Ioan Holender lobt und kritisiert Temeswar

Kurs für kulturelle Tätigkeit wird derzeit abgehalten

Freitag, 24. Mai 2013

Holender sprach über Kunst und Kultur in Temeswar.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Der ehemalige Leiter der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hielt zum Anlass des 69. Jubiläums der West-Universität Temeswar/Timişoara einen Vortrag in der Großen Aula der Universität.  Das Thema war „Die Kunst, die Kultur und die Geistigkeit“. Dabei erwähnte Holender den wichtigen Einfluss der Kultur auf die Stadtentwicklung und die wichtigen kulturellen Ereignisse, die in Temeswar stattfinden und die für den Zuschlag zum Titel der europäischen Kulturhauptstadt beitragen könnten. Zum einen lobte Holender die Stadt für die einstigen Errungenschaften, andererseits kritisierte er die langsame Art der Stadtverwaltung und der Temeswarer Kulturinstitutionen, etwas für den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt zu tun.

Laut Ioan Holender hätte die Bega-Stadt tatsächlich eine Chance, diesen Titel zu bekommen, wenn Temeswar zusammen mit einer anderen Stadt aus Serbien oder Ungarn zusammengehen würde, um gemeinsam diesen Titel zu beantragen. „Temeswar sollte ein Team mit Novi Sad aus Serbien oder Szeged aus Ungarn bilden – so wären auch die Chancen größer“, sagte Holender. „Hermannstadt/Sibiu hat 2007 diesen Titel dank Luxemburg bekommen“, führte der ehemalige Leiter der Wiener Staatsoper hinzu. Holender kritisierte auch, dass die Stadt sich zu bequem und gelangweilt bewegt und dass nichts Richtiges in der Hinsicht, diesen Titel zu bekommen, gemacht wird. Derzeit hält Ioan Holender einen Kurs für Kulturmanagement an der Temeswarer West-Universität. Die Vorlesung wendet sich an alle Leiter von Kulturinstitutionen der Stadt.

Ioan Holender wurde in Temeswar geboren und war Leiter der Wiener Staatsoper zwischen 1992 und 2010. Holenders Vertrag als Opernleiter wurde dreimal verlängert und endete am 31. August 2010. Er war somit der am längsten amtierende Direktor seit 1869, seit dem Bestehen des Hauses. In Berlin betreute Holender nach dem vorzeitigen Ausstieg des Intendanten Udo Zimmermann übergangsweise das Programm der Deutschen Oper. Holender ist Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Außerdem ist er Vorstandsmitglied der Europäischen Musiktheater-Akademie. Im November 2011 wurde er zum Vorsitzenden des Vereins Temeswar Kulturhauptstadt Europas gewählt.

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