Innovative und kreative Rezepte

Weihnachten ohne Schweinefleisch

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Die richtige Lebensmittelkombination für eine gute Verdauung: Fisch und Salat können eine gesunde und leckere Mahlzeitalternative zu Weihnachten darstellen.

Apotheker Adrian und Anca Ienin haben vor mehreren Jahren ihren Lebensstil geändert.

Schweinefleisch mit Bratkartoffeln, Krautwickel und Würste, dazu noch Gemüsesalat mit Mayonnaise und als Dessert Plätzchen, mindestens zwei Kuchensorten und zwischendurch auch noch ein bisschen Schokolade. Das Weihnachtsfest ist alles andere als diätfreundlich und gesund. Wer diesmal nicht mehr vor sich hin sagen will, „Abnehmen kann ich auch ab Neujahr!“, der kann eine vegetarische oder eine fettarme Mahlzeit auf den Tisch legen. Doch kann man sich denn ein vegetarisches Festessen überhaupt zu Weihnachten vorstellen?

Für die rumänische Weihnachtstradition ist das fast unvorstellbar. Leckeres vom Schwein und geräucherte Fleischware gehören einfach dazu, würden viele Rumänen sagen. Doch immer mehr Leute wählen einen gesunden Lebensstil, von dem sie nicht einmal zu Festtagen abweichen. Einfache und leichte Festtagsrezepte für köstliche Vorspeisen und Hauptgerichte sorgen dafür, dass sich die Menschen mehr auf das Fest, auf die Zeit gemeinsam mit ihren Lieben konzentrieren, und weniger auf das Essen. 

Davon sind auch Adrian und Anca Ienin fest überzeugt. Die beiden Temeswarer Apotheker haben vor mehreren Jahren ihren Lebensstil geändert. Nachdem sie die Hintergründe der Pharmaindustrie hautnah erleben durften, entschieden sie sich, ein gesundes Leben zu führen und dabei auch anderen Leuten den Weg zu einer gesünderen Ernährung zu weisen. „Als ich noch in der Apotheke arbeitete, wurden immer vor den Feiertagen die Lagerräume mit zusätzlichen Medikamenten für die Verdauung und für Magenbeschwerden aufgestockt“, erzählt Anca Ienin. „Für mich war das nicht in Ordnung“, sagt die junge Frau, die zusammen mit ihrem Mann hat eine eigene Apotheke mit Naturprodukten eröffnet hat. In der „Minunea Naturii“ (auf Deutsch „Das Wunder der Natur“) dreht sich alles um die Naturheilkunde. Hier werden nicht nur Naturprodukte verkauft, sondern auch kostenlose Beratung im Bereich der Ernährung und eines gesunden Lebensstils angeboten.  „Sehr viele Leute wollen verschiedene Diäten versuchen – bei uns geht es allerdings um einen gesunden Lebensstil. Wir empfehlen nicht nur kurzzeitige Diäten, sondern auf Dauer gesund leben“, sagt Adrian Ienin entschlossen.

Für das Weihnachtsfest wird Familie Ienin ein alternatives Festessen auf den Tisch stellen: Fisch statt Schwein, viel Gemüse und Salat und ein Raw-Vegan-Dessert. „Das Schweinefleisch kann man auch durch ein organisch gezüchtetes Haushuhn ersetzen. Wenn unbedingt Fleisch dabei sein muss, so sollte man versuchen, Angelfisch zu essen und nicht Fische aus der Fischzucht“, sagt Anca Ienin. Wer gesund leben will, muss auch auf die richtige Kombination der Lebensmittel achten. „Die Rumänen essen lecker, fettig und viel. Sie wählen zu viele Gerichte für eine einzige Mahlzeit aus“, sagt die gelernte Apothekerin.

Wichtig ist, zu verstehen, dass es viele gesunde Alternativen gibt und dass man auf leckere Mahlzeiten nicht verzichten muss. Der sogenannte rumänische Boef-Salat (Gemüsesalat) kann neu gestaltet werden, sagt Anca Ienin. Man muss jedoch die Zutaten dafür sorgfältig auswählen. „Gekochte Kartoffeln, Karotten, Pilze, Erbsen (aus der Tiefkühltruhe, nicht aus der Büchse), mit Salz eingelegte Gurken (ohne Essig) klein schneiden. Alles mit BIO-Senf ohne Zuckergehalt und mit veganer Mayonnaise kräftig verrühren“, verrät Anca Ienin das Rezept. Genauso gibt es Alternativen auch für den rumänischen Auberginensalat: Die gebackenen Auberginen werden klein gehackt, klein geschnittener Knoblauch, eine Prise Meeressalz und kalt gepresstes Olivenöl dazu, alles mit Zitronensaft bestreut und zusammen durchgerührt. Auch die traditionellen Krautwickel kann man „neu erfinden“: Die Sauerkrautblätter können statt mit der üblichen Hackfleischmischung mit braunem Reis, Pilzen, Karotten, Zwiebeln, Paprika, Paprikapulver, Thymian und anderen Gewürzen gefüllt werden. Als Dessert kann man zu Beispiel eine Raw-Vegan-Süßigkeit zubereiten: Köstliche Bonbons aus Rosinen, entsteinten Datteln und Walnüssen, so Anca Ienin.

Wie man alles isst, ist auch entscheidend. „Langsam zu essen, gibt dem Hirn Zeit, das Signal zu erhalten, dass du satt bist. Wasser trinken hilft auch, dich gesättigt zu fühlen. Trinke jedoch nicht zu viel Wasser vor dem Essen, sonst verdünnst du die Magensäure, die du für die Verdauung des Essens benötigst“, lautet der Hinweis von Apotheker Adrian Ienin.

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