Im Rampenlicht

Ioana Bugarin: Die Geschichte eines Schauspieltalents

Montag, 29. Juli 2013

Ioana Bugarin erschien auch als Model von Fotografin Alexa Vlad in einer Zeitschrift. Foto: Alexa Vlad

Die Hobbyschauspielerin engagiert sich freiwillig in der Organisation des Temeswarer Plai-Festivals. Foto: privat

Ioana Bugarin – eine 16-jährige Schülerin des Nikolaus-Lenau-Lyzeums in Temeswar/Timişoara und Mitglied der NiL-Theatergruppe – entdeckte bereits in ihrer Kindheit ihr Schauspieltalent und entschied, dieses zu entwickeln. Heute ist sie an mehreren Projekte beteiligt und wird sogar in einem Spielfilm erscheinen.

Alles begann, als Ioana Bugarin sechs Jahre alt war. Ihr Lieblingsspiel war, vor der Familie Theater zu spielen. „Ich versammelte meine Freundinnen und wir zogen Kostüme an, improvisierten einen Vorhang, tanzten und sangen vor einem Publikum“, erinnert sie sich. Manchmal  spielten sie vor den Nachbarn, auf der Straße. Aber das war damals noch ein Kinderspiel. Mit zwölf Jahren beschloss sie, aus ihrer Liebe zum Theater mehr zu machen. Zunächst wollte sie der Theatergruppe Heavenly Hell beitreten, stellte aber schnell fest, dass sie sich besser in einer deutschen Theatergruppe integrieren kann. Somit meldete sie sich bei Isolde Cobeţ, Schaupielerin am Deutschen Staatstheater Temeswar und Leiterin der NiL-Schülertheatergruppe. In der neunten Klasse trat sie dann zum ersten Mal auf der Bühne auf, in der Rolle der Helena im Theaterstück „Blick zurück im Zorn“ von John Osborne. Das war der Moment, wo sie wusste, Theater würde ihr Leben bestimmen...

Aus dem Kinderspiel wird ernst

Ioana verstand schnell, dass Theater nicht nur rein Talent bedeutet, sondern vor allem Arbeit und Hingabe. Nach ihrem ersten Auftritt, der ein großer Erfolg war, bekam sie die Rolle von Galatea in einer Anpassung des Stückes „Pygmalion“. Es war auch das erste Mal, dass sie vor einem Publikum singen musste. Sie meinte zuerst, völlig unbegabt zu sein und  war aufgeregt wie noch nie in dem Moment, als sie auf einmal singen musste. Heute lacht sie:„Mir wurde schlecht und ich begann zu zittern“. Aber das Publikum bemerkte es nicht, weil ihre Ausführung, trotz aller Zweifel, tadellos gewesen war. Trotz des Riesenerfolges bereits im ersten Jahr spürte sie den Drang, sich weiter zu entwickeln. Voriges Jahr bekam sie eine Rolle in dem Theaterstück „Niederungen“ von Herta Müller, wo sie zusammen mit ihrer Schwester spielte. Dieses Jahr trat sie in zwei Stücken auf, „Der Sommer von Aviha“ und „Geschwister“ von J.W.Goethe. Sie nahm an mehreren Schülerwettbewerben teil  und spielte in zwei Theaterstücken, wo sie Monologe hatte, zum Beispiel in „Ist Corina schuldig?“ von Laurenţiu Fulga.

Ein Traum wird wahr

Weiterhin beteiligte sich Ioana an verschiedenen Rollenverteilungen, sowohl in Bukarest, als auch in Temeswar, um Erfahrung zu gewinnen. Sie erhielt eine Rolle in einem Film von Radu Gabrea, wo sie zusammen mit einem ihrer Lielingsschauspieler, Victor Rebengiuc, spielen wird. „Das ist meine größte Errungenschaft bis zu diesem Zeitpunkt und ich bin ehrlich sehr stolz darauf“, sagt Ioana.
Dieses Jahr begann sie, an ihrem Portefolio zu arbeiten, weil sie eben (vorläufig noch) keine fachliche Studien in diesem Bereich besitzt, um sich an verschiedenen Castings zu beteiligen. Sie wurde für einen Filmworkshop – Let’s go Digital – ausgewählt, wo sie vieles dazulernen konnte. Bei dieser Gelegenheit entdeckte sie nicht nur die Welt des Schauspielens, sondern auch die der Filmregie. Dankbar ist sie vor allem den Menschen, die ihr bei den Bewerbungen geholfen haben, sie in dieser Zeit moralisch unterstützten und an sie glaubten.

Einblick in die Künstlerszene

Ioana meldete sich vor vier Jahren bei dem Organisatorenteam des Temeswarer Plai-Festivals, um als Freiwillige bei der Veranstaltung des Musikevents mitzuwirken. Dadurch hatte sie die Chance, nationale und internationale Künstler kennenzulernen – neue Personen, die ihr die Möglichkeit gaben, ihren Horizont zu erweitern. Auch war sie im unabhängigen Kunst-Jugendverein AT4T aktiv, wo sie zahlreiche Veranstaltungen mitorganisierte. Seit Beginn dieses Jahres ist sie Mitarbeiterin der Online-Zeitschrift „Sub25“, wofür sie zwei-dreimal monatlich Artikel über Personen, Veranstaltungen, Projekte, usw. schreibt.

Darüber hinaus entschied sie sich in diesem Jahr, an einem Sommerlager teilzunehmen. An der Lambda-Schule in London wird sie zwei Wochen lang in Bereiche wie Schaupiel und Regie reinschnuppern dürfen. „Die Lambda-Schule war ein Traum für mich, ein Wunsch, der  jetzt in Erfüllung geht“, schwärmt die 16-Jährige.

 Andere Leidenschaften sind Fotografie und Schreiben. Zu ihren Lieblingsschauspielen zählen Juliette Binoche, Ofelia Popii, Victor Rebengiuc, Marion Cotillard und Vincent Cassel. Als Regisseure bewundert sie Silviu Purcărete, Andrei Şerban, Niky Wolcz, Yuri Kordonsky, Radu Gabrea, Krzysztof Kieslowski und Ivana Mladenovic. Am meisten verehrt sie jedoch ihre Mentorin Isolde Cobeţ, weil sie ohne sie nicht da stehen würde, wo sie sich heute befindet.

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