Internationale Erasmus-Studenten in Bukarest

Absichten, Überlegungen und Schlussfolgerungen hinsichtlich ihres Aufenthaltes in Rumänien

Dienstag, 26. Juni 2012

Bild: sxc.hu

Erasmus ist das bekannteste Austauschprogramm, das von der Europäischen Union finanziert wird und die Mobilität von Studenten ermöglicht. Es ist besonders interessant für diejenigen, die das Studium in einem fremden Land ausprobieren wollen. Die Internetplattform Erasm.us sammelt Berichte von Studenten, die bereits einen Auslandsaufenthalt absolviert haben. Auch die Gründe, warum Bukarest als Gastuniversität ausgewählt wurde, lassen sich hier finden: das Kennenlernen einer neuen Kultur, das Lernen der rumänischen Sprache und das studentische Leben werden unter anderem angeführt. Die Prioritätensetzung zeigt, dass das Studium eine eher untergeordnete Rolle dabei spielt. Trotzdem wurde Bukarest von allen befragten Personen empfohlen. Was zieht die internationalen Studenten denn nach Bukarest?

Nicoleta Popa, Rumäniens Vertreterin beim „Erasmus Student Network“ (ESN), schätzt, dass es ungefähr 300 bis 400 Erasmus-Studenten in Bukarest gibt. Nach ihren Angaben kommen die meisten Studenten aus Spanien, Italien und Frankreich. Sie spricht gerne über die Aufgaben, die ESN übernommen hat, um die internationalen Studenten dabei zu unterstützen, kulturbedingte Schwierigkeiten zu überwinden. Verschiedene Veranstaltungen (z. B. Erasmus-Buddy, SocialErasmus), kulturelle Aktivitäten sowie Ausflüge werden regelmäßig organisiert und haben das Ziel, die internationalen Studenten zu integrieren. Dazu kommen auch Sprachtandems und Partys. Ungefähr 100 Studierende haben dieses Jahr die Universität Bukarest ausgewählt. „Die bevorzugten Bereiche sind Journalismus, Politikwissenschaft und Fremdsprachen“, teilt Raluca Amza, Erasmusbeauftragte an der Universität Bukarest, mit. Nun ist der Sommer gekommen und der Erasmus-Aufenthalt neigt sich dem Ende zu. Höchste Zeit für die ausländischen Studierenden, Gedanken über ihre Erfahrungen auszutauschen und die Schlussfolgerungen ihres Aufenthalts zu ziehen. Hat die Auslandserfahrung die Erwartungen der Studenten erfüllt? Und was ist der Auslandsaufenthalt am Ende wert?

Margarete Buch ist eine Austauschstudentin der Universität Leipzig, die dieses Jahr Musikwissenschaft an der Nationalen Musikuniversität Bukarest studiert hat. Da in Deutschland der Unterschied zwischen Universität und Musikhochschule groß ist, hat sich Margarete für Osteuropa entschieden. Sie wollte die Kurse einer Musikhochschule besuchen. Aufrichtig und direkt gesteht die zielorientierte Deutsche, dass ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um den Kursen zu folgen. Ein paar mehr Vorlesungen und Seminare hätte sie auch erwartet. Aber sie hat zahlreiche Möglichkeiten gefunden, die Zeit in Rumänien ihren Interessen entsprechend auszunutzen. Ein Praktikum bei der ADZ ist der Beweis dafür.

Obwohl sie das Jahr an ihrer Heimatuniversität wiederholen wird, ist sie davon überzeugt, dass sich der Aufenthalt in Rumänien gelohnt hat. „Es war eine abenteuerliche Zeit, die nicht nur den Lebenslauf aufhübscht, sondern die Persönlichkeit prägt“, meint sie. Dazu haben der Austausch zwischen Kulturen, die Entdeckung anderer Mentalitäten und Begegnungen mit interessanten Menschen beigetragen.

Alberto Nieto ist ein weiterer Erasmus-Student, der vor einem Jahr aus Spanien gekommen ist, um in Bukarest an der Fakultät für Bauingenieurwesen zu studieren. Von Anfang an betont er lächelnd, dass er nicht nach Rumänien gekommen sei, um die Zeit zu verschwenden: Er hat ein Ziel, an dem er kontinuierlich arbeitet. Seitdem er hier ist, hat er sich nicht nur die rumänische Sprache, sondern auch den rumänischen Lebensstil angeeignet. „Nicht alle wissen, die ihnen zur Verfügung stehende Zeit auszunutzen“, sagt der selbstbewusste, ehrgeizige Student, der inzwischen 15 andere Länder besucht hat. Der Spanier meint, dass der Integrationsprozess völlig gelungen sei. Er habe von dem Aufenthalt sehr profitiert. Alberto ist sich sicher, dass er durch diese Erfahrung eine aufgeschlossenere Person geworden ist und seinen Horizont erweitert hat. Deshalb hat er die Entscheidung getroffen, auch über sein Auslandsstudium hinaus in Rumänien zu bleiben. Eine Arbeitsstelle in Kronstadt hat er schon gefunden. Sein Lebensprinzip lautet: „Asi se aprende“ (So lernt man). Am Anfang wollte er einfach nur Spanien verlassen. Nun hat er in Rumänien eine Arbeitsstelle gefunden und will sogar andere Kontinente bereisen. „Man soll immer sagen, was man will, denn am Ende bekommt man oft mehr, als man erwartet hat“, meint Alberto.

Kommentare zu diesem Artikel

Silviu, 28.06 2012, 01:21
I don't understand a word, but congratulations Adelaida!

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