In bleibender Erinnerung

Ernst Fleps wäre 90 Jahre alt geworden

Freitag, 01. April 2016

Ernst Fleps so wie er in unserer Erinnerung geblieben ist.
Foto: KR

Wer erinnert sich nicht an die Auftritte und Konzerte der Burzenländer Blaskapelle unter der Stabführung von Prof. Ernst Fleps. Sei es bei den Bunten Abenden des Kronstädter Kreisforums, beim Bartholomäusfest, bei dem Sachsentreffen in Birthälm,  bei dem Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl 1992, bei der Gestaltung der Gedenkfeiern beim Heldendenkmal von Marienburg.  In sächsischer Tracht oder  den aus dem Ausland stammenden Uniformen, beeindruckte er immer durch sein sicheres Auftreten, durch seine Haltung als Dirigent die Respekt einflößte. Und nicht selten besorgte er auch die Ansage, bot Anekdoten, die bei den Zuhörern bestens ankamen. Doch kurz vor seinem 83. Geburtstag, starb er unerwartet, noch in vollem Schaffen begriffen, am 25. März 2009.
Geboren wurde Ernst Fleps am 29. März 1926 in Brenndorf in einer Lehrerfamilie.

Der Vater der auch Organist und Dirigent der Blasmusik war, lehrte ihn die einführenden Begriffe für den musikalischen Bereich. Nach dem Schulbesuch in Brenndorf, Kronstadt, Mediasch, besuchte er das Lehrerseminar in Hermannstadt, später studierte er im Fernunterricht am Konservatorium in Bukarest. Als Schüler von Victor Bickerich und Franz Xaver Dressler vervollständigte er seine Ausbildung. 1946 trat er ins Lehramt ein, in dem er bis zum Antritt des Ruhestandes 1986 tätig war. Als Lehrer wirkte er in Tartlau, Gergeschdorf, Hamlesch, Kronstadt. Um der Deportation nach Russland 1945 zu entgehen, versteckte er sich fünf Monate im Zibinsgebirge wie Wolfgang Wittstock im Band „Die Blaskapellen des Burzenlandes“ (Stuttgart 2013) schreibt. Als er nach Hermannstadt kam, wurde er verhaftet und nach mehreren Verhören  freigelassen.

Ernst Fleps ist in die siebenbürgisch-sächsische Musikgeschichte als Dirigent, Komponist, Instrumentalist, Erzieher  wie auch Martin Thiess, Rudi Klusch, Karl Fisi  eingegangen. Besondere Verdienste erwarb er sich als Dirigent mit dem Zeidner Männerchor. Später dann als Dirigent der Burzenländer Blaskapelle, die nach der Wende auf Initiative des Forums von ihm gegründet worden ist, und mit der er auch Tourneen in Deutschland, Österreich, Dänemark vorgenommen hat, 1994 Gast des Hauses des Deutschen Ostens war, zum Tag der Deutschen Einheit öfters in die Botschaft nach Bukarest eingeladen wurde. Die CD-Aufnahmen erfreuen immer wieder die Herzen der Blasmusikfreunde.  Als Komponist hat er u.a. auch Kinderlieder komponiert, Arrangements für die von ihm dirigierten Blaskapellen oder Chöre geschrieben. Für seine Tätigkeit und sein Schaffen wurden ihm mehrere Kulturpreise -  die Karl Zelter-Plakette der Bundesrepublik Deutschland, der Apollonia-Hirscher-Preis, die Johannes-Honterus-Medaille, der Titel „Verdienter Lehrer“ - verliehen. Im Festsaal des Kronstädter Forums ist zu seiner Erinnerung  eine Plakette  angebracht. Die letzte Ruhe fand er auf dem Innerstädtischen Friedhof. Die Erinnerung an ihn bleibt allgegenwärtig.

Dieter Drotleff  





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