Inklusion von behinderten Menschen

Gemeinsames Projekt der Partnerschulen aus Stuttgart und Sathmar

Dienstag, 01. April 2014

Die Partner aus Sathmar und Stuttgart vor dem Ettinger-Lyzeum

Sathmar - Diskriminierung heißt das zentrale Thema eines Projekts, das in  Partnerschaft mit dem Johann-Ettinger-Lyzeum in Sathmar/Satu Mare von der Beruflichen Schule Internationaler Bund e. V. in Stuttgart im Sommer 2013 gestartet wurde. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) finanziell unterstützt. „Eines der Ziele, das die Stiftung durch ihre Programme verfolgt, ist, dass die Jugendlichen Bezug zu der Geschichte haben sollten“, sagt Christian Münnich, Leiter der Berufsschule in  Stuttgart. Das Projekt, das sie in Partnerschaft mit dem Ettinger-Lyzeum durchführt, ist bereits ihr zweites, das von der EVZ-Stiftung gefördert wird. „Unser erstes Projekt über das Thema „Menschenrechte. Demokratie gestern und heute“ haben wir mit dem Deutsch-Russischen Haus in Siberien durchgeführt und die Jugendlichen haben sich dabei mit dem Schicksal der Spätaussiedler auseinandergesetzt“, so Münnich.

Nach dem Erfolg des ersten Projekts kam die Idee, Kontakt mit der ehemaligen deutschen Schule, der stellvertretenden Direktorin der beruflichen Schule, aufzunehmen. Andrea Weinberger, gebürtige Sathmarerin, war Schülerin des Johann-Ettinger-Lyzeums. „Als ich meine ehemalige Schule angerufen habe, war die Direktorin, Frau Reiz sofort mit der Partnerschaft einverstanden“, sagt Andrea Weinberger. Am Projekt beteiligt sich ihre ehemalige Informatiklehrerin Angela Dobos mit den Klassen 10 A-B und der Schulpsychologin Ina Ivaniuc. Als erster Schritt wurde gemeinsam die Konzeption des Projekts in Stuttgart ausgearbeitet. Von der EVZ-Stiftung gestelltes Rahmenthema wurde die Diskriminierung beschlossen, die Inklusion von behinderten Menschen zu behandeln.

Die erste Begegnungswoche fand im November 2013 statt. Dreizehn Schüler, begleitet von der Informatiklehrerin und der Schulpsychologin, besichtigten in Stuttgart Bildungseinrichtungen, die von Kindern mit und ohne Behinderung besucht werden. „Mit den Jugendlichen, die sich am Projekt beteiligen, wurden Sensibilisierungsübungen gemacht. Sie mussten zum Beispiel mit verbundenen Augen einkaufen gehen oder mit dem Rollstuhl das Schwimmbad besuchen“, erklärte die stellvertretende Direktorin. Die Jugendlichen besuchten auch die Gedenkstätte Grafeneck in der Nähe von Stuttgart, wo während des Nationalsozialismus geistig und körperlich behinderte Menschen interniert und ermordet wurden. „Die Aufarbeitung des Schicksals dieser Menschen kam ziemlich  spät in Deutschland“, sagt Schuldirektor Münnich.

Anfang März fand der Besuch der Schülergruppe aus Stuttgart in Sathmar statt. Die Jugendlichen besuchten  in Cigid ein Pflegeheim für behinderte Kinder, wo in der Ceauşescu-Zeit behinderte Kinder eingeschlossen wurden, sowie das Haus Perla  in Unterhamrod/Homorodu de Jos, eine Caritas-Einrichtung für behinderte Jugendliche. In beiden Partnerschulen wurden Gespräche mit Eltern von Kindern mit Behinderung veranstaltet. Als Ergebnis des Projekts wird eine Fotoausstellung von den Jugendlichen zusammengestellt, die in beiden Partnerschulen gezeigt wird. Die Partner planen bereits das Folgeprojekt für das nächste Jahr. Das große Thema wird die Situation der Roma in Rumänien und in Deutschland behandeln.

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