Integration der Roma braucht Zeit und Geduld

Französischer Innenminister besucht Roma-Siedlung

Samstag, 15. September 2012

Roma-Rückkehrer auf dem Flughafen Otopeni in Bukarest: Ein Charterflugzeug aus Lyon hat sie gebracht, jeder Erwachsene mit einem Geschenk von 300 Euro in der Tasche und in seinem Kopf mit der festen Überzeugung, so bald als möglich nach Frankreich zurückzukehren.
Foto: Mediafax

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Donnerstag ist auf dem Flughafen Otopeni ein weiteres Charterflugzeug aus Lyon gelandet, das 240 Roma aus Frankreich nach Bukarest zurückgebracht hat. Diese „freiwilligen Rückkehrer“ haben von den französischen Behörden je 300 Euro pro Erwachsenen und je 100 Euro pro Kind erhalten.

Am gleichen Tag hat der französische Innenminister Manuel Valls während seiner Rumänien-Reise eine Roma-Siedlung in Câmpia Turzii (Kreis Klausenburg) besucht. Der französische Minister zeigte sich sichtlich beeindruckt, er erklärte jedoch: „Frankreich hat eine klare Politik: Wir räumen illegale Lager, wir bringen die Menschen zurück, wir kämpfen gegen Organisiertes Verbrechen und gleichzeitig bemühen wir uns, die Leute in Frankreich zu integrieren. Aber diese Bemühungen müssen auch hier, und zuallererst hier unternommen werden.“

In Bukarest war am Vortag ein Rahmenabkommen zwischen der französischen Einwanderungsbehörde und zwei rumänischen Ministerien, für Arbeit und Inneres, unterzeichnet worden, wonach Roma-Rückkehrer aus Frankreich in Rumänien Starthilfe für die Gründung eines Unternehmens bekommen sollen.
Rumänische Politiker sind der Meinung, dass die Integration der Roma Zeit und Geduld erfordert und dass alles von der Bildung ausgehen muss. Außerdem sei es nicht bloß eine rumänische Frage, sondern eine europäische.

Kommentare zu diesem Artikel

Vlad Mischa, 28.10 2012, 16:09
Ich komme gerade aus Gheorgheni, Kreis Hargita, und habe ein am Rande der Stadt gelegenes Roma-Camp mehrfach aufgesucht. Es ist unglaublich, dass die Ärmsten dieser so reichen Gesellschaft noch immer auf Hilfe und Unterstützung warten. Auch die Politiker in Bukarest sind reich, haben jedoch für die Romas nichts übrig. Weshalb werden diese Menschen über Jahrhunderte derart benachteilgt? Ich habe die hungernden und kranken Kinder gesehen. Selbst niedergelassene Ärzte schicken Mütter mit ihren Kindern nach einer einmaligen Untersuchung mit den Worten nach Hause: "Kommen Sie bitte nicht wieder!" Was für eine Welt, ind er die eigene Regierung derartige Mißstände nicht beheben kann. Armes EUROPA! Ich werde nächstes Jahr wieder zurückkehren und wohl erfahren, dass auch dieser Winter wieder Kindern das Leben gekostet hat.
Voller Hochachtung - Ihr Vlad Mischa (Michael Uhde) aus Ratingen bei Düsseldorf.

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