In drei Jahren zum Bildungsmanager

Programm fördert Jugend aus Minderheiten

Montag, 02. Dezember 2013

Nicht nur zu Hause wird gelernt: In Übungsseminaren treffen sich die Teilnehmer alle paar Monate, um gemeinsam in Gruppen zu arbeiten

Bald Bildungsmanager: Marius Tripa (19) beendet im Frühjahr sein drittes Modul.

Es geht auch lustig zu in den Seminaren: Bei einem Treffen in Krakau wird schon mal James Bond auf die Schippe genommen

Organisationen der deutschen Minderheiten in mittel- und osteuropäischen Ländern könnten bald junge und kompetente Verstärkung erhalten. Die „Young Potentials Academy“ (YOU.PA), ein Qualifizierungsprogramm der Otto Benecke Stiftung, bietet jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren die Gelegenheit sich zum Jugendmanager, Dozent sowie Bildungsmanager ausbilden zu lassen. In drei Modulen, die jeweils acht Monate dauern erhalten die Teilnehmer interaktive Lehrmaterialien über das Internet. Aufgabenstellungen sowie Fragebögen, die bearbeitet werden müssen, schaut sich ein erfahrener Trainer an. Ziel des Studienangebotes ist es, Kenntnisse und Methoden für Tätigkeiten in der Jugend- und Bildungsarbeit zu erproben. Innerhalb eines Moduls finden drei Seminare statt sowie eine schriftliche und mündliche Prüfung.

Junge Menschen aus fünf Mittel- und Osteuropäischen Ländern können sich an dem Programm des gemeinnützigen Vereins beteiligen: Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ungarn. Interessenten müssen sich aktiv in der Minderheitenarbeit engagieren, ausreichende Computerkenntnisse besitzen, über einen Internet-Zugang verfügen, die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen und erfolgreich an einem Auswahlverfahren teilgenommen haben. Das Programm wird vom Bundesministerium des Inneren gefördert, Kooperationspartner sind das Unternehmen Transfer sowie das Europäische Bildungszentrum „eceo“.

Integration und Rettung von Minderheiten

Eine Minderheit steht und fällt mit der Jugend. Besonders in den letzten Jahren verlieren Gemeinschaften, wie etwa die deutsche Minderheit aus Rumänien, Mitglieder aufgrund des hohen Alters und der sinkenden Zahl an jungen Interessenten, die gerne die Arbeit der Foren fortsetzen würden. Nicht nur Interesse fehlt den jungen Menschen sondern auch Erfahrung. Und hier möchte die „Young Potentials Academy“ einschreiten. Der 1965 gegründete Verein entstand auf Initiative der Deutschen Studentenverbände in der Technischen Universität Berlin. Im Auftrag der Bundesregierung versucht die Otto  Benecke Stiftung (OBS) Aussiedlern, Kontingentflüchtlinge und asylberechtigte Ausländern zu unterstützen, eine Hochschule erfolgreich zu besuchen und nach dem Abschluss einen Beruf aufzunehmen. Zudem leistet die OBS Beratungshilfe, sie hilft bei der Ausbildungs- und Berufseinstiegsplanung.

„Ich möchte viel lernen und Spuren im Leben hinterlassen. Die deutsche Minderheit in Rumänien braucht Hilfe“, wurde Amelia-Florina Pahl aus Arad auf dem Blog der YOU.PA zitiert. In ihrem Bewerbungsschreiben setzte Pahl fort: „Mich stört, dass in meiner Schule in den Pausen niemand Deutsch spricht. Ich bin stolz auf mich, Deutsch zu können! Ich möchte mit anderen zusammenarbeiten, damit ich weiß, in welche Richtung ich gehen muss!“

Filipciuc Smaranda schreibt in ihrem Blog auf der offiziellen Seite des Programms: „Mit YOU.PA arbeite ich an meiner Zukunft, an der Zukunft meiner Organisation, bilde Freundschaften, Beziehungen und außerdem macht mir das alles Spaß. Was könnte man sich noch wünschen?

Nicht viel mehr, findet auch Marius Tripa . Der Arader hat schon mit 17 an dem ersten Modul teilgenommen. Im nächsten Frühjahr wird Marius ein Zertifikat in Händen halten, worauf „Bildungsmanager“ steht. Damit beendet er die dreijährige Studienzeit. In Temeswar/Timişoara studiert er gerade Informatik an der West-Universität. Seit Jahren ist Marius auch Mitglied in der BanatJa, einer selbstständigen Organisation der deutschen Minderheit aus Arad. Über eine ehemalige Schulkollegin erfuhr Marius von dem Qualifizierungsprogramm.

Für die vierte Staffel des YOU.PA-Programms werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Programmstart ist April 2014. Interessenten können sich auf der offiziellen Seite der Otto Benecke Stiftung www.obs-ev.de bewerben. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2014. Das Auftaktseminar wird vom 24. April bis zum 27. April 2014 in Breslau gehalten.

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