Inklusiver Campus – rumänisch-schweizerisches Projekt

Temeswarer Unis zugänglich für Studenten mit Behinderung

Freitag, 30. September 2016

Tagungsräume und Toiletten, Flure, Aufzüge und Treppenhäuser müssen für alle Menschen, auch für jene im Rollstuhl, erreichbar sein. Ähnlich soll auch eine Bildungseinrichtung aussehen, bei der Menschen mit Behinderung nicht ausgeschlossen sind. So sollen alle Hochschulen ausgestattet werden und nicht nur in diese Richtung agieren – nimmt sich das Euroregionale Zentrum für Demokratie in Temeswar vor. Es ist schon einige Zeit her, seitdem das Zentrum die vier staatlichen Universitäten vor Ort angesprochen hat, sich für Inklusion einzusetzen.
Mehr Rücksicht soll auf Studenten mit besonderen Bedürfnissen genommen werden, hieß es von Anfang an seitens des Zentrums, das bereits in mehrere Projekte mit rumänischen und ausländischen Partnern einbezogen war. Diesmal wurde ein neues Projekt beendet. Dessen Ziel: All-Inclusive-Universitäten – d. h. Dienstleistungen der Unis sollen für alle, auch für Studierende mit Behinderung, zugänglich sein.

Das rumänisch-schweizerische Projekt wurde März 2015 – September 2016 umgesetzt und wandte sich, wie üblich, den vier staatlichen Unis in Temeswar zu: der West-Universität, der TU „Politehnica“, der „Victor Babeș“-Uni für Medizin und Pharmazeutik sowie der Universität für Landwirtschaftswissenschaften und Veterinärmedizin des Banats.

All diese Unis wurden in den vergangenen Jahren etwas zugänglicher für Studenten mit Behinderung gemacht. Dazu trugen Kampagnen und Projekte sowie Studienaufenthalte bei den Partnern im Ausland bei. Man versuchte, gute Beispiele aus den Städten Fribourg und Genf aus der Schweiz einzusetzen und neue Ideen zu entwickeln. Dabei wurde eng mit Vereinen und Fördergruppen für Menschen mit Behinderung gearbeitet. Infolge des Projekts ist auch eine Webseite entstanden. Unter inclusiv.regionalnet.org kann man Informationen zum Vorhaben und zu einer besseren Inklusion bekommen.

Auch der Wettbewerb „Campus inclusiv“ wurde innerhalb des Projekts organisiert. Die Ergebnisse desselben wurden kürzlich vorgestellt und belohnt. Die Initiative der Gruppe „Alături de voi“ (auf Deutsch: „Euch zur Seite“) von der Universität für Landwirtschaftswissenschaften und Veterinärmedizin erstellte eine Karte mit den zugänglichen Uni-Gebäuden für Leute mit Behinderung. Dadurch können Studenten mit Gehbehinderung, zum Beispiel, genau den Weg erkennen, auf dem sie sich im Studentencampus und an der Uni fortbewegen können. Diese Gruppe wurde für ihre Karten innerhalb des Campus mit einer mobilen Rampe und einem Anzeigesystem belohnt. Ein weiterer Preis ging an die Initiativgruppe „Concurs – Dizabilitate – Studen]i“ (auf Deutsch: „Wettbewerb – Behinderung – Studenten“). Diese Gruppe schaffte es, zahlreiche Leute zu überzeugen, im Frühling dieses Jahres am Großsportevent „Timotion“ teilzunehmen und dabei Spenden für den „Ceva de Spus“-Verein zu sammeln. Auch diese Gruppe wurde mit einer mobilen Rampe belohnt.
Initiativgruppen der TU „Politehnica“ und der Studentenorganisation der West-Uni wurden ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet. Sie erhielten Software für Computer-Bildschirmleser geschenkt sowie Lupen, die bis zu 10-30 Mal vergrößern, nicht zuletzt Bücher zum Thema eines zugänglichen Hochschulstudiums, womit die Studenten mit besonderen Bedürfnissen eine hilfreiche Hand in ihrem Alltag an der Uni bekommen können.

Das erste Projekt für die Inklusion der Studenten mit Behinderung wurde 2014 vom Euroregionalen Zentrum für Demokratie Temeswar in Zusammenarbeit mit dem Saint-Rose-Kolleg in Albany, New York, entwickelt. Das Projekt, unter dem Namen „Jenseits der Abstempelung“ (rum.: „Dincolo de etichetă“) nahm sich damals vor, Studenten mit Behinderung entgegenkommen und Temeswarer Universitäten zu unterstützen, Programme für die Inklusion der Studenten mit Behinderung zu entwickeln. „Es hat wenig zu sagen, wie viele Personen mit Behinderung in einer Institution sind. Auch wenn es nur eine Person ist, dann muss auch sie die minimal notwendigen Bedingungen für ein normales Leben bekommen“, sagte damals Ilona Mihăieș, Geschäftsführerin des Euroregionalen Zentrums für Demokratie Temeswar.

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