Initiative für Restaurierung baufälliger Gebäude der Inneren Stadt

Donnerstag, 07. März 2013

Ausgehend von einigen Vorfällen als Mörtel oder Ziegeln von Gebäuden der Inneren Stadt herabstürzten und Passanten in Gefahr brachten, kündigte Christian Macedonschi, Mitglied im Stadtrat seitens des DFDR, eine Initiative an die Verantwortungsträger in diesem Bereich zu  sensibilisieren und  diesbezügliche konkrete Schritte einzuleiten.

Bürgermeister George Scripcaru zeigte sein diesbezügliches Entgegenkommen, sodass eine erste Begegnung vergangenen Mittwoch im Ratssaal des Bürgermeisteramtes organisiert werden konnte. Daran nahmen teil der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter, Vertreter der Honterusgemeinde – Kirchenkuratorin Gundel Einschenk, Geschäftsführerin Liliana [elaru, Amtsleiter Peter Simon – als Eigentümer zahlreicher Gebäude, Kreisratsmitglieder, Architekten, Vertreter der Kulturdirektion. Ein solches Gespräch umfasst mehrere Bereiche wie Eigentum, Finanzierung, Architektur, Urbanistik, um nur einige zu erwähnen. Haupteigentümer in diesem Stadtbereich sind die Honterusgemeinde, das städtische Unternehmen für Wohnungsverwaltung (RIAL) und Privatpersonen.

Als Initiator der Begegnung betonte Christian Macedonschi zwei der Probleme, die  Schwierigkeiten bei Restaurierungen bereiten: die erforderliche Autorisierung seitens des Bürgermeisteramtes und die der Finanzierung. Da auch die Absicht besteht, dass Kronstadt 2021 als europäische Kulturhauptstadt kandidieren soll, muss dieser „katastrophale“ Zustand gelöst werden. 

Er habe auch Gespräche in Nürnberg mit Vertretern der Europäischen Investitionsbank  und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geführt, die Interesse an der Unterstützung derartiger Maßnahmen zeigten. Scripcaru, der sich sehr offen für diese Initiative erweist, unterstrich somit gleich, dass im Amt keine Anträge seitens der Eigentümer für Restaurierungsarbeiten aufliegen. Treffen solche ein, so werden sie schnellsten gelöst.

Das eigentliche Problem besteht in den Eigentumsverhältnissen in der Inneren Stadt und diesbezüglich gibt es eine genaue Evidenz. Aber besonders in den Gebäuden, wo nach der Wende  die Wohnungen gekauft wurden, sind die neuen Inhaber in einem Gebäude kaum für eine derartige Aktion zu überzeugen und klagen, kein Geld dafür zu haben. Andererseits werden die Eigentümer von  Gebäuden die unter Denkmalschutz stehen, von Steuerzahlungen befreit, eben um in die Restaurierung zu investieren. Betreffend ihrer diesbezüglichen Pflichten, hat das Bürgermeisteramt all diese Eigentümer gemahnt.

Ein positives Beispiel besteht in dem abgeschlossenen Vertrag zwischen Bürgermeisteramt und der Evangelischen Honterusgemeinde A.B., laut dem die gegenwärtigen Arbeiten zur Sanierung des Honterushofes von beiden Seiten finanziert werden und heuer ihren Abschluss finden sollen. Übrigens wurde, einleitend zu diesem Informationsaustausch, der Stand der archäologischen Grabungen im Umfeld der Schwarzen Kirche und deren bisheriger Auswertung von Archäologin Dana Marcu Istrate präsentiert.

Architekt Johannes Bertleff, der das preisgekrönte Projekt zur Gestaltung des Honterushofes entworfen hat, erklärte, die weiteren Arbeiten werden in zwei Etappen durchgeführt, wobei das Programm der Honterusschule berücksichtigt wird.

Bezüglich Restaurierungsarbeiten der Inneren Stadt wurden mehrere Vorschläge gemacht in Zusammenhang mit der Gründung einer öffentlich-privaten Partnerschaft oder des Einsatzes von Volontären. George Mitran, Direktor der Direktion für Kultur und nationales Kulturgut, unterstrich, man müsse sich auch  klar entscheiden, was man zu restaurieren beabsichtige: Nur die Fassaden oder die ganzen Gebäude? Es reiche nicht nur der Enthusiasmus, eine solche Aktion müsse von Fachleuten durchgeführt werden.

Das Bürgermeisteramt  wird heuer drei Projekte abschließen. Honterushof, Sanierung des Alten Marktplatzes und des Gebäudes Ecke Purzengasse – Michael Weiss-Gasse. Auch betonte Scripcaru, es benötige keine neuen Strukturen, sondern die implizierten Institutionen und Hauseigentümer können sich dem Verein „Rettet das Kronstädter Stadtzentrum“ anschließen, ein Verein, der von Rathaus und Honterusgemeinde gegründet wurde und bestens funktioniert.

Wichtig war der Start dieser Initiative, weitere Gespräche zu diesem Anliegen folgen, voraussichtlich das nächste im April.

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