Italiener lösen Abfallproblem

Der Karansebescher Sonderweg in der Müllverwertung

Freitag, 10. August 2012

Karansebesch - Vor gut zwei Monaten hat sich Karansebesch aus dem Karasch-Severiner Müllverwertungsverband Ecosal herausgelöst. Die Stadt hat einen Vertrag mit der Firma Megalid România abgeschlossen, die mit mehrheitlich italienischem Kapital gegründet wurde. Nachdem die Firma erst mal die Karansebescher Abfälle in den Nachbarkreis Temesch zu einer Deponie bringt, richtet sie parallel in einer von der Stadt zur Verfügung gestellten Halle mit österreichischer Partnerschaft eine Kompaktierungs- und Verbrennungsanlage vom Typ ECO 1 für den Müll ein.

ECO 1 soll die Verbrennung, Verarbeitung und höhere industrielle Verwertung des Mülls von Karansebesch und jener Ortschaften übernehmen, die sich mit Karansebesch zwecks Vollauslastung der Anlage assoziieren möchten – zumal für viele Ortschaften aus dem Bistra-Tal und aus dem Tal der Temesch/Bela Reka in Richtung Herkulesbad die Transportwege nach Reschitza, zur ECOSAL-Anlage und später zur ökologischen Deponie in Lupak zu lang, also zu teuer sein dürften.

ECO 1 verarbeitet den Müll per „Ökolyse“, worunter man Niedrigtemperaturverbrennung zwecks Erzeugung von je weniger schädlichem Rauch und zwecks Verkohlung versteht. Die ersten Probeläufe der Anlage sind zu Beginn dieser Woche gestartet worden.

Der Generaldirektor von Megalid România, Cristian Dobre, erklärte in Karansebesch, wo er bei den Probeläufen dabei war: „Bisher sind die Probeläufe gut verlaufen. Wenn es pannenfrei weitergeht, dann können wir nach etwa zehn Tagen den Vollbetrieb aufnehmen. Unsere österreichischen Partner werden zwischendurch auch die anderen Komponenten der Anlage anliefern, unter anderen die ‘Intelligente Sortieranlage’ und die Zerkleinerungsanlage.

Den gegenwärtigen Standort, eine nicht genutzte Halle des ehemaligen Drehgestellherstellers Caromet, werden wir verwenden, bis unsere eigene neue Halle fertig ist, an der wir auf dem Grundstück bauen, das uns die Stadt zur Verfügung gestellt hat. Schließlich werden wir täglich 50 Tonnen Haushalts-, städtischen und Industriemüll verarbeiten können. Fabio Gallerani, der für das System ECO 1 in ganz Rumänien verantwortet, zeigte sich besonders begeistert von der Art und Weise, wie man in Karansebesch mit der Stadtführung zusammenarbeiten kann.

Mit ECO 1 will Karansebesch ganz offen das vom Verwaltungskreis Karasch-Severin favorisierte System Ecosal konkurrieren: „Das System kostet die Stadt nur das zur Verfügung gestellte Grundstück“, sagte Bürgermeister Ion Marcel Vela, „ansonsten kann es sich zu einer guten Einnahmequelle für die Stadt entwickeln. Wir können allen anfallenden Müll von der Nordgrenze des Verwaltungskreises Richtung Siebenbürgen und bis zur Ostgrenze am Eisernen Tor übernehmen, aus allen Ortschaften, für welche die Transportkosten bis Lupak bei Reschitza ausufern.  Beziehungsweise sich auf die Geldbeutel der Bürger brutal niederschlagen würden. Wir, die Stadt als Hauptpartner von ECO 1, kassieren nicht nur die Steuern und Gebühren, die uns zustehen, sondern auch fünf Prozent des monatlich anfallenden Gewinns. Und Müllverwertung ist ein Gewinngeschäft. Denn durch dieses System des Tieftemperaturverglühens entsteht aus dem Müll eine Art hochwertige Kohle, sehr energiereich, die sich gewinnbringend verkaufen lässt. Und die Bürger kostet das Ganze nichts Zusätzliches mehr an Müllentfernungsgebühren.“

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