Im Teufelskreis der Krankenhauskosten

Mittwoch, 19. Juni 2013

Reschitza - Mit dem alljährlich zu unterzeichnenden Finanzierungsvertrag mit der Krankenversicherungskasse CAS ist zeitgleich die Erhöhung des Schuldenbergs des Notfallkrankenhauses von Reschitza vorprogrammiert, erklärte Dr. Dumitru Secăşan, der Manager des Krankenhauses. Denn gemessen am Richtwert der alljährlich durchgeführten Krankenhausbehandlungen und der durchschnittlichen Finanzierung für eine Behandlungsperiode im Krankenhaus genehmigt die Versicherung Jahr für Jahr weniger Geld.

„Vertragsunterzeichnung heißt Schuldenerhöhung”, bringt es Dr.Secăşan auf den Punkt. Aber er ist sich auch bewusst, dass die Verweigerung der Vertragsunterzeichnung nichts bringt. Der zweite Grund für die alljährlich steigenden Schulden der Krankenhäuser seien die Tarife, welche die Versicherung festlegt und die unter dem Realwert der Behandlung liegen: „2012 hatten wir laut unserer Statistik im Krankenhaus 29.370 Externierungen. Finanziert und abgerechnet hat uns die Kranjkenversicherung letztendlich 25.000. Jeder kann nachrechen: 4370 Fälle haben wir aufgenommen, untersucht, behandelt und externiert, ohne dass die Versicherung das verrechnet hätte. Das nennen wir `Ausgaben, die Schulden anhäufen´. 51 Prozent der Mittel, die von der Versicherung per Vertrag für uns vorgesehen sind, beziehen sich auf `kontinuierliche Spitalisierung´ also einen längerfristigen Krankenhausaufenthalt. Das ist ein Wert, über den wir nicht verhandeln/feilschen können und der etwa 85 Prozent des tatsächlich Benötigten abdeckt. Fakt ist, dass die Zahl von 29.000 Externierungen aus unserem Krankenhaus pro Jahr alljährlich überschritten wird. Trotzdem: den Finanzierungsvertrag mit der Versicherung müssen wir unterzeichnen, weil er unsere einzige sichere Einnahmequelle ist – wenn auch eine unzureichende.”

Die Alternative wäre bloß, dem Patienten die Tür des Krankenhauses vor der Nase zuzuschlagen, sobald die Obergrenze erreicht ist, welche die Versicherung abdeckt, meint Dr. Dumitru Secăşan. Als Beispiel gibt der Krankenhausmanager die Situation in der Notfallaufnahme an: 2012 sind dort 45.000 Fälle per Konsultation behandelt worden.
Die durchschnittlichen Kosten für den Krankenhausaufenthalt eines Patienten veranschlagt Dr. Secăşan  auf 2100 Lei. Verrechnet wurden von der Versicherung davon bisher 1444 Lei, ab diesem Jahr 1600 Lei. „Als Manager des Krankenhauses frage ich mich immer öfter, wie der Ankauf von neuen und leistungsfähigeren Untersuchungs- und Behandlungsapparaten rentabel gestaltet werden kann, wenn ich auf keinen Fall die Ausgaben pro Patient erhöhen darf. Und kann. Andererseits ist es ein Teufelskreis: Wenn ich neue Geräte anschaffe, steigt automatisch die Ausgabenziffer pro Patient.”

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