Immobilienflaute und Sommerruhe

Dienstag, 30. Juli 2013

Karansebesch - Sollte das staatliche Prima-Casă-Programm zur Förderung des Wohnungsbaus gestoppt werden, wie hartnäckige Gerüchte verbreiten, dann könnte es eine Blockade auf dem Immobilienmarkt geben, sagen Immobilienhändler in Karansebesch/Caransebeş, der vom Standpunkt der Investitionstätigkeit am besten dastehenden Stadt des Banater Berglands, voraus. Fakt ist bereits, dass die Transaktionen wie auf Eis gelegt sind, heißt es in einschlägigen Kreisen.
Die Banken haben das Prima-Casă-Geld aufgebraucht und nehmen seit Wochen keine Dokumentationen der subventionsberechtigten Jugendlichen an. „In Karansebesch nehmen Raiffeisen und Alpha-Bank keine Anträge mehr an, BRD nimmt Dokumentationen an, aber dort wird ausdrücklich den Antragstellern gesagt, dass sie für keinen Überprüfungsabschluss der Dossiers mehr garantieren können – selbst wenn die Dokumentation von der Bank akzeptiert wird – und die BCR verhandelt nur noch über Subventionen in der Landeswährung Leu. Allseits wird gehofft, dass das Finanzministerium noch vor Ende Juli eine Aufstockung der staatlichen Garantiegelder für die Kreditierung der Bauvorhaben Jugendlicher und junger Ehepaare vornehmen wird. Andernfalls werde das Projekt „Prima Casă“ unweigerlich gestoppt, behaupten  Banken  und  Immobilienhändler  einvernehmlich.

Bianca Stark, die als Immobilienexpertin bei einer Karansebescher Firma tätig ist, fügt hinzu, dass „wir bereits einen starken Preisverfall der Wohnungen hinnehmen müssen“, und dass „am stärksten diejenigen betroffen sind, die schnell eine Wohnung verkaufen müssen“. Der Preisverfall beträgt in Karansebesch bei Einzimmerwohnungen und Garconnièren in der Zeitspanne Januar-Juni 2013 rund 3,3 Prozent, 3,9 Prozent bei Zweizimmerwohnungen und bei den unterhaltsteureren größeren Wohnungen erheblich mehr: 7,8 Prozent bei Dreizimmerwohnungen und 17 Prozent bei Vierzimmerwohnungen. Alldies unter Umständen, wo die Zahl der in derselben Zeitspanne auf dem Immobilienmarkt befindlichen Wohnungen um gute 25 Prozent angestiegen ist.
Dieser Trend geht einher mit einer Verringerung der Zahl der an einem Wohnungskauf Interessierten, mit einer zunehmend pingeligen Selektionsfreudigkeit der Käufer, immer höheren Ansprüchen und immer weniger Geld in deren Taschen.
Bianca Stark: „Außerdem sollte man nicht vergessen: Im Sommer kehrt in unser Geschäft immer sehr viel Ruhe ein. Das Aufwachen folgt erfahrungsgemäß erst gegen Mitte oder Ende September.“

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