Im Familienkreis wäre es eine Goldene Hochzeit

50 Jahre seit der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages

Freitag, 01. Februar 2013

Im Hintergrund, am Tisch, von links nach rechts: Anca Materna von Premium Aerotec, Konsulin Judith Urban vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermanstadt, Präfekt Mihai Mohaci, Honorarkonsul Frankreichs in Kronstadt Ioan Ciolacu und Jean Louis Mascle von Eurocopter vor Beginn der Ansprachen.

Alexandra Fiţ begeisterte die Gäste der Festveranstaltung mit ihren Interpretationen
Fotos: Hans Butmaloiu

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten im Elysee-Palais der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer einen Freundschaftsvertrag zwischen ihren beiden Staaten. welcher heute noch einzigartig ist. Vorangegangen waren langjährige diplomatische Bemühungen zur Aussöhnung jahrhundertelanger Feindseligkeiten, Angriffe und Kriege.

Direkter Auslöser für ein Europa ohne Konflikte war wohl die Erinnerung an die Schrecken und Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Die Bedeutung dieses Aktes war damals schon den Beteiligten bewusst, doch die späteren Entwicklungen, bis zu dem heutigen Stand, ohne den sich damals feindlich gegenüberstehen Bündnissen NATO und Warschauer Pakt, konnte bestenfalls erhofft, doch keinesfalls vorausgesehen werden.

Zu Ehren des Abkommens von 1963 veranstalten das Deutsche Kulturzentrum Kronstadt und die Alliance Francaise jährlich am Stichtag, oder so wie dieses Jahr, einen Tag später, ein Treffen an welchem Kreispräfekt Mihai Mohaci, Konsul und Ständige Vertreterin Judith Urban vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, Ion Ciolacu, Honorarkonsul Frankreichs in Kronstadt, sowie Vertreter von deutschen und französischen Unternehmen eingeladen waren.

Die Aussage aus dem Titel stammt aus der Ansprache von Konsul Judith Urban, welche das deutsch-französische Verhältnis mit einer Ehe verglich, die, wie jeder dauerhafte Bund, nicht immer von blauem Himmel und Sonnenschein begleitet wird. Die Schlussfolgerung entnahm Konsul Judith Urban einer Rede von Robert Schuman welche dieser am 9. Mai 1950 als französischer Außenminister gehalten hatte und in welcher er die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vorgeschlagen hatte, deren Mitglieder ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenlegen sollten.
Es war die später gebildete „MONTAN“ Union, der Keim und Ausgangspunkt der heutigen Europäischen Union:

„Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Die Vereinigung der europäischen Nationen erfordert, dass der Jahrhunderte alte Gegensatz zwischen Frank-reich und Deutschland ausgelöscht wird. Das begonnene Werk muss in erster Linie Deutschland und Frankreich erfassen.“

Honorarkonsul Ion Ciolacu ging seinerseits auf die Bedeutung, welche der Freundschaftsvertrag für die spätere, vor allem kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Europas hatte.

Als Partner in zahlreichen Projekten des Deutschen Kulturzentrums und der Alliance Francaise, stellten sich in kurzen Präsentationen das Hubschrauberwerk Eurocopter und das deutsche Werk für Flugzeugteile Premium Aerotec, durch Generaldirektor Jean Louis Mascle und Finance-Controlling Direktorin Anca Materna vor.

Eine besondere Überraschung, vor allem für diejenigen Anwesenden, welche sie noch nicht kannten, hatten  die Veranstalter für den Abschluss vorbereitet: Eine musikalische Einlage der Pianistin und – für diesen besonderen Abend – Chansonsängerin Alexandra Fiţ. Die Interpretation der alternativ Deutsch und Französisch vorgetragenen Stücke – darunter auch „Lili Marlen“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ gipfelte mit der Chansonette „Aux Champs Ellysee“, bei welcher das Publikum den Refrain mitsang.

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