Im Kopf eines Künstlers

Salvador Dalí-Ausstellung im Cantacuzino-Schloss Buşteni

Donnerstag, 06. August 2015

Salvador Dali hat 100 Illustrationen zur „Göttlichen Komödie“ von Dante geschaffen.

Nach einem Besuch der Ausstellung kann man die schöne Berglandschaft in Buşteni genießen.
Fotos: Elise Wilk

Auf einem Plakat auf der Nationalstraße DN1 im Bergort Buşteni führen Treppen mit einem roten Teppich in eine phantastische Welt. Zusammen mit einer schmelzenden Uhr und mehreren Plastik-Eiern in der Größe eines Menschen wirbt das Plakat für eine höchst interessante Ausstellung. Wer in diesem Sommer einen Ausflug ins Gebirge mit dem Besuch eines Schlosses kombinieren will, und dabei Werke eines der vielseitigsten grafischen Künstler des 20. Jahrhunderts bestaunen will, sollte unbedingt nach Buşteni fahren. Die Räume des Cantacuzino-Schlosses beherbergen bis zum 4. Oktober eine Ausstellung mit Werken des surrealistischen Malers Salvador Dalí.

Das Schloss allein ist einen Ausflug wert

Um zum Schloss Cantacuzino zu gelangen, muss man die Bahnlinien überqueren. Es liegt einen  Kilometer vom Stadtzentrum entfernt inmitten eines Tannenwaldes, am Fuße des Zamora-Bergs. Das Schloss, 1911 gebaut, war bis 1948  Sommerresidenz von Gheorghe Cantacuzino, einem reichen Nachfolger der Herrscherfamilie Cantacuzino. Nach der Nationalisierung wurde das Gebäude zum Sanatorium des Innenministeriums umfunktioniert. Nach der Rückerstattung an die rechtmäßigen Besitzer wurde es an ein Privatunternehmen verkauft, das hier ein Museum eingerichtet hat. Heute ist das Schloss für Besucher wieder geöffnet. „Erst als man die Tannenbäume vor dem Gebäude gefällt hat, wussten die Leute aus Bu{teni, dass in ihrer Stadt ein Schloss liegt“, erzählt ein Reiseführer. Das Schloss kann man auch für private Veranstaltungen mieten.

Im Kellergeschoss ist ein Restaurant eingerichtet, das sowohl rumänische als auch internationale Küche bietet. Rund um das U-förmige Gebäude wurde eine wunderschöne Parkanlage eingerichtet. Auf der großen Terrasse vor dem Restaurant hat man eine atemberaubende Aussicht auf das Bucegi-Gebirge.

Vom Tarot bis zur Göttlichen Komödie

„Welcome to my brain“ (Willkommen in meinem Kopf)- so heißt die Ausstellung, die über 200 Werke von Dalí umfasst. Es handelt sich um Illustrationen zu großen Werken der Weltliteratur, darunter „Die Göttliche Komödie“ von Dante Alighieri, „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway, „Gargantua und Pantagruel“ von Francois Rabelais und Goethes „Faust“. Die Werke stammen aus der Privatkollektion aus Luxemburg. Außerdem können die Besucher 78 Tarotkarten bewundern,  die von dem großen spanischen Surrealisten konzipiert wurden.

Niemanden dürfte überraschen, dass er sich für Tarot interessierte. Vor  den Bildern, die viel Raum zur Interpretation lassen, kann man stundenlang stehen und in jeder Minute ein neues Detail entdecken. „Die Tatsache, dass ich selbst im Moment des Malens meine eigenen Bilder nicht verstehe, heißt nicht, dass diese Bilder keine Bedeutung hätten; im Gegenteil, ihre Bedeutung ist dermaßen tief, komplex, zusammenhängend und unwillkürlich, dass sie sich der einfachen logischen Analyse entzieht“, schreibt Dalí in dem 1935 veröffentlichten Essay „Die Eroberung des Irrationalen“.

Um den Weg durch die faszinierende Welt von Dalí zu vereinfachen, stehen Ausstellungsführer zur Verfügung. Von ihnen kann man interessante Fakten erfahren. Etwa, dass das Logo der bekannten Lutscher Chupa-Chups von Salvador Dalí gestaltet wurde. Der surrealistische Maler zeichnete im Jahr 1969 die bekannte Blume, die den Schriftzug auch heute noch umschließt.

Öffnungszeiten und Preise

Wenn es nicht für private Veranstaltungen gebucht wird, ist das Schloss von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 21 Uhr für die Besucher geöffnet. Der Eintritt erfolgt in Serien, die je eine Stunde dauern. Die erste Serie fängt um 9.15 Uhr an, die letzten Besucher können um 20.15 Uhr das Schloss betreten. Wer nur die Ausstellung in der ersten Etage besuchen will, zahlt 20 Lei (15 Lei für Studenten und Rentner, 10 Lei für Kinder). Falls man auch die restlichen Räume des Schlosses besuchen will, muss man 35 Lei zahlen (27 Lei Studenten und Rentner, 19 Lei für Kinder).

Man muss beachten, dass das Schloss nicht jeden Tag für Besucher geöffnet ist. Deshalb sollte man, bevor man einen Ausflug nach Bu{teni plant, auf der Webseite des Schlosses in der Rubrik „Kalender“ prüfen, an welchen Tagen man die Ausstellung besuchen kann. Mehr Informationen unter www.cantacuzinocastle. com.

In den nächsten Jahren haben die Verwalter des Schlosses vor, auch andere Werke von berühmten Künstlern wie Chagall, Matisse, Picasso, Toulouse-Lautrec oder  Renoir vorzustellen. Ein guter Grund dafür, die kleine Bergortschaft, die nur 50 km von Kronstadt entfernt liegt, zu besuchen.

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