Immer mehr Hotels und Neubauten im Kronstädter Stadtgebiet

Doch wo parken deren Gäste und Wohnungseigentümer ihre Wagen?

Dienstag, 26. Februar 2019

Das ehemalige Gebäude der CEC-Bank in der Klostergasse wurde 2009 von Gheorghe Duțu, gewesenes Kreisratsmitglied und Parlamentarier, gekauft, um ein Hotel darin einzurichten; dies ist nicht geschehen. Jetzt will er es für 4 Millionen Euro absetzen.

Das Gebäude des gewesenen „Burzenländer Hof“ ebenfalls in der Klostergasse, wo nach dem Zweiten Weltkrieg der Sitz des Gaststätten- und Hotel-Betriebes ONT Carpați war, soll auch als Hotel umgebaut werden. Fotos: der Verfasser

Kronstadt - Immer wieder erhält man offizielle Mitteilungen, dass die Verkehrskommission des Kronstädter Bürgermeisteramtes zusammengetreten ist und Genehmigungen für den Umbau von alten Gebäuden zu Hotels oder Neubauten im Stadtgebiet erteilt und auch die Zufahrten und Parkstellen festgelegt hat. Dass die Dinge aber anders stehen ist an mehreren Beispielen ersichtlich, die nun sozusagen zum Tagesthema geworden sind. In der gesamten Inneren Stadt gibt es nur die an den Straßenrändern eingerichteten Parkplätze und die Parkanlage oberhalb der Schwarzen Kirche. Hinzu kommt das neue Parkhaus neben dem Militärspital. Aber insgesamt sind diese für den großen Anspruch an Parkplätzen unzureichend. Als Projekt ist jetzt noch der Bau einer Tiefgarage unter dem Zentralpark mit einer noch ungewissen Anzahl an Parkstellen. Im Gespräch sind 700, dann 2000 und sogar 3000 Plätze. Doch abwarten.

Zahl der Unterkunftsplätze nimmt täglich zu

Allein am Alten Marktplatz und in dessen unmittelbarer Nähe sind in den vergangenen Jahren mehrere Hotels in historischen Gebäuden eingerichtet worden. Aber auch in anderen Gebäuden der Fußgängerzone haben sich die Eigentümer Wohnungen als Hostels eingerichtet oder vermieten ihre Appartements als Hotelbenutzung. Diese Methode hat nun immer mehr auch in den Blockwohnungen zum Leidwesen der anderen Bewohner um sich gegriffen. Zwar gibt es diesbezügliche Regelungen, doch werden sie nicht eingehalten. Um die eigene Wohnung als Hotel zu vermieten, muss der Eigentümer erstens die Genehmigung jeweiliger Nachbarn und der Wohngemeinschaft einholen. Dann muss er selbst auch dort wohnen, um den reibungslosen Aufenthalt seiner Gäste zu sichern. Doch das geschieht meistens nicht. Auch gibt es für die Vertreter der Wohngemeinschaft Probleme bezüglich der gemeinsamen Abrechnungen für Strom, Reinlichkeit oder Kosten im Treppenhaus, wenn solche von der Generalversammlung nicht genau bestimmt worden sind. Eines der Probleme, das dabei aber aufkommt, ist auch das des Parkens. Wenige Touristen sind die, die ohne Wagen anreisen. Natürlich sichert der Eigentümer der Wohnung keine Parkstelle, für die er vertraglich beim Bürgermeisteramt eine Gebühr und auch eine kleine Grundsteuer zahlen muss. Und zum Zeitpunkt freistehende Park-stellen werden dann belegt, es kommt zu Zerwürfnissen.

Immer problematischer wird es diesbezüglich aber bei den Hotels, wobei selbst die genannte Verkehrskommission nicht die Anzahl der Parkplätze bestimmen kann. Einige Beispiele sind besonders aufschlussreich. An Stelle des ehemaligen Telefongebäudes am Rudolfsring/Bulevardul Eroilor, entsteht durch den Umbau ein Ableger der Radisson-Hotelkette. Im Umfeld und auf den Seitenstraßen gibt es keine Parkmöglichkeiten. Angeboten wird den zukünftigen Gästen, ihre Autos im Parkhaus beim Militärspital abzustellen. Wenn es so weit sein wird, dass die ersten Gäste da einziehen, werden sie sicher von dieser Möglichkeit nicht eingenommen sein.

Nicht besser wird es auch in der Klostergasse/Mureșenilor-Straße werden. Hier ist das Gebäude der ehemaligen Filiale der CEC-Bank äußerlich umgebaut und auch aufgestockt worden. Bis die ersten Hotelgäste da einziehen werden, sind sicher mehrere Monate oder Jahre abzuwarten. Auch da sind im weiten Umfeld keine Parkplätze vorhanden. In unmittelbarer Nähe soll ein weiteres Hotel im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Tourismusamtes ONT Carpați eingerichtet werden. Dieses reicht von der Klostergasse bis zum Rosenanger/Piața George Enescu. Für den „Burzenländer Hof“, 1913 vom Architekten Wilhelm Schmidts errichtet, gibt es ebenfalls keine Parkmöglichkeiten, voraussichtlich nur das zukünftige Parkhaus unter dem Zentralpark. Zwar besteht ein großer Innenhof, der aber auch in vergangenen Jahren nur für die Dienstwagen verwendbar war. Auch wurde der Autoverkehr in den engen Straßen seit einigen Jahren nun untersagt. Aber auch die anderen Hotels im Stadtzentrum wie ARO-Palace, Capitol, Krone, verfügen nur über eine geringe Anzahl von Parkmöglichkeiten.

Besser stehen die Dinge auch in der Schulerau/Poiana Brașov nicht. Das Wintersportzentrum gleicht zum Teil nun mehr einer Kleinstadt mit eng aneinander errichteten Gebäuden. Die Verkehrskommission erteilte auch hier die Genehmigung für den Bau eines neuen Hotels am Sulinar-Weg Nr. 9, nahe der Coliba Haiducilor. Der Bau soll 84 Appartements und Zimmer, drei Stockwerke und Mansarde, sowie zwei unterirdische Etagen umfassen. Insgesamt soll das neue Hotel über 40 Parkplätze, davon 30 unterirdisch verfügen.

Anzahl der Neubauten nimmt rapide zu


Aber auch in anderen Stadtgebieten, wo Neubauten mit mehreren Stockwerken entstehen, werden die zukünftigen Wohnungsbesitzer mit dem Parken ihrer Wagen konfrontiert. Kürzlich erteilte die Verkehrskommission die Genehmigung zur Errichtung neuer Wohnblocks in der Mihai Viteazul-Straße 1-3. Übrigens ein sehr gefragtes Wohnbaugebiet in voller Entwicklung. Hier sollen weitere 79 Appartements entstehen. Auch wenn in Parterre dieser Gebäude einige Garagen gebaut und verkauft werden, reicht deren Anzahl bei Weitem nicht für alle Antragsteller. Wie angekündigt wurde auch für das Gelände des ehemaligen Unternehmens für Betonfertigteile in der Carpa]ilor-Strasse die Genehmigung für den Bau von 2000 Appartements, in Hochhäusern bis zu 20 Stockwerken erteilt. Neue Verkehrsinseln sollen da eingerichtet werden, doch wo bleiben die Parkplätze für so viele Eigentümer? Auch wenn keine Grünflächen eingerichtet werden sollten, die allerdings vorgesehen sind, wird es kaum Raum für Parkangebote geben.

In einer der verkehrsreichsten Straßenkreuzungen am Mihai Kogălniceanu- mit dem Griviței-Boulevard entsteht eine neue Privatklinik im Block neben der Industrie- und Handelskammer. Werden da nicht auch Rettungswagen und Pkws der Patienten, wenn auch nur kurz halten müssen?

Im Stadtgebiet gibt es mehrere freie Baugelände an Stelle ehemaliger Unternehmen, die abgetragen worden sind. Diese liegen nicht so zentral, somit gibt es auch nicht so viel Interesse, um da neue Wohnviertel zu errichten. Da könnten auch Parkplätze und Grünflächen eingerichtet werden. Seit Jahren stehen einige dieser Grundstücke frei, sind von Büschen überwuchert.

Man fragt sich berechtigt, gibt es eine genau Vorschau auf die zukünftige Bauentwicklung der Stadt? Tatsache ist, es entstehen immer mehr Neubauten nahe bestehender Gebäude, die Abstände zu den benachbarten Gebäuden werden immer enger, die Luftverschmutzung nimmt in Kronstadt immer mehr zu, die pro Einwohner vorgesehenen Grünflächen laut europäischen Normen schrumpfen immer mehr. Die relativ weit von der Stadt im Umfeld befindlichen Wälder können diesbezüglich auch nicht Abhilfe schaffen.

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