Jahresrückblick auf mehrere Umweltschutzaktionen

Umweltschutzverein GEC Nera schließt 2014 erfolgreich ab

Freitag, 19. Dezember 2014

Die Freiwilligen des Umweltschutzvereins GEC Nera beim Sammeln von Abraumproben aus den kontaminierten Gebieten an der Donau-Klamm
Foto: privat

2014 war ein aktives Jahr für die GEC Nera, die Ökologische Gruppe für Zusammenarbeit aus Orawitza, die sich für den Erhalt des Naturgebietes in der grenzüberschreitenden Zone Donauengpass/Djerdapp – Nera – Karasch-Klamm einsetzt. Da GEC Nera eine apolitische, nicht profitorientierte Organisation ist, stützt sie sich in hohem Maß auf die Arbeit ihrer Freiwilligen. Diese trafen sich vor Kurzem im Festsaal des Technologischen Lyzeums „Mihai Novac“ aus Orawitza/Oravita, um den Abschluss des Volontariatsjahres 2014 zu feiern. Bei dieser Gelegenheit trafen sich Schüler und Lehrer aus drei Lyzeen, aus Neumoldova/Moldova Nouă, Orawitza und Anina-Steierdorf. Ihnen wurden Diplome und Preise für ihre Umweltschutz-Aktivitäten im Laufe des Jahres verliehen.

Förderung des Ökotourismus

Das Programm der GEC Nera zur Freiwilligenarbeit hatte 2014 Kurse für die alternative Überwachung der Umwelt und für das Werben für Ökotourismus in den Naturparks aus dem Süd-Banat vorgesehen. 34 Lyzeumsschüler und Lehrer haben daran teilgenommen. Ihre Arbeit führte durchaus zum erfolgreichen Abschluss mehrerer Projekte der Gruppe, wie z. B. das „Bigăr-Wasserfall“-Projekt (Mai – September), wodurch ein thematischer Lehrpfad zur Förderung des Ökotourismus im Naturpark an der Bigăr-Karstquelle eingerichtet wurde, oder die Veranstaltung zur Förderung der touristischen Ziele in der Donau-Klamm in den Verwaltungskreisen Mehedinţi und Karasch-Severin/Caraş-Severin – ein Seminar (26./27. September), bei dem Probleme der Eigentümer von touristischen Einrichtungen sowie die schwache Unterstützung durch öffentliche Politiken besprochen wurden. Während des Projektes zur Förderung der Bigăr-Quelle – finanziert vom „Verein für Partnerschaften“ und von der MOL-Stiftung Rumänien – wurden auch mehrere „Junior Ranger“-Kinderlager im Minisch-Tal organisiert. Deren Ziel war es, Touristen-Gruppen und Einwohnern die Bedeutung des Naturreichtums bewusst zu machen.

Kahlschlag im Mittelpunkt

Ein anderes Projekt, das über drei Monate lief (Juni – August), hatte als Ziel, den illegalen Kahlschlags im Naturschutzgebiet Gârlişte-Klamm, das sich am Rande des Nationalparks Semenic - Karasch-Klamm befindet, zu beobachten. Vor Ort konnte man feststellen, dass eines der autorisierten Unternehmen, das sich mit dem Schlagen von Rundholz beschäftigt, das Forstgesetz nicht respektiert und die Umwelt durch seine Aktivität stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Durch das rücksichtslose Schlagen und den Abtransport der Stämme wurde das Erdreich aufgewühlt, gelockert und bei den heftigen Regenfällen des vergangenen Sommers über Gärten, Weiden und Wirtschaften der Bürger der Gemeinde Gerlischte/Gârlişte geschwemmt. Dafür hat das Unternehmen nur eine symbolische Geldstrafe bekommen, und das erst, nachdem die GEC Nera Fotos von den Schäden in den Medien veröffentlicht und an alle zuständigen Institutionen verschickt hatte. GEC Nera konzentrierte sich danach weiterhin auf das Problem des Kahlschlags und startete im Oktober das Projekt „Stopp dem illegalen Holzeinschlag in den Wäldern der Naturparks aus dem Süd-Banat“, das bis Juli 2015 fortgesetzt wird. Regierungsunabhängige Organisationen und andere Aktionsgruppen aus der Gegend sollen dazu gebracht werden, sich aktiv mit diesem Problem zu beschäftigen. In diesem Sinne wird auch ein Wettbewerb für journalistische Recherchen organisiert, um das Publikum über die Ursachen, das Ausmaß und über die Hauptverantwortlichen für den illegalen oder unsachgemäß durchgeführten Holzeinschlag zu informieren.

Giftstaub hängt in der Luft

Die Umweltschutzgruppe GEC Nera bleibt ein wichtiger Informations- und Überprüfungspol im Raum des Eingangs zur Donau-Klamm, wo eines der dringlichen Probleme der Region, das Bergbauabfalllager „Tăuşani-Boşneag“, liegt. Seit acht Jahren, seit hier der staatliche Bergbau eingestellt wurde, steht der ehemalige Schlämmteich der Firma S.C. Moldomin SA aus Neumoldowa/Moldova Nouă ungeschützt und unbewacht da. Das Kupferanreicherungswerk, das 2006 seine Aktivität beendete, hinterließ einen ausgetrockneten, 150-Hektar großen sandigen Schlämm-teich, eine Giftwüste, in welche fast 40 Jahre lang Anreicherungsreste gekippt oder angeschlämmt wurden. Gleichzeitig mit der Entlassung der Angestellten wurde die Wasserpumpe, die den Kronenteich bewässerte, stillgelegt. Eine dünne Schicht Wasser war vorher immer da, um zu vermeiden, dass der Staub sich aufhebt. Nun gibt es Giftstaubverwirbelungen immer dann, wenn der Wind weht. Und die „Coşava“, der oft orkanartig anschwellende örtliche Wind des Donauengpasses, weht fast ständig.

Im Februar 2014 hat die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen den rumänischen Staat in diesem Fall eingeleitet. Die Regierung Victor Ponta hat es ignoriert. Vor zwei Monaten wandte sich die Europäische Kommission an den Europäischen Gerichtshof (EGH) in Luxemburg mit einer Klage gegen Rumänien. Eine Entscheidung über die Klage wird der europäische Gerichtshof bald treffen. GEC Nera hofft, dass der Staat in kurzer Zeit sowohl eine finanzielle, als auch eine praktische Lösung für die Säuberung des Bergbauabfalllagers „Tăuşani-Boşneag“ findet. Dadurch könnte auch die Klage der Europäischen Kommission obsolet werden. Kommt ein Urteil des EGH aus Luxemburg, dürfte die EU Rumänien schwer zur Kasse bitten...

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