„Invasion 68 Prag“ bis Anfang April

Josef Koudelka zeigt Fotos der Prager Invasion in Temeswar

Dienstag, 11. März 2014

Koudelkas Fotografien sind seit dem 6. März in Temeswar zu sehen und bleiben einen ganzen Monat in der Timco-Halle ausgestellt.

Aggression und Widerstand – 150 expressive Schwarz-Weiß-Fotografien hängen derzeit an den Wänden der Timco-Halle an der Circumvala]iunii-Straße in Temeswar/Timisoara. Im Prag der 1960er Jahre wurde auf den Straßen Geschichte geschrieben und fotografiert. Josef Koudelka war der aktive Demonstrant, der durch das Objektiv seiner Kamera bedeutende Momente vom Einmarsch der Sowjetunion und Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei im August 1968 verewigt hat. Rumänien war Teil des Paktes, jedoch hielte sich der Staat fern von diesen Ereignissen. Das konnte der berühmte Fotograf nicht vergessen. Als Zeichen der Dankbarkeit wandern nun seine Bilder durch Rumänien. Temeswar ist die zweite rumänische Stadt, die die Wanderausstellung, nach Bukarest, beherbergt.

30 Jahre alt war Josef Koudelka im Sommer 1968. Gerade kehrte er von einer Reise durch Rumänien zurück. Zigeuner in Rumänien war damals sein Hauptthema. Am 20. August kam er in Prag an, dann sollte der darauffolgende Tag sein Leben verändern. Als aktiver Demonstrant beteiligte sich Koudelka an den Straßenereignissen in Prag. Während der siebentägigen militärischen Intervention hat er viele Rollen Film benutzt, um jeden Schlüsselmoment der Geschichte festzuhalten. Da es im gelang, nachher nach Frankreich zu fliehen, sind seine Bilder auch heute noch zu sehen. Die Magnum-Agentur veröffentlichte sie als Fotografien eines „unbekannten Autors“. Erst Mitte der 80er Jahre wurde Josef Koudelka als Autor der Fotos anerkannt, nachdem das keine Gefahr mehr für seine in der Tschechoslowakei gebliebene Familie war.

„Nun ist Koudelka nicht nur einer der wichtigsten Fotografen der Welt, sondern auch einer von Aktualität. Seine Widerstandsfotografien finden schnell Ähnlichkeiten zu anderen solchen politischen Ereignissen, auch heutzutage“, sagte René Kubásek, Leiter des Tschechischen Kulturzentrums in Bukarest, bei der Eröffnung der Ausstellung. Auf Initiative des Zentrums wurde in Rumänien auch der Fotoband „Invasion 68 Prag“ in rumänischer Sprache veröffentlicht. Josef Koudelka hat sein Archiv nach 40 Jahren analysiert und hat für dieses Band insgesamt 249 Bilder ausgewählt – die meisten davon wurden bisher noch nie veröffentlicht. Das Buch beinhaltet gleichzeitig auch Aussagen und Zeugnisse von Zeitzeugen der Ereignisse vom August ´68.

Die Ausstellung „Invasion 68 Prag“ ist bis zum Ende des Jahres in verschiedenen Städten Rumäniens zu sehen, darunter auch in Hermannstadt/Sibiu, Klausenburg/Cluj-Napoca und Jassy/Iasi. Jetzt sind Koudelkas Fotos bis am 6. April in Temeswar zu sehen.

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