischen Partner als Vertreter der ungarisch-lutherischen Landeskirche und Pfarrer Koszta Istvan von der Kronstädter Gemeinde.

Gegenwärtig werden Gespräche über zeitliche Abstimmung mit den Beteiligten geführt, bezüglich der Räumlichkeiten für die Austragungsorte, wo auch mit der Stadtleitung Absprachen geführt werden. Für den Kirchentag konnten das Programm in drei Sprachen – deutsch, rumänisch, ungarisch –, Poster gedruckt und Beutel mit dem Aufdruck des Kirchentages erstellt werden. Aufgefordert werden die Glieder der Honterusgemeinde ebenfalls, das Anmeldeformular an das Pfarramt zu schicken, um eine genaue Evidenz der Teilnehmer erstellen zu können. Der Teilnehmerbeitrag von 30 Lei für Erwachsene und 10 Lei für Kinder wird als Solidaritätsbekundung betrachtet. Am Honterushof wird ein großes Festzelt mit Sitzplätzen für das Mittagessen aufgestellt. Das Abendessen erfolgt individuell. Das Jugendwerk organisiert da auch den Kaffee. Eine genaue Planung in allen Bereichen ist erforderlich, damit der Kirchentag durch die große Teilnahme unter besten Voraussetzungen stattfinden kann. Eine Besonderheit ist die, dass auch mit den ungarischen Glaubensgenossen zusammen gefeiert wird.

Die Kronstädter Arbeitsgruppe ist in mehreren Kirchengemeinden wie Mühlbach, Bukarest, Mediasch, Schäßburg – es folgt Hermannstadt -, bisher angereist und in den vor Ort geführten Gesprächen wurde zu dem Kirchentag nach Kronstadt eingeladen.

Die Glieder der Honterusgemeinde wurden in Gottesdiensten, thematischen Gesprächen , vermittels des Gemeindebriefes, dem speziell eingerichteten Leseraum im Pfarramt auf das Jubiläum der Reformation vorbereitet. „Auch will man beweisen, dass unsere Gemeinschaft bunter geworden ist, kosmopolitisch und lebenswert. Die Nationen sind zusammengewachsen. Auch in unserer Kirchengemeinde haben wir viele Menschen, die nicht deren Mitglieder sind, aber in dieser sei es in Chören, in Arbeitsgruppen, als Kirchenführer mitwirken“ betont abschließend Frank-Thomas Ziegler.

Das Programm des Kirchentages werden wir in unserer nächsten Ausgabe veröffentlichen.

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