Im Dienst von besonderen Kindern

Stiftung „Un copil, o speranţă“ beginnt mit der Bibliotherapiewerkstatt „Ich bin Ich“

Samstag, 11. Februar 2012

Gabriels Begeisterung fürs Zeichnen kennt keine Grenzen.
Foto: Andrey Kolobov

Hermannstadt – Eine Ausstellung der besonderen Art wurde am Donnerstagmittag im Foyer der Astra-Bibliothek eröffnet. Einzigartig ist sie nicht sosehr wegen des Alters des Künstlers – Gabriel ist erst 10 Jahre alt – sondern wegen seiner Krankheit: der Junge ist  Autist. „Als Gabriel zwei Jahre alt war, stellten die Ärzte bei ihm eine Verhaltensstörung fest. Mit drei Jahren erhielten wir die erschreckende Diagnose: Autismus“, erzählte Gabriels Mutter, Daniela.

Die Autisten nehmen die sie umgebende Welt und Lebewesen anders auf, als der durchschnittliche Mensch. Sie haben Schwierigkeiten in soziale Interaktion und Kommunikation zu treten. Ihre Interessen sind auf bestimmte Gebiete begrenzt. Bei Gabriel ist es das Zeichnen. „Er zeichnet gerne und kann es ununterbrochen tun, vorausgesetzt, er hat genug Papier“, berichtete seine Mutter. Dabei gibt er das Gesehene detailliert und mit erstaunlicher Genauigkeit wieder. Seine Vorliebe sind Autos und Gebäude. Er merkt sich nicht nur die Anzahl der Autos auf einem Parkplatz, sondern auch deren Nummernschilder und Marken.

Die Vernissage der Ausstellung wurde im Rahmen der Bibliotherapiewerkstatt „Eu sunt Eu“ (Ich bin Ich) veranstaltet. Bibliothekare und Psychologen werden im Laufe eines Jahres gemeinsam mit 20 Kindern versuchen, deren persönliche Geschichte zu erarbeiten und auf verschiedene Art und Weise zu erzählen. Die Hälfte der Kinder sind Autisten, die anderen zehn haben andere psychoneuromotorische Störungen. Das ist das erste derartige Vorhaben im Land, sagte die Projektleiterin Florinela Anca Vasilescu. Die Ateliers werden jeden Freitag im Zentrum der Stiftung „Un copil, o speranţă“ (Ein Kind, eine Hoffnung) durchgeführt.

„Diese Werkstätten sollen der Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit der Kinder dienen und ihnen helfen, sich in die Gesellschaft besser zu integrieren“, erklärte die Stiftungsleiterin, Elena Miruna Tudorache. „Wir, die wir uns als ‘normal’ bezeichnen, sind anders als Gabriel, weil wir nicht einmal so gut wie er zeichnen können“, betonte Tudorache.

Gabriel hat seinen Weg der Kommunikation mit der Umwelt im Zeichnen gefunden. Seine Zeichnungen sollen bis Ende des Jahres in einem Ausmalbuch publiziert werden. Man kann sie in den nächsten zwei Wochen in der Astra-Bibliothek bewundern und auch kaufen.

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