In deutscher Sprache lehren und lernen

Das Fortbildungsangebot des Zentrums für Lehrerfortbildung für die Grundschule

Donnerstag, 03. Juli 2014

„Eine Fortbildung ist immer eine gute Gelegenheit, um die Sprache zu üben, sich auszutauschen, um Neuigkeiten zu erfahren“, schrieb unlängst eine Teilnehmerin an einem ZfL-Seminar. Das Zentrum für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache in Mediasch (ZfL) bietet nun bereits seit über 15 Jahren Seminare für alle jene an, die in Rumänien in Kindergärten und Schulen in deutscher Sprache unterrichten. Das ZfL ist eine Einrichtung des rumänischen Bildungsministeriums und wurde gegründet, um Fortbildung in der Unterrichtssprache Deutsch möglich zu machen. Wie sieht nun die Fortbildung im Grundschulbereich aus?

Landesweit unterrichten in deutscher Sprache 304 Lehrerinnen und Lehrer die Klassen 0 bis 4, und das an 59 Schulen in 15 Kreisen. Abhängig von der Nachfrage seitens der Eltern, dem Vorhandensein von deutschsprachigen Lehrern, den räumlichen Möglichkeiten in den Schulen sowie den Entscheidungen der Schulleitungen und Schulinspektorate gibt es unterschiedliche Schulstrukturen: angefangen von deutschsprachigen Abteilungen mit einer einzigen Lehrerin bei sogenannten „Simultanklassen“ in Dorfschulen bis zu mehreren Parallelklassen in deutschsprachigen Stadtschulen (so in Temewar/Timişoara und Bukarest). Im Schuljahr 2013/2014 bot das ZfL jeweils eine eintägige Fortbildung in sieben Regionalzentren an. Erreicht werden konnten in jedem Zentrum über 50 Prozent der Grundschullehrer der Einrichtung, in der die Fortbildung ausgetragen wurde, außerdem Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Schulen/Orten/Kreisen (insgesamt etwa 35 Prozent der landesweit tätigen).
Zum Fortbildungskonzept des ZfL gehören von Beginn an einerseits Fortbildungen vor Ort, die als Ziel haben, möglichst viele Lehrer da zu erreichen, wo sie leben und arbeiten; andererseits bietet das ZfL zentrale Wochenendveranstaltungen oder mehrtägige Angebote in den Ferien an, die unter anderem als Rahmen der überregionalen Begegnung und des Austauschs gedacht sind. 2013/2014 wurde versucht, mit Stufen übergreifenden Angeboten (die Themen Medieneinsatz und Spiele für Erzieherinnen, Grundschullehrer und Deutschlehrer) von der Teilnehmerzahl her effizienter zu arbeiten, was gelungen ist. Der Vorbereitungs- und Durchführungsaufwand wurde dadurch auch vertretbar. Ein Problem bei mehrtägigen Veranstaltungen bleiben die kurzfristigen Abmeldungen.

Um die Wünsche der Grundschullehrerinnen möglichst genau zu berücksichtigen und Fortbildung dadurch attraktiver zu machen, wurde im Frühjahr 2014 eine Umfrage durchgeführt. Gefragt wurde nach der Bereitschaft, an Fortbildungen in deutscher Sprache teilzunehmen, nach dem bevorzugten Ort für Veranstaltungen und nach Wunschthemen. Eintägige Fortbildungen, vorzugsweise am Freitag und in der Nähe des Wohnortes, stehen an erster Stelle. Es ist allerdings unumgänglich, dass die Seminarleitung auf einer Reise mehrere Orte miteinander verbindet und in manchen Schulen/Regionalzentren eine Fortbildung nicht genau am gewünschten Tag stattfinden kann. Für mehrtägige Fortbildungen sind nicht alle Lehrer zu begeistern; was Zeit und Ort betrifft, schwanken die Meinungen zwischen „Donnerstag bis Freitag“ und „in der Ferienzeit“. Die meisten hätten sie gerne wiederum in der Nähe; einige wenige wären bereit, nach Hermannstadt zu kommen. Als Hindernis für die Teilnahme an Fortbildungen nennen die Befragten hauptsächlich die Familie. Es folgen mit wesentlich weniger Nennungen: Unterrichtsvorbereitung, kein Auto, Schulleitung, keine Lust alleine mitzumachen, Angebote in rumänischer Sprache.

Unter Berücksichtigung der Wünsche der Teilnehmer, der Anfragen der Schulen und der akkreditierten Programme des ZfL wurde für das Schuljahr 2014/2015 folgendes Konzept erarbeitet: Es werden weiterhin je eine eintägige Fortbildung in Regionalzentren und zentrale mehrtägige Fortbildungen angeboten. In Temeswar soll in der ersten Septemberwoche ein einwöchiges Methodenseminar für Lehramtsanfängerinnen stattfinden; in Michelsberg/Cisnădioara wird im Mai eine Spiele-Fortbildung wiederholt; für Hermannstadt wird für Juli 2015 eine fünftägige Blockfortbildung im Rahmen der akkreditierten Programme des ZfL geplant. Das gesamte Angebot ist ab August auf der Webseite des ZfL (www.zfl.ro) zu finden und wird als sogenanntes „Programmheft“ in alle deutschsprachigen Kindergärten und Schulen sowie den Inspektoraten und Lehrerhäusern geschickt.

Adriana Hermann, Referat Grundschule im ZfL

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