Interessenkonflikt vorgeworfen

Bokschans Ex-Bürgermeister Mirel P. Pascu ernannte seine Frau zur Direktorin

Samstag, 23. November 2013

Bokschan - Im Frühjahr 2011 gab es landesweit eine Welle von Krankenhausschließungen. Im Banater Bergland waren davon Bozovici, Anina und Bokschan betroffen. Während Bozovici durch eine Bürgerinitiative binnen eines Jahres das Krankenhaus wieder eröffnete und Anina nur mit einem Bereitschaftsdienst blieb, den die einheimischen Ärzte reihum stellen, wandelte Bokschan sein Krankenhaus in ein Seniorenheim um.

Und der Stadtrat beschloss, die Frau des damaligen Bürgermeisters Mirel Patriciu Pascu (PSD) vom Posten der Leiterin des Krankenhauses auf jenen der Leiterin des Seniorenheims zu transferieren. Bis zu diesem Zeitpunkt bekleidete die Volkswirtin den Posten des Krankenhausmanagers und ging dann nahtlos, durch von ihrem Mann unterzeichnete Ernennung, auf den Leitungsposten des Altenheims über. In der Stadt hieß es prompt: „Pascu hat seine Frau zur Direktorin gemacht.“ Später hat sie die Ernennung durch Wettbewerb zur Postenbesetzung bestätigt. Beide Male unterzeichnete ihr Mann, der Bürgermeister, die Urkunde zu ihrer Ernennung auf dem Leitungsposten der neuen Institution, die von der Stadt finanziert wird.

Die Mittdreißigerin erwies sich als umsichtige und tatkräftige Leiterin des Seniorenheims und erwarb sich als Direktorin schnell einen guten Ruf in der Kleinstadt.  ANI, die Agentur für Integrität, interpretierte den Ernennungsvorgang juridisch als Interessenskonflikt auf administrativer Ebene und verklagte den ehemaligen Bürgermeister – der jetzt in Temeswar einen der Direktorenposten der Straßenbaubehöre bekleidet – vor dem Berufungsgericht Temeswar.

Mirel Patriciu Pascu erklärte vor den Medien: „Mir hat niemand diese Vorwürfe offiziell zur Kenntnis gebracht. Was ich aber sicher weiß, ist, dass ich zu jener Zeit alles getan habe, was rechtlich möglich war, um das durch Entscheidung des Gesundheitsministeriums aufgelöste Krankenhaus (damals und bis zu seiner Auflösung ein „Krankenhaus für chronische Leiden“) umzuwandeln in ein Seniorenheim. Ich konnte alle Arbeitsplätze bewahren, sogar einige zusätzliche schaffen. Außerdem haben wir, der Stadtrat und ich als Bürgermeister, einigen der Senioren der Stadt eine passable Bleibe geschaffen. Doch sollte man nicht vergessen: Das Krankenhaus wie das Seniorenheim sind dem Stadtrat unterstellt, nicht dem Bürgermeister. Und alle Entscheidungen über die Umwandlung des Krankenhauses sowie bezüglich des Personals hat der Stadtrat in öffentlicher Tagung getroffen – nicht der Bürgermeister in seinem Büro.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*